Mikaela Shiffrin eroberte den Gesamtweltcup der Frauen im alpinen Skisport 2026. Der US-Amerikanerin reichte beim Saisonfinale im norwegischen Hafjell ein elfter Platz im Riesentorlauf, um sich zum sechsten Mal in ihrer Karriere die große Kristallkugel zu sichern.
Der Weg dorthin war jedoch von Spannung geprägt. Nach dem ersten Durchgang lag Shiffrin nur auf Rang 17 und damit außerhalb der Punkteränge. Gleichzeitig machte ihre letzte Konkurrentin, Emma Aicher aus Deutschland, mit Rang drei Druck und hielt ihre Chance auf den Tagessieg und damit auch auf den Gesamtweltcup am Leben. Im entscheidenden zweiten Lauf zeigte Shiffrin jedoch ihre Klasse und hielt dem Druck stand. Mit einer kontrollierten Fahrt sicherte sie sich die nötigen Punkte und machte den Gewinn des Gesamtweltcups vorzeitig fix. Insgesamt sammelte sie in der Saison 1.410 Zähler, wobei sie den Großteil im Slalom holte. Es ist ihre 18. Kristallkugel insgesamt sowie die sechste im Gesamtweltcup womit sie mit Annemarie Moser-Pröll gleichzieht. Nur Lindsey Vonn und Marcel Hirscher haben in dieser Wertung noch mehr Erfolge vorzuweisen. „Das ist der Lohn für alle um mich herum. Ich habe unglaubliche Unterstützung, mein Team, meine Familie, meine Physiotherapeuten. Ich könnte das nicht ohne sie tun“, sagte Shiffrin. „Der Tag war sehr emotional, eine Achterbahnfahrt, der Tag war unglaublich. In der Früh war ich ziemlich nervös, aber ich war auch zuversichtlich, dass ich genug Energie habe. Nach dem ersten Lauf habe ich gedacht, oh mein Gott, das ist zu wenig. Ich habe jedenfalls den Druck gespürt“, fügte die beste Skifahrerin aller Zeiten hinzu.
Für Aicher blieb am Ende nur Rang zwölf im Tagesklassement, nachdem sie im zweiten Lauf einen entscheidenden Fehler gemacht hatte. In der Gesamtwertung belegte sie mit 87 Punkten Rückstand den zweiten Platz. „Heute hätten Wunder passieren müssen. Ich bin aber mit dieser Saison sehr, sehr zufrieden. Auch heute bin ich zufrieden. Der eine Fehler war halt dumm, aber der Riesentorlauf geht auch in die richtige Richtung. Ich glaube, ich kann mit einem guten Gefühl Pause machen“, sagte Aicher. „Die Shiffrin hat verdient gewonnen, sie hat allein im Slalom 980 Punkte. Vielleicht kann ich sie nächste Saison schon von Anfang an ein bisschen nerven.“
Den Sieg im Riesentorlauf holte überraschend die Kanadierin Valérie Grenier, die sich vor Mina Fürst Holtmann aus Norwegen durchsetzte. Julia Scheib komplettierte als Dritte das Podest. Für Grenier war es der dritte Weltcupsieg nach den beiden Erfolgen in Riesentorläufen von Kranjska Gora 2023 und 2024, bevor ihr Erfolgslauf von Verletzungen gestoppt wurde. Für Mina Fürst Holtmann war es der vierte Podestplatz ihrer Karriere, der zweite im Riesentorlauf nach Courchevel 2019.
Aus österreichischer Sicht sorgten Scheib und Stephanie Brunner für einen starken Abschluss. Scheib stand im zehnten Riesentorlauf der Saison bereits zum achten Mal auf dem Podest und hatte sich den Disziplinweltcup schon zuvor gesichert. Mit insgesamt 720 Punkten stellte sie zudem einen neuen Punkterekord bei den ÖSV-Frauen auf. „Es ist ein super Gefühl. Es war eine unglaubliche Saison, sehr intensiv. Für mich ein wunderschöner Abschluss, weil ein Podium ist ein Podium. Damit werde ich immer sehr zufrieden sein, ein super Abschluss. Der zweite Durchgang ist mir sehr gut gelungen. Im Steilhang hatte ich leider einen kleinen Schnitzer, da war dann das Tempo weg. Das hat sicher etwas gekostet, der Rest war aber gut“, sagte Scheib.
Brunner belegte Rang fünf und erreichte damit ihr bestes Riesentorlauf-Ergebnis seit zwei Jahren. „Das letzte Rennen und auf einmal geht es wieder. Ich verstehe nicht, warum es nicht früher gegangen ist, aber ich schließe die Saison gerne mit einem fünften Platz ab. Im ersten Durchgang, mit dem Patzer vor dem Ziel, wäre vielleicht noch mehr gegangen. Aber im Vergleich, wo ich vorher war, ist das ein Schritt vorwärts“, sagte Brunner. Nina Astner blieb als 16. diesmal ohne Punktegewinn.
25.03.2026
Mikaela Shiffrin untermauerte beim Weltcup-Finale in Hafjell ihre Ambitionen auf die große Kristallkugel. Die US-Amerikanerin gewann den Slalom am in souveräner Manier und setzte sich damit klar von ihrer schärfsten Rivalin im Gesamtweltcup, Emma Aicher, ab. Vor dem abschließenden Riesentorlauf liegt die Deutsche, die im Slalom gute Dritte wurde, nun 85 Punkte zurück.
Damit steht Shiffrin kurz davor, den Rekord von Annemarie Moser-Pröll einzustellen, die sechs Gesamtweltcupsiege erreichte. Die Ausgangslage ist eindeutig: Aicher müsste das letzte Rennen gewinnen, während Shiffrin gleichzeitig ausscheiden oder die Top 15 verpassen müsste.
Mit 1,31 Sekunden Vorsprung auf Wendy Holdener feierte Shiffrin ihren bereits 110. Weltcupsieg, den neunten im zehnten Slalom der Saison – auch das schaffte vor ihr niemand. Hinter Aicher landete die beste Österreicherin Katharina Truppe nach Bestzeit im zweiten Durchgang erneut auf Rang vier. Katharina Huber blieb als 20. ohne Punkte, Katharina Gallhuber schied bereits im ersten Lauf aus.
„Diese Kugel ist das Symbol für alles, was mein Team geleistet hat. Es hat mir in den vergangenen drei Jahren sehr geholfen, vor allem nach den ganzen Verletzungen. Meine Physiotherapeutin hat mich vor allem körperlich stark genug gemacht, um das alles zu schaffen“, sagte Shiffrin nach dem Gewinn ihrer bereits neunten Slalomkristallkugel. Auch das ist Rekord.
Der Gewinn der großen Kugel ist für sie allerdings noch nicht unter Dach und Fach: „Es ist überhaupt nichts sicher, im letzten Rennen kann alles passieren. Es ist eine große Ehre, sich mit jemandem zu messen, der in allen Disziplinen so stark und sicher fährt. Ich fühle mich gut. Das Beste ist, einfach locker zu bleiben und gut Ski zu fahren.“
Aicher freute sich darüber, im Abschlussrennen noch mitzumischen: „Ich hätte das nie im Leben geglaubt. Vor einem Jahr war ich so weit weg von dem Ganzen. Es ist aber cool, dass ich bis zum letzten Rennen nervig sein kann. Der Riesentorlauf ist natürlich meine schlechteste Disziplin, aber ich kann das genießen und Spaß haben. Ich habe in Kvitfjell ein wenig RTL trainiert.“
Truppe wurde im Slalom-Weltcup wie im Rennen Vierte. Mit 441 Punkten reihte sich die Kärntnerin hinter Shiffrin (980) sowie den Schweizerinnen Camille Rast (538) und Holdener (498) ein. „Es ist ärgerlich, weil man die Möglichkeit gehabt hätte, auf das Podest zu fahren. Aber ich nehme lieber viermal den Vierten, als 15-mal den 15. Platz. Die Konstanz hat heuer gepasst. Ich bin im zweiten Durchgang wieder ins Fahren gekommen, die Spritzigkeit hat gepasst. Ich hatte ja nichts mehr zu verlieren“, sagte Truppe. „Es war definitiv meine beste Saison bisher, konstant unter den sieben, das freut mich. Für den Podestplatz habe ich mir mit Flachau (Dritte, Anm.) den besten Platz ausgesucht. Jetzt machen wir unter heuer ein Hakerl, fahren auf Urlaub und dann schauen wir, was wir in der neuen Saison machen wollen. Aber ich fahre schon weiter, mit 30 bin ich im besten Alter“, fügte die Kärntnerin hinzu.
Huber sprach von einem Spannungsabfall nach ihrem Olympiasieg in der Teamkombi. „Ich merke natürlich, die Saison ist schon lange.“ Ihr Saisonfazit fiel zwiespältig aus. „Ich habe einen Olympiasieg feiern dürfen, aber meine Spezialdisziplin war sehr durchwachsen.“ Rang sieben war ihr Topresultat im Weltcup.
24.03.2026
Beim Weltcup-Finale in Kvitfjell holte Sophia Goggia den Sieg im Super-G und sicherte sich damit die kleine Kristallkugel in dieser Disziplin. Die Italienerin fuhr eine souveräne Bestzeit und ließ der Konkurrenz keine Chance mehr im Kampf um den Disziplinenweltcup. Einzig Alice Robinson hätte Goggia theoretisch noch abfangen können, bei einem Sieg hätte Goggia aber nicht besser als Siebente werden dürfen.
Goggia holte damit ihren insgesamt zehnten Super-G-Sieg, den dritten in dieser Saison. Auf Rang zwei landete Corinne Suter aus der Schweiz, während die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann den dritten Platz belegte. Robinson hingegen leistete sich im Mittelteil einen schweren Fehler und fiel mit 2,41 Sekunden Rückstand auf Rang 16 zurück. Somit blieb die Neuseeländerin ohne Punkte.
„Es war ein bisschen eine verrückte Saison für mich. Hier war ich letzte Saison schon richtig schnell. Also wusste ich, ich bin konkurrenzfähig. Wenn man Druck hat, dann muss man natürlich damit umgehen können. Ich bin glücklich, was rausgekommen ist“, sagte Goggia. „Wenn du eine komplette Skifahrerin sein willst, dann musst du natürlich auch im Super-G abliefern, nicht nur in der Abfahrt. Das habe ich geschafft“, fügte die 33-Jährige hinzu.
Beste Österreicherin wurde Cornelia Hütter auf Rang fünf, die einen Podestplatz nur knapp verpasste. Mit den Bedingungen war sie jedoch unzufrieden: „Ich will echt nicht sudern, aber ich mag diesen Schnee hier einfach nicht. Ich tu mir so schwer. Es ist nicht schlecht, aber es ist auch nicht gut“, sagte die Steierin. „Man muss sich das so vorstellen, wie wenn man mit Sommerreifen im Winter dahinschmiert. Man hat keinen Gegendruck, keinen Halt. Ich probiere eh immer alles, aber es geht mir nicht so leicht von der Hand.“
Ebenfalls in die Top Ten fuhr Ariane Rädler als Siebente. Mirjam Puchner wurde Zwölfte, Nina Ortlieb belegte Rang 21. Julia Scheib verzichtete aufgrund von Rückenproblemen auf einen Start. Rädler zog ein gemischtes Fazit: „Es war heute schon einen Tick besser als in den letzten Super-G, aber es fühlt sich nicht so leicht an wie in der Abfahrt, ich finde da einfach nicht den Rhythmus.“ Dennoch zeigte sie sich mit ihrer Saison versöhnlich: „Aber Gott sei Dank bin ich genau zum richtigen Zeitpunkt in Topform gewesen. Olympia ist nicht alle Jahre, und ich bin froh, Olympiasiegern geworden zu sein“, sagte die Vorarlbergerin, dessen Saison nun vorbei ist.
Spannend bleibt der Kampf um den Gesamtweltcup. Emma Aicher konnte mit Rang vier wichtige Punkte gutmachen und den Rückstand auf Mikaela Shiffrin verkürzen. Shiffrin ging als 22. leer aus und führt zwei Rennen vor Saisonende mit 1.286 Punkten nur noch knapp vor Aicher, die nun bei 1.241 Punkten hält.
„Es bringt nichts, wenn ich über Punkte nachdenke. Ich muss gut Ski fahren. Manche Schwünge bringe ich hin, manche eher nicht so. Wir werden am Ende sehen, wie es ausgeht“, sagte Aicher. „Es ist mir nicht egal, aber ich habe diese Saison schon so viel gut gemacht, dass es nur ein Bonus ist. Es war heute nicht schlecht, aber ich weiß, dass ich es viel besser kann.“
Shiffrin rechnet weiterhin mit einem engen Finale: „Aber es sind nicht so viele Punkte, es wird zwei wirklich starke Rennen brauchen.“ Trotz Müdigkeit sieht sie sich bereit für die Entscheidung. „Aber ich fühle mich im Riesentorlauf und natürlich im Slalom gut. Es geht darum, meine Energie zurückzubekommen, und dann in den zwei Rennen mein bestes Skifahren zu zeigen“, sagte Shiffrin, die am kommenden Mittwoch zum sechsten Mal den Gesamtweltcup für sich entscheiden kann.
22.03.2026
Laura Pirovano sicherte sich beim Weltcup-Finale im norwegischen Kvitfjell die Abfahrtskugel der Saison 2025/26. Die 28-jährige Italienerin krönte ihren starken Schlussspurt mit dem dritten Sieg in Folge und feierte damit den bislang größten Erfolg ihrer Karriere. Bereits vor zwei Wochen hatte sie in Val di Fassa ihren ersten Weltcupsieg errungen und sich damit entscheidend in Position gebracht.
Auf der Olympiastrecke von 1994 setzte sich Pirovano mit 0,15 Sekunden Vorsprung vor der US-Amerikanerin Breezy Johnson durch. Rang drei ging an die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann. Nur hauchdünn am Podest vorbei schrammte die Österreicherin Ariane Rädler, der lediglich vier Hundertstelsekunden auf einen Top-Drei-Platz fehlten.
Rädler zeigte dennoch eine starke Leistung und erreichte mit Platz vier ihr bestes Ergebnis in einer Weltcup-Abfahrt. Zuvor war ein sechster Rang ihr bestes Resultat in dieser Disziplin. Ebenso in die Top Ten fuhr Cornelia Hütter als Achte, während Nina Ortlieb und Mirjam Puchner die Plätze elf und zwölf belegten.
In der Disziplinenwertung hatte Hütter vor dem Rennen noch Außenseiterchancen auf die Kristallkugel, musste sich letztlich aber mit Gesamtrang sechs zufriedengeben. Der Rückstand auf Pirovano betrug am Ende 160 Punkte. Die Italienerin setzte sich deutlich gegen ihre Konkurrentinnen durch und gewann die Wertung mit einem Vorsprung von 83 Punkten auf die Deutsche Emma Aicher.
Pirovano zeigte sich nach dem Rennen überwältigt: „Es ist unglaublich. Ich kann es immer noch nicht fassen, ich habe so viele Emotionen. Mein Gefühl in den letzten Rennen war genau wie in den Rennen zuvor. Heute habe ich mich nicht perfekt gefühlt. Als ich die Ziellinie überquerte, hatte ich Angst auf die Zeit zu schauen. Als ich Grün gesehen habe, dachte ich nur, es ist verrückt“, sagte die 28-Jährige überwältigt.
Für Italien ist es bereits die achte Abfahrtskugel. Seit der Saison 2020/21 waren mit einer Ausnahme immer die Italienerinnen voran. Nur 2023/24 ging die kleine Kristallkugel an Cornelia Hütter.
Obwohl Ariane Rädler das Podest knapp verfehlte, zog die Vorarlbergerin ein positives Fazit. Zwar ärgere sie sich über die erneut fehlenden Hundertstelsekunden, insgesamt habe sie jedoch einen klaren Fortschritt in der Abfahrt gemacht. Besonders nach schwierigen Trainings sei sie mit ihrer Leistung im Rennen zufrieden.
Emma Aicher, die das Rennen auf Rang fünf beendete, verpasste hingegen die Chance, im Gesamtweltcup noch näher an Spitzenreiterin Mikaela Shiffrin heranzurücken. Der Rückstand vor dem abschließenden Super-G beträgt nun 95 Punkte. Dennoch zeigte sich die Deutsche zufrieden mit ihrer Saisonentwicklung und betonte, dass ihre aktuelle Position vor einem Jahr noch kaum vorstellbar gewesen wäre.
21.03.2026
Beim Slalom in Aare stellte Mikaela Shiffrin einmal mehr ihre Vormachtstellung eindrucksvoll unter Beweis. Die US-Amerikanerin feierte ihren bereits 72. Weltcup-Sieg im Slalom und den achten Erfolg im neunten Torlauf in dieser Saison, ein weiterer Beleg für ihre außergewöhnliche Konstanz in diesem Winter.
„Die Bedingungen hier sind nicht unbedingt meine liebsten“, sagte Shiffrin nach dem Rennen. „Aber ich habe genau gewusst, was ich im Vergleich zum Vorjahr besser machen muss“, fügte die Ausnahmekönnerin hinzu. Tatsächlich nutzte die 31-Jährige ihre Erfahrung optimal und zeigte vor allem im zweiten Durchgang eine nahezu perfekte Fahrt. Damit gelang ihr auch die Revanche für das Rennen im Vorjahr, als sie sich damals der Österreicherin Katharina Truppe geschlagen geben musste.
Hinter Shiffrin sorgte Emma Aicher für ein starkes Ergebnis. Die Deutsche belegte mit 0,94 Sekunden Rückstand Rang zwei und erzielte damit ihr bestes Slalomresultat im Weltcup nach bisher zwei dritten Plätzen. Rang drei ging an die routinierte Wendy Holdener, die sich knapp vor der Österreicherin Katharina Truppe behauptete. Truppe verpasste das Podest um lediglich 0,09 Sekunden und zeigte sich im Ziel entsprechend enttäuscht.
Für Shiffrin hatte der Sieg auch eine größere Bedeutung im Gesamtweltcup. Mit ihrem insgesamt 109. Erfolg baute sie ihren Vorsprung auf 140 Zähler aus und reist nun mit einem komfortablen Polster zum Saisonfinale nach Kvitfjell. Die kleine Kristallkugel im Slalom hatte sie sich bereits vor den Olympischen Spielen gesichert, es ist bereits ihre neunte in dieser Disziplin.
„Ich versuche einfach, meinen Rhythmus zu finden und mich auf meine Linie zu konzentrieren“, sagte Shiffrin. „Wenn mir das gelingt, kann ich auch auf schwierigem Schnee schnell sein.“ Genau das bewies sie einmal mehr in Aare und unterstrich einmal mehr, dass sie in dieser Saison das Maß aller Dinge im Slalom ist.
Aus österreichischer Sicht gab es außer Katharina Truppe keine Lichtblicke. Katharina Gallhuber konnte als 21. noch Punkte sammeln. Katharina Huber schied im ersten Durchgang aus. Natalie Falch(36.), Franzsika Gritsch(40.), Leonie Raich(42.) und Lisa Hörhager(45.) konnten sich nicht für den zweiten Lauf qualifizieren. Beim Weltcupfinale in Hafjell ist der ÖSV somit nur mit Katharina Truppe, Katharina Huber und Katharina Gallhuber vertreten. Katharina Liensberger muss aufgrund ihrer Verletzung passen. Lisa Hörhager als 27. sowie Natalie Falch als 28. der Slalomwertung schafften es knapp nicht ins Finale der besten 25.
15.03.2026
Julia Scheib sicherte sich vorzeitig den Sieg in der Riesentorlauf-Wertung des alpinen Skiweltcups. Die 27-jährige Steirerin gewann am Samstag das Rennen im schwedischen Aare und machte damit den Gewinn der kleinen Kristallkugel perfekt. Damit holte erstmals seit zehn Jahren wieder eine Österreicherin den Gesamtsieg in dieser Disziplin. Zuletzt gelang das Eva-Maria Brem 2016.
Für Scheib war es nur einen Monat nach der Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Cortina d’Ampezzo der bislang größte Erfolg ihrer Karriere. Mit ihrem fünften Saisonsieg setzte sie sich vor der US-Amerikanerin Paula Moltzan und der Neuseeländerin Alice Robinson durch.
Nach dem ersten Durchgang lag Scheib noch knapp hinter der Schweizerin Camille Rast. Im zweiten Lauf zeigte sie jedoch eine starke Leistung und profitierte zusätzlich vom Ausfall ihrer letzten Konkurrentin im Kampf um die Kugel. Rast musste voll riskieren, um ihre Chancen auf ein Finale in Hafjell zu wahren, rutschte jedoch im steilen Abschnitt an einem Tor vorbei und schied aus.
„Es fühlt sich unglaublich gut an, ich hatte so einen Fight im zweiten Durchgang, weil ich die Kugel unbedingt wollte. Super, dass es so aufgegangen ist“, sagte eine überglückliche Scheib im Ziel. Besonders bedankte sich die Steirerin bei ihrem Team und ihrer Familie, die sie während der gesamten Saison unterstützt haben. Der Erfolg sei auch deshalb so besonders, weil sie nach den Olympischen Spielen zunächst enttäuscht gewesen sei. Mit dem Triumph sorgt Scheib zudem dafür, dass der Österreichische Skiverband in dieser Saison zumindest eine Kristallkugel gewinnt.
Neben Scheib schafften es zwei weitere Österreicherinnen in die Wertung. Stephanie Brunner belegte Rang zwölf und verpasste die Top Ten nur knapp, während Franziska Gritsch als 22. noch Weltcup-Punkte sammelte. Nina Astner war bereits im ersten Durchgang gehandicapt ausgeschieden.
Ebenso ausgeschieden ist die Schwedin Sara Hector. Sie kam im ersten Durchgang kurz vor dem Ziel zu Sturz und landete im Fangnetz, blieb dabei jedoch glücklicherweise unverletzt. Damit verabschiedete sie sich vorzeitig aus dem Rennen um die Riesentorlauf-Kugel. Gerade nicht ausgefallen ist Mikaela Shiffrin. Mit absoluten Traumzwischenzeiten war die US-Amerikanerin auf dem Weg zur überlegenen Halbzeitführung, stellte aber beim letzten Übergang quer und verpasste so die Chance auf einen möglichen Tagessieg. Am Ende reichte es aber dennoch zu Rang fünf, was wiederum im Kampf um den Gesamtweltcupsieg enorm wichtig war, denn Shiffrins stärkste Konkurrentin, Emma Aicher aus Deutschland, erreichte mit Platz vier ihr bestes Riesentorlaufresultat im Weltcup und verkürzte den Abstand zu Shiffrin auf 120 Punkte fünf Rennen vor Schluss.
14.03.2026
Beim dritten Weltcup-Rennen in Val di Fassa feierte Italien den dritten Sieg. Diesmal gewann die 35-jährige Elena Curtoni den Super-G und sorgte damit für den nächsten Heimerfolg. Hinter ihr landeten Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen sowie überraschend Curtonis Landsfrau Asja Zenere auf dem Podest.
Da Alice Robinson als Vierte knapp am Podium vorbeifuhr und Sofia Goggia nur Rang neun belegte, bleibt die Entscheidung um die kleine Kristallkugel im Super-G weiterhin offen. Wer letztlich Kristall holt, wird man beim Weltcupfinale in Lillehammer sehen.
Für Curtoni war der Sieg ein besonderer Moment. Die Italienerin feierte ihren vierten Weltcupsieg und den ersten seit ihrem Abfahrtserfolg im Dezember 2022 in St. Moritz . "Es ist wirklich unglaublich, am Podium zu stehen, und noch dazu zu gewinnen", sagte Curtoni. "Es war einfach volle Attacke. Ich habe nur probiert, so zu fahren, wie ich es kann. Das hat funktioniert." Bereits die beiden Abfahrten zuvor in Val di Fassa hatte ihre Teamkollegin Laura Pirovano gewonnen.
Beste Österreicherin war Cornelia Hütter, die den siebenten Platz belegte. Hinter ihr erreichte Nadine Fest Rang 14 und damit ihr bestes Saisonergebnis, verpasste jedoch knapp die Qualifikation für das Finale. Lediglich sieben Punkte fehlten ihr am Ende für einen Platz unter den Top 25 der Disziplinwertung.
Die weiteren ÖSV-Läuferinnen konnten nicht in den Kampf um die Spitzenplätze eingreifen. Mirjam Puchner, Nina Ortlieb und Ariane Rädler belegten die Plätze 18, 19 und 22. Vanessa Nussbaumer blieb als 31. ebenso ohne Weltcuppunkte wie Lena Wechner, die 44. wurde. Zudem schied Anna Schilcher aus. Leonie Zegg konnte gar nicht am Start sein, weil sie sich bei der zweiten Abfahrt nach dem Zielsprung, zwar ohne Sturz, aber dennoch einen Kreuzbandriss zuzog. Beim Weltcupfinale werden somit Hütter, Rädler, Ortlieb und Puchner für Österreich vertreten sein.
Auch nicht erfreulich verlief das Rennen für Goggia, die im Schlussabschnitt Zeit verlor und damit die Chance vergab, sich bereits vorzeitig den Disziplinenwertung zu sichern. Vor dem Finale liegt sie nun 63 Punkte vor Robinson. Die Neuseeländerin ist die einzige Athletin, die Goggia hier noch gefährlich werden kann, denn die Dritte, Emma Aicher, liegt nach ihrem Ausfall bereits 145 Zähler zurück. Im Gesamtweltcup allerdings hat Aicher nach wie vor alle Chancen gegen Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin liegt sechs Rennen vor Schluss nach ihrem 23.Platz im Super-G noch 125 Punkte vor der Deutschen.
08.03.2026
Laura Pirovano wiederholte ihren Sieg vom Vortag und triumphierte bei der zweiten Abfahrt in Val di Fassa diesmal vor der Österreicherin Cornelia Hütter und Corinne Suter aus der Schweiz. Wie schon gestern siegte die Italienerin mit dem kleinstmöglichen Vorsprung von einer hundertstel Sekunde. Der Dritten Suter fehlten auch nur 0,05 Sekunden auf den Sieg.
Hütter verpasste damit ihren zweiten Saisonsieg nach ihrem Erfolg in Val d’Isère denkbar knapp. Für die 33-Jährige war es der zweite Podestplatz in diesem Winter. Zudem gewann sie bei den Olympischen Winter Spielen in Cortina eine Bronzemedaille im Super-G gewonnen. Die Österreicherin zeigte sich nach dem Rennen dennoch zufrieden. Sie habe gewusst, dass eine gute Fahrt möglich sei, wenn sie ihren Plan konsequent umsetze. Im Ziel habe sie kurz auf den Sieg gehofft, doch am Ende fehlte eine Hundertstelsekunde.
Pirovano hingegen setzte ihren Erfolgslauf fort. Die 28-Jährige lag über weite Strecken knapp hinter Hütter, erwischte im unteren Abschnitt jedoch die bessere Linie und sicherte sich erneut den Sieg. Für die Italienerin waren es gleichzeitig die ersten Podestplätze ihrer Weltcupkarriere und gleich zwei Siege in Folge. Entsprechend emotional reagierte sie im Ziel und sprach von einem verrückten Wochenende.
Im Kampf um den Abfahrtsweltcup übernahm Pirovano mit ihrem zweiten Triumph auch die Führung von der verletzten US-Amerikanerin Lindsey Vonn. Mit 436 Punkten liegt sie nun 28 Zähler vor der Deutschen Emma Aicher, die diesmal aufgrund eines Fehlers im unteren Teil nur Zwölfte wurde. Die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann sowie Hütter haben vor dem Saisonfinale ebenso noch theoretische Chancen auf die kleine Kristallkugel.
Aus österreichischer Sicht belegte Ariane Rädler wie bereits am Freitag den sechsten Rang. Ein Fehler im mittleren Streckenabschnitt kostete der Vorarlbergerin eine bessere Platzierung. Die US-Amerikanerin Breezy Johnson wurde Vierte vor Weidle-Winkelmann. Für einen kurzen Schreckmoment sorgte Nina Ortlieb. Die Vorarlbergerin, die nach starken Trainingsleistungen als Mitfavoritin galt, kam nach einem Fahrfehler zu Sturz. Sie blieb jedoch unverletzt und konnte die Strecke selbstständig verlassen.
Die restlichen ÖSV-Athletinnen patzten leider wieder. Für die Kärntnerin Nadine Fest war der 19.Platz zu wenig, um sich noch für das Weltcupfinale der besten 25 n in der Abfahrt zu qualifizieren. Mirjam Puchner belegte nur Rang 29. Ohne Punkte blieben Lisa Grill(33.), Vanessa Nussbaumer(42.) und Lena Wechner(44.). Leonie Zegg und Anna Schilcher schieden aus. Schon morgen gibt es eine weitere Möglichkeit zu punkten. Zum Abschluss der Rennen in Val di Fassa findet noch ein Super-G statt. Das Weltcupfinale im Speedbereich findet im norwegischen Lillehammer statt.
07.03.2026
Die Italienerin Laura Pirovano feierte beim Weltcup in Val di Fassa ihren ersten Sieg in einem alpinen Ski-Weltcuprennen. Die 28-Jährige gewann am Freitag die erste von zwei Abfahrten auf der „La Volata“ denkbar knapp vor der Deutschen Emma Aicher. Pirovano setzte sich mit nur einer Hundertstelsekunde Vorsprung durch. Rang drei ging an die US-Amerikanerin Breezy Johnson.
Beste Österreicherin war Cornelia Hütter, die auf der hart und kompakt präparierten Strecke den fünften Platz belegte. Direkt dahinter folgte Ariane Rädler auf Rang sechs.
Das Rennen diente als Ersatz für die in Crans-Montana abgebrochene Weltcupabfahrt. Bei diesem Rennen hatte sich Lindsey Vonn vor den Olympischen Spielen einen Kreuzbandriss zugezogen. Nach ihrem schweren Sturz bei den Winterspielen mit einer komplizierten Schienbeinverletzung meldete sich die US-Amerikanerin zuletzt über soziale Medien aus dem Training in der Kraftkammer.
Trotz ihrer Verletzung führt Vonn weiterhin die Abfahrtswertung im FIS Alpine Ski World Cup an. Sie liegt 14 Punkte vor Aicher und 64 vor Pirovano. „Es war eine Fahrt, die okay war. Eine Hundertstel ist nichts, aber ich gönne Laura den Sieg, sie hat ihn sich verdient“, sagte Aicher. Die Deutsche zeigte sich zufrieden mit ihrer Konstanz und liegt nun auch im Gesamtweltcup auf Rang zwei hinter Mikaela Shiffrin, die einen Vorsprung von 139 Punkten hält und möglicherweise am Sonntag im Super-G startet.
Für Pirovano ist der Erfolg ein besonderer Meilenstein. Nach insgesamt elf vierten und fünften Plätzen im Weltcup stand sie erstmals auf dem Podest und gleich ganz oben. „Es passiert gerade so viel, es ist einfach wunderschön. Ich bin stolz auf das, was ich gezeigt habe“, sagte die 28-Jährige.
Hütter zeigte sich trotz eines soliden Ergebnisses nicht ganz zufrieden. „Ich hatte zwei kleine Fehler, aber der Grundplan war richtig cool. Top fünf ist solide, aber ich will ganz vorne sein“, sagte die Steirerin. Auf das Podest fehlten ihr lediglich fünf Hundertstelsekunden. Für die zweite Abfahrt will sie ihre Linie konsequenter durchziehen: „Wenn ich die zwei Fehler vermeide, ist ziemlich viel drinnen.“
Auch Rädler kam ihrem ersten Abfahrtspodest im Weltcup sehr nahe. „Oben war es gut, unten muss ich meine Ski noch mehr laufen lassen. Man darf es hier nicht zu perfekt machen“, sagte die Vorarlbergerin. Die engen Abstände im Feld seien jedoch auch eine Motivation: „Die hohen Ansprüche treiben mich an“, fügte sie hinzu.
Auf Rang elf landete die Trainingsschnellste Nina Ortlieb. Die Vorarlbergerin machte bereits im oberen Teil einen gröberen Fehler. „Ich war zu stark in Innenlage und schon fast auf der Hüfte. Zum Glück habe ich es noch einmal in den Lauf geschafft“, sagte Ortlieb. Für sie gilt nun, das Rennen rasch abzuhaken: „Morgen will ich mich auf das Wesentliche konzentrieren und nicht zu viel darüber nachdenken, was wäre wenn.“ Von den restlichen Österreicherinnen kam nur noch Mirjam Puchner als 22. in die Punkteränge. Nadine Fest(31.), Anna Schilcher(40.), Lisa Grill(45.), Lena Wechner(47.), Vanessa Nussbaumer(49.) und Leonie Zegg(51.) müssen auf Zählbares in der morgigen Abfahrt hoffen.
06.03.2026
Beim zweiten Super-G im andorranischen Soldeu zeigte Sofia Goggia einmal mehr ihre Klasse. Die Italienerin setzte sich am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein mit einer beherzten und nahezu fehlerfreien Fahrt durch und feierte ihren insgesamt 28. Weltcupsieg. Es war zugleich ihr zweiter Erfolg in dieser Saison nach dem Triumph in Val d’Isere im Dezember.
Mit 0,24 Sekunden Rückstand musste sich die deutsche Vortagessiegerin Emma Aicher diesmal mit Rang zwei begnügen. Platz drei ging an die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie. Für die österreichischen Läuferinnen hingegen blieb ein Spitzenresultat erneut außer Reichweite.
Durch ihren Sieg sammelte Goggia wertvolle Punkte im Kampf um die kleine Kristallkugel im Super-G. Zwei Rennen vor Saisonende führt sie die Disziplinenwertung nun mit 420 Punkten deutlich an. Die Neuseeländerin Alice Robinson, die in Soldeu nicht über Platz sieben hinauskam, liegt bereits 84 Zähler zurück. Aicher folgt mit 116 Punkten Rückstand auf Rang drei.
„Ich bin glücklich, es war ein solider Lauf“, sagte Goggia. An die Gesamtwertung wolle sie jedoch noch nicht denken: „Wir haben noch einige Rennen vor uns. Ich gehe von Tag zu Tag.“ Aicher zeigte sich trotz kleiner Fehler zufrieden, räumte aber ein, dass 116 Punkte in zwei Rennen schwer aufzuholen seien.
Aus österreichischer Sicht verlief auch das zweite Rennen in Soldeu enttäuschend. Beste ÖSV-Läuferin war Nina Ortlieb, die nach ihrem Sturz am Vortag als Neunte zeitgleich mit der Französin Romane Miradoli ins Ziel kam. „Wo ein Wille, da ein Weg. Man muss mutig bleiben“, sagte Ortlieb.
Für Cornelia Hütter reichte es nach überstandener Virusinfektion nur zu Platz 17. Unmittelbar dahinter klassierten sich Ariane Rädler und Nadine Fest. Die Kärntnerin Fest klassierte sich zum dritten Mal in Serie auf Rang 19. Weitere ÖSV-Athletinnen blieben außerhalb der Punkteränge. Hütter zeigte sich im Ziel sichtlich enttäuscht: „Mich hätte fast der Schlag getroffen, als ich meine Zeit gesehen habe. Vielleicht war ich zu sehr auf der Linie und bin ein bisschen in Schönheit gestorben.“
Bereits in der kommenden Woche wird der Weltcup im italienischen Val di Fassa fortgesetzt. Dort stehen von Freitag bis Sonntag zwei Abfahrten sowie ein weiterer Super-G auf dem Programm. Für Goggia bietet sich damit die nächste Gelegenheit, ihre Führung im Kampf um die kleine Kristallkugel weiter auszubauen. In der Abfahrt gibt es noch drei Chancen, die führende Lindsey Vonn zu überholen.
01.03.2026
Beim ersten von zwei Weltcup-Super-G in Soldeu setzte sich Emma Aicher souverän durch und meldete sich im Kampf um die Disziplinenwertung zurück. Die 22-jährige Deutsche gewann am Samstag vor Alice Robinson (+0,88sec) und Abfahrtssiegerin Corinne Suter (+0,98sec). Für Aicher war es der fünfte Weltcupsieg ihrer Karriere, der zweite im Super-G in diesem Winter.
Während sich Aicher über einen richtig spaßigen Lauf freute und betonte, dass sich die harte Arbeit bezahlt mache, verlief das Rennen für das österreichische Team enttäuschend. Beste ÖSV-Läuferin war Cornelia Hütter auf Rang zehn. Mehrere Teamkolleginnen verloren an einem schwierigen Sprung entscheidend Zeit oder schieden aus.
Besonders bitter endete das Rennen für Ricarda Haaser. Die Tirolerin stürzte schwer und musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden. Diagnose: Fraktur des linken Schienbeinkopfs. Haaser wird zur weiteren Behandlung nach Österreich geflogen. Erst im Dezember war sie nach einem Kreuzband- und Innenmeniskusriss im rechten Knie, den sie sich bei der WM in Saalbach-Hinterglemm zugezogen hatte, in den Weltcup zurückgekehrt. Auch Nina Ortlieb, tags zuvor Zweite in der Abfahrt, kam zu Sturz, blieb jedoch unverletzt. Ariane Rädler, Julia Scheib, Emily Schöpf und Lena Wechner verloren am gleichen Sprung ihre Chancen auf eine Spitzenplatzierung und verpassten das Klassement.
Weitere Weltcuppunkte für Österreich holten Mirjam Puchner (14.), Nadine Fest (19.) und Lisa Grill (30.). Auf einen Podestplatz im Super-G warten die Österreicherinnen in diesem Winter damit weiterhin.
Im Disziplinweltcup führt weiterhin Sofia Goggia, die als Sechste 20 Punkte Vorsprung auf Robinson behauptete. Aicher liegt nun 96 Zähler zurück und verkürzte den Abstand deutlich. Olympiasiegerin Federica Brignone belegte nach einer fehlerhaften Fahrt Rang 15.
Am Sonntag bietet sich beim zweiten Super-G in Soldeu bereits die Chance zur Revanche, sowohl für die Österreicherinnen als auch für die Konkurrenz im Kampf um die kleine Kristallkugel.
28.02.2026
Nina Ortlieb verpasste ihren ersten Weltcup-Sieg in der Abfahrt nur hauchdünn. Die 29-jährige Vorarlbergerin musste sich am Freitag in Soldeu der Schweizerin Corinne Suter um lediglich 0,11 Sekunden geschlagen geben. Rang drei ging mit 0,24 Sekunden Rückstand an Italiens Speed-Spezialistin Sofia Goggia. Bereits am Samstag steht in Soldeu der erste von zwei Super-G-Bewerben auf dem Programm.
Nach der Enttäuschung bei den olympischen Speed-Rennen fand Ortlieb eindrucksvoll zurück in die Erfolgsspur. Schon im Training hatte sie mit Bestzeit aufgezeigt, im Rennen überzeugte sie mit einer nahezu fehlerlosen Fahrt. Die entscheidenden Hundertstel büßte sie wohl im oberen Streckenabschnitt ein, danach zog sie ihre Linie kompromisslos durch. Am Ende durfte sich die ÖSV-Läuferin dennoch über ihr erstes Podest in dieser Saison freuen.
Suter beendete mit ihrem insgesamt sechsten Weltcup-Sieg eine längere Durststrecke. Die 31-Jährige, die erst im Jänner nach einer Verletzung in den Weltcup zurückgekehrt war, feierte ihren ersten Erfolg seit vier Jahren. Entsprechend erleichtert zeigte sich die Schweizerin im Ziel. Sie habe Zeit gebraucht, um in der Abfahrt wieder volles Vertrauen zu finden, sagte Suter. Diesmal sei es ihr gelungen, die Handbremse zu lösen.
Ortlieb zog ebenfalls ein positives Fazit. Sie habe viel Engagement gezeigt und gewusst, dass ihr die Strecke liege. Nach Olympia sei es sportlich in die falsche Richtung gegangen, doch diese Woche habe sie das Blatt wieder gewendet, sagte die Vorarlbergerin.
Hinter dem Spitzentrio präsentierten sich weitere ÖSV-Läuferinnen solide. Cornelia Hütter belegte trotz eines überstandenen grippalen Infekts Rang sechs. Olympiasiegerin Breezy Johnson landete unmittelbar davor, ebenso wie die Deutsche Emma Aicher, die Vierte wurde. Mirjam Puchner wurde trotz Schmerzen nach einem Trainingssturz 13., Ariane Rädler kam nicht über Platz 14 hinaus. Ricarda Haaser und Nadine Fest teilten sich Rang 19, Lena Wechner holte als 26. ebenfalls Weltcup-Punkte.
Spannung im Kampf um die kleine Kristallkugel
Im Kampf um die kleine Kristallkugel spitzt sich die Lage weiter zu. Die verletzte US-Amerikanerin Lindsey Vonn führt mit 400 Punkten weiterhin die Abfahrtswertung an, doch Aicher rückte bis auf 96 Zähler heran. Auch Kira Weidle-Winkelmann und Goggia mischen im Titelrennen mit. Beste Österreicherin ist Ortlieb mit 212 Punkten auf Rang acht.
27.02.2026
Die Schweizerin Malorie Blanc sorgte am Samstag im Super-G von Crans-Montana für eine Überraschung. Die 22-Jährige gewann vor heimischem Publikum ihr erstes Weltcuprennen und setzte damit ein Ausrufezeichen beim letzten Bewerb vor den Olympischen Winterspielen in Italien. Bei strahlendem Sonnenschein verwies Blanc die Italienerin Sofia Goggia auf Rang zwei, Dritte wurde die US-Amerikanerin Breezy Johnson.
Beste Österreicherin war Ariana Rädler, die den siebenten Platz belegte. Unmittelbar dahinter klassierten sich Cornelia Hütter und Mirjam Puchner auf den Rängen acht und neun. Damit warten die ÖSV-Läuferinnen auch nach dem vierten Super-G der Saison weiter auf einen Podestplatz in dieser Disziplin. Weitere österreichische Starterinnen verpassten die Top 15.
Die Bedingungen präsentierten sich am Samstag deutlich verbessert. Am Vortag war die Abfahrt nach einem Sturz von Lindsey Vonn aufgrund von Schneefall, schlechter Sicht und schwierigen Pistenverhältnissen abgebrochen worden. Nur drei der sechs gestarteten Athletinnen hatten das Ziel erreicht.
Bei besten äußeren Bedingungen zeigte Blanc nun ausgerechnet vor Heimpublikum eine fehlerfreie Fahrt. Die Schweizerin, die nur wenige Kilometer vom Austragungsort entfernt lebt, ging mit Startnummer 17 ins Rennen und sicherte sich mit einem starken Lauf ihren Premierensieg im Weltcup. Zuvor hatte sie lediglich einmal auf dem Podest gestanden, im Vorjahr als Zweite in der Abfahrt von St. Anton.
Die Schweizerin musste um ihren Sieg jedoch lange zittern. Die Italienerin Laura Pirovano lag auf Bestzeitkurs, schied jedoch kurz vor dem Ziel aus. Auch Breezy Johnson setzte Blanc unter Druck, konnte deren Zeit letztlich aber nicht unterbieten. Johnson wurde Dritte und verdrängte damit Roberta Melesi aus Italien noch vom Podest.
Zwischen Blanc und Johnson platzierte sich Sofia Goggia, die mit Rang zwei ihre Führung im Super-G-Weltcup weiter ausbaute. Die Italienerin hatte in dieser Saison bereits den Super-G von Val d’Isère gewonnen. Die Deutsche Emma Aicher, Siegerin des letzten Super-G in Tarvis, schied nach Bestzeit im oberen Streckenabschnitt nach einem Fehler aus. Nach vier Saisonrennen gab es damit vier unterschiedliche Siegerinnen.
Rädler überzeugt aus österreichischer Sicht
Rädler zeigte sich mit Platz sieben zufrieden. Nach den schwierigen Bedingungen am Freitag sei sie zunächst vorsichtig gewesen, habe ihre Wut aber positiv nutzen können, sagte die Vorarlbergerin. Die Piste sei zwar unruhig, insgesamt aber gut zu fahren gewesen.
Nina Ortlieb belegte einen Tag nach ihrem Sturz in der Abfahrt den 19. Rang. Direkt dahinter landete Riesentorlauf-Spezialistin Julia Scheib, die erstmals in dieser Saison ein Speed-Rennen bestritt. Auch die Italienerin Federica Brignone feierte nach langer Verletzungspause ihr Comeback im Super-G und wurde 17.
Vonn verzichtet nach Sturz
Prominenteste Abwesende war Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerin hatte sich bei ihrem Sturz am Freitag einen Kreuzbandriss am linken Knie zugezogen. Den Super-G ließ die 41-Jährige aus, bereitet sich laut ihrem Trainer jedoch weiterhin auf Olympia vor. Auch die Norwegerin Marte Monsen stürzte im Rennen und erlitt eine Gehirnerschütterung. Zudem sind weitere Untersuchungen wegen einer möglichen Knieverletzung notwendig.
31.01.2026
Die Frauen-Abfahrt in Crans-Montana ist am Samstag nach mehreren schweren Stürzen vorzeitig abgebrochen worden. Bereits zu Beginn des Rennens sorgten schwierige Bedingungen für gefährliche Situationen auf der verkürzten Strecke. Betroffen waren die Österreicherin Nina Ortlieb, Marte Monsen aus Norwegen und der US-Star Lindsey Vonn.
Startläuferin Nina Ortlieb kam früh im Rennen an jener Stelle zu Sturz, an der sie sich vor fünf Jahren schwer verletzt hatte. Die Österreicherin blieb diesmal unverletzt. „Ich bin gut ins Netz eingeschlagen und habe Glück gehabt“, sagte Ortlieb nach dem Sturz. Sie verwies auf die anspruchsvollen Schneeverhältnisse, insbesondere im Zielhang, bei dem sich neben der Ideallinie u.a. durch den Neuschnee zahlreiche Wellen gebildet hatten.
Weniger glimpflich verlief der Sturz der Norwegerin Marte Monsen. Kurz vor dem Ziel geriet sie von der Linie ab, touchierte noch ein Tor und prallte mit hoher Geschwindigkeit ins Sicherheitsnetz. Beim Aufprall verlor sie ihren Helm und musste im Zielraum mehrere Minuten medizinisch versorgt werden, bevor sie abtransportiert wurde.
Kurz darauf stürzte auch Lindsey Vonn an derselben Schlüsselstelle wie Ortlieb. Die 41-Jährige griff sich unmittelbar an das linke Knie und klagte über Schmerzen. Zwar konnte sie selbstständig ins Ziel fahren, verschwand aber direkt danach zur medizinischen Abklärung in ein Behandlungszelt. Ihr Trainer Aksel Lund Svindal zeigte sich vorsichtig optimistisch, betonte jedoch, dass insbesondere Knie und Fuß untersucht würden. Den späteren Rennabbruch bezeichnete er als richtige Entscheidung.
Nach einer längeren Unterbrechung und der Fahrt eines Vorläufers entschied die Jury schließlich, das Rennen nach sechs gestarteten Athletinnen abzubrechen. Nur drei von ihnen hatten zu diesem Zeitpunkt das Ziel erreicht. Als Gründe wurden zunehmender Schneefall und sich verschlechternde Sichtverhältnisse genannt.
Die Entscheidung sorgte allerdings für Diskussionen. ÖSV-Läuferin Conny Hütter betonte, dass die Sicht aus ihrer Perspektive ausreichend gewesen sei und der Schneefall sogar geholfen habe, Konturen besser zu erkennen. Auch andere hätten den Abbruch nicht ganz nachvollziehen können, sagte Hütter, die auch als Athletensprecherin des FIS fungierte. FIS-Rennchef Peter Gerdol verwies hingegen auf veränderte Bedingungen und negatives Feedback der Vorläufer. Man wolle keine Verletzungen riskieren.
Eine andere Einschätzung kam von Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbandes. Er sprach von Fahrfehlern der Athletinnen und forderte Selbstkritik. Das Gelände in Crans-Montana sei anspruchsvoll, eine entsprechende Kurssetzung notwendig. Gerade vor Kurven hätten sich Fehler ergeben, die mit konsequenterer Fahrweise vermeidbar gewesen wären. Das Rennen wurde schließlich endgültig abgesagt. Verletzungen konnten nach ersten Informationen zwar vermieden werden, dennoch überschatteten die Stürze ein Weltcup-Wochenende, das für den Ort nach der tragischen Brandkatastrophe der vergangenen Wochen eigentlich ein positives Zeichen setzen sollte. Bereits morgen soll an derselben Stelle ein Super-G über die Bühne gehen.
29.01.2026
Mikaela Shiffrin sicherte sich beim Slalom in Spindlermühle(CZE) vorzeitig die Kristallkugel. Die US-Amerikanerin feierte mit einem überlegenen Sieg ihren siebenten Saisonerfolg und machte den Gewinn der kleinen Kugel bereits zwei Rennen vor Saisonende fix. Mit einem Vorsprung von 1,67 Sekunden verwies sie die Schweizerin Camille Rast auf den zweiten Platz, Dritte wurde die Deutsche Emma Aicher.
Shiffrin dominierte den Bewerb von Beginn an. Bereits nach dem ersten Durchgang lag die 30-Jährige mit Startnummer eins mit 1,26 Sekunden in Führung. Im Finale unterstrich sie ihre Überlegenheit mit erneuter Bestzeit und baute den Vorsprung weiter aus. Unsicherheiten ließ der US-Star über den gesamten Rennverlauf nicht erkennen.
Mit dem Erfolg gewann Shiffrin ihre neunte Slalom-Kristallkugel. Insgesamt hält sie nun bei 16 Weltcup-Kugeln, darunter fünf Gesamtsiege, zwei im Riesentorlauf sowie eine im Super-G. Der Sieg in Tschechien war ihr 71. im Slalom und der 108. Weltcup-Erfolg insgesamt. Im Slalom-Weltcup liegt sie vor den abschließenden Rennen in Åre und Hafjell uneinholbar 288 Punkte vor Rast.
Rast bestätigte ihre starke Saisonleistung und fuhr mit der zweitbesten Laufzeit im zweiten Durchgang noch von Rang vier auf das Podest. Für die Weltmeisterin von Saalbach war es bereits der fünfte Slalom-Podestplatz in diesem Winter. Sie bleibt zudem die einzige Athletin, die Shiffrin in dieser Saison in einem Slalom schlagen konnte. Aicher verteidigte ihren dritten Zwischenrang erfolgreich und erreichte ihren dritten Podestplatz im Slalom. Knapp am Podium vorbei schrammte Katharina Truppe. Der Österreicherin fehlten lediglich drei Hundertstelsekunden auf Rang drei. Dank der drittschnellsten Zeit im Finale verbesserte sie sich noch von Platz neun auf vier.
Eine starke Aufholjagd zeigte auch Katharina Huber. Die Niederösterreicherin machte im zweiten Durchgang sieben Plätze gut und belegte Rang sieben. Es war ihr bestes Ergebnis in dieser Saison. Ebenfalls nach vorne arbeitete sich Katharina Gallhuber, die sich um acht Positionen verbesserte und 14. wurde. Sorgen gab es aus österreichischer Sicht um Lisa Hörhager. Die 24-Jährige stürzte im ersten Durchgang, konnte zwar selbstständig ins Ziel fahren, wurde jedoch zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus gebracht. Hörhager hatte bereits zuvor mit einer Verletzung am linken Sprunggelenk zu kämpfen.
Vor den Olympischen Winterspielen stehen für die Frauen noch zwei Speed-Rennen in Crans-Montana auf dem Programm: Am Freitag eine Abfahrt, am Samstag folgt ein Super-G. Schon morgen gibt es die endgültigen Nominierungen für die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina.
25.01.2026
Sara Hector siegte beim Riesentorlauf im tschechischen Spindlermühle vor den US-Amerikanerinnen Paula Moltzan und Mikaela Shiffrin. Julia Scheib musste einen Rückschlag im Kampf um die kleine Kristallkugel hinnehmen. Die Steirerin schied im zweiten Durchgang nach einem Fahrfehler aus und ließ damit wichtige Weltcuppunkte liegen.
Hector nutzte ihre Halbzeitführung diesmal konsequent. Nachdem sie zuletzt am Kronplatz noch auf Rang drei zurückgefallen war, brachte sie in Spindlermühle die Bestzeit ins Ziel. Für die 33-jährige Schwedin war es der achte Weltcupsieg. Besonders im unteren Streckenteil machte sie entscheidende Zeit gut und fing Moltzan noch um 0,48 Sekunden ab.
Scheib war nach dem ersten Durchgang noch auf Podestkurs gelegen, riskierte in der Entscheidung jedoch zu viel. Bei der drehenden Kurssetzung verlor sie unmittelbar nach der zweiten Zwischenzeit den Ski und verpasste die Zielankunft. Trotz des Ausfalls bleibt die 27-Jährige mit 89 Punkten Vorsprung weiterhin Führende in der Riesentorlauf-Disziplinwertung vor der Schweizerin Camille Rast, die diesmal Vierte wurde. Hector liegt nach ihrem Sieg als Dritte der Wertung zwei Rennen vor Schluss 131 Punkte zurück.
Scheib zeigte sich nach dem Rennen selbstkritisch, aber zuversichtlich. Sie habe im zweiten Durchgang ein besseres Tempo gefunden, der Fehler sei jedoch an einer ungünstigen Stelle passiert. Insgesamt stimme die Form, sagte die Österreicherin, die erst am vergangenen Dienstag am Kronplatz ihren vierten Saisonsieg gefeiert hatte.
Paula Moltzan hatte mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang zwischenzeitlich auf ihren Premierensieg hoffen dürfen. Am Ende gab es für sie Rang zwei. Mikaela Shiffrin komplettierte das Podest und feierte ihren ersten Riesentorlauf-Podestplatz seit circa zwei Jahren. Bereits 2019 hatte sie ebenso in Spindlermühle Rang drei belegt. Der US-Amerikanische Superstar hält insgesamt schon bei 44 Podiumsplatzierungen im Riesenslalom.
Aus österreichischer Sicht war Nina Astner mit Platz 13 die Beste. Die 25-Jährige machte im zweiten Durchgang zehn Plätze gut und erzielte damit ihr zweitbestes Weltcupergebnis. Stephanie Brunner verbesserte sich zwar auf Rang 16, zeigte sich mit ihrer Leistung jedoch unzufrieden. Ricarda Haaser belegte in ihrer Comebacksaison Platz 19.
Eine herbe Enttäuschung erlebte Alice Robinson. Die Neuseeländerin verpasste als 37. den zweiten Durchgang mit über vier Sekunden Rückstand deutlich, womit auch ihre Chancen auf den Gewinn der Riesentorlauf-Wertung nahezu dahin sind.
Morgen steht in Spindlermühle noch ein Slalom auf dem Programm. Für mehrere Österreicherinnen geht es dabei um die letzten Startplätze für die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina. Die offizielle Nominierung erfolgt am Montag.
24.01.2026
Julia Scheib dominierte auch beim Riesentorlauf am Kronplatz und stieg nun endgültig in die Rolle der Olympiafavoritin in dieser Disziplin auf. Die 27-jährige Steirerin katapultierte sich mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang von Rang drei noch an die Spitze und feierte damit nicht nur ihren vierten Saisonsieg, sondern zugleich den 400. Weltcupsieg einer österreichischen Skirennläuferin.
Scheib drehte das Rennen mit einem beherzten zweiten Lauf komplett um und setzte sich 0,37 Sekunden vor der Schweizerin Camille Rast durch. Die zur Halbzeit führende Schwedin Sara Hector musste sich nach einem weniger dynamischen Finaldurchgang mit Rang drei begnügen. Für einen emotionalen Höhepunkt sorgte Federica Brignone: Die Italienerin belegte bei ihrem ersten Rennen nach schwerer Beinverletzung sensationell Platz sechs.
„Der Lauf war deutlich flüssiger als der erste, das ist mir entgegengekommen“, sagte Scheib. „Wenn man hier den Ski zu früh auslässt, kann es schnell gefährlich werden“, sagte die Steirerin. Für Scheib war es bereits der sechste Podestplatz im siebenten Saisonrennen.
Mit dem Erfolg in Südtirol baute die 27-Jährige auch ihre Führung im Riesentorlauf-Weltcup weiter aus. Nach sieben von zehn Rennen liegt sie 139 Punkte vor Rast. An den Gewinn der kleinen Kristallkugel wollte Scheib dennoch noch keinen Gedanken verschwenden: „In drei Rennen kann viel passieren. Ich konzentriere mich weiter nur auf mein Skifahren.“
Der Sieg hatte auch historischen Charakter: Es war nicht nur der insgesamt 400. Weltcuperfolg einer ÖSV-Läuferin, sondern zugleich der erste österreichische Sieg am Kronplatz überhaupt. Zuvor war ein siebenter Platz von Bernadette Schild im Jahr 2017 das beste Resultat gewesen, Scheib selbst war dort bislang nie besser als Neunte gewesen.
Abseits der Siegerin blieben die weiteren Österreicherinnen deutlich zurück. Nina Astner belegte nach einem Trainingssturz immerhin Rang 16 und durfte sich über ihr zweitbestes Saisonergebnis freuen. Stephanie Brunner und Franziska Gritsch folgten auf den Plätzen 17 und 18. Ricarda Haaser wurde 26.
Für große Emotionen sorgte Federica Brignone bei ihrem Comeback. 292 Tage nach ihrer schweren Verletzung meldete sich die 35-jährige Italienerin eindrucksvoll zurück und hielt lange Anschluss an die Spitze. „Ich war nur hier, um zu lernen. Ich wusste nicht, wo ich stehe“, sagte Brignone sichtlich bewegt. Die Hoffnung auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo habe sie zu diesem frühen Wettkampf-Comeback motiviert.
Einen Rückschlag musste hingegen Alice Robinson hinnehmen. Die Neuseeländerin, zweifache Saisonsiegerin im Riesentorlauf, kam nach ihrem Sturz im Super-G von Tarvis nicht in Schwung und belegte nur Rang 13. In der Weltcupwertung im Riesentorlauf liegt sie damit schon 248 Punkte hinter Scheib.
20.01.2026
Emma Aicher hat den Super-G von Tarvisio für sich entschieden. Die 22-jährige Deutsche feierte am Sonntag ihren vierten Weltcupsieg und setzte sich vor Lindsey Vonn aus den USA sowie der Tschechin Ester Ledecka durch. Aus österreichischer Sicht blieb Mirjam Puchner als Neunte mit 1,25 Sekunden Rückstand die beste Athletin, Cornelia Hütter belegte Rang zwölf.
Aicher zeigte eine nahezu fehlerfreie Fahrt und war über die gesamte Strecke die Schnellste. „Ich war von oben bis unten zufrieden. In den letzten Rennen waren immer kleine Fehler dabei, heute hat es gut gepasst“, sagte die Siegerin. Für die Deutsche war es der zweite Super-G-Sieg nach La Thuile 2025.
Hinter ihr bestätigte Lindsey Vonn einmal mehr ihre starke Saison. Die 41-Jährige wurde Zweite und stand damit in ihrem achten Rennen zum siebenten Mal auf dem Podest. „Es ärgert mich ein bisschen, dass es sowohl gestern als auch heute so knapp nicht zum Sieg gereicht hat. Hoffentlich sind die Zehntel in Cortina dann auf meiner Seite“, sagte Vonn, die bereits in der Abfahrt am Samstag Dritte wurde. Rang drei ging an Ester Ledecka, die sich mit einem soliden Lauf erneut in der Weltspitze zurückmeldete.
Österreichs Läuferinnen konnten auch im Super-G nicht ganz mit der Spitze mithalten. Mirjam Puchner zeigte zwar eine Fahrt mit stark schwankenden Zwischenzeiten, erzielte aber ihr mit Abstand bestes Saisonresultat in dieser Disziplin. „Es gab zwei Kurven, da brauchte man eine klare Linie. Die Sicht war okay“, sagte die Salzburgerin.
Cornelia Hütter fand erneut nicht zu ihrer Bestform. Nach Platz 18 in der Abfahrt kam sie im Super-G nicht über Rang zwölf hinaus. „Ich weiß, dass ich schnell bin, aber hier finde ich meinen Speed nicht. Ich arbeite viel, werde aber nicht schneller“, sagte die Steirerin selbstkritisch. Weitere Punkte sammelten Nina Ortlieb (17.), Ariane Rädler (18.), Ricarda Haaser (21.) und Nadine Fest (23.).
Drei Wochen vor den Olympischen Spielen fehlt den Österreicherinnen in den Speed-Disziplinen weiterhin die Konstanz. Cheftrainer Roland Assinger sprach zuletzt von mangelnder „Leichtigkeit“. Während sich für die Abfahrt ein Quartett abzeichnet, bleibt die Zusammensetzung des Super-G-Teams offen. Fix ist nur: Vor Olympia steht in dieser Disziplin nur noch ein weiteres Weltcuprennen (31.01./Crans Montana/SUI) auf dem Programm.
18.01.2026
Nicol Delago hat in Tarvis ihren ersten Weltcupsieg gefeiert. Die 30-jährige Italienerin gewann am Samstag die Abfahrt und setzte sich damit erstmals ganz oben auf das Podest. Delago verwies Kira Weidle Winkelmann aus Deutschland um 0,20 Sekunden auf Rang zwei, unmittelbar vor Lindsey Vonn aus den USA. Damit stand die 41-Jährige bereits zum sechsten Mal in dieser Saison auf dem Podium. Beste Österreicherin war Nina Ortlieb, die als Vierte 0,42 Sekunden auf die Siegerin verlor.
Delago bestätigte bei ihrem Heimrennen eindrucksvoll ihre starke Form, nachdem sie bereits im zweiten Training die Bestzeit aufgestellt hatte. Von Beginn an ließ Delago keinen Zweifel an ihrem Siegeswillen aufkommen. Nach zuvor drei zweiten und zwei dritten Plätzen im Weltcup gelang ihr im 133. Rennen endlich der lang ersehnte Premierenerfolg. Auch die routinierte Lindsey Vonn konnte daran nichts ändern und baute mit Rang drei trotzdem ihre Führung im Abfahrtsweltcup weiter aus.
„Ich kann es noch gar nicht richtig realisieren. Ich bin unglaublich glücklich mit meiner Fahrt“, sagte Delago nach dem Rennen. Die Strecke von Tarvis kam der Italienerin entgegen: „Hier kann man die Ski gut laufen lassen, es geht viel über Speed. Lange Kurven liegen mir mehr als enge, und das konnte ich heute gut nutzen“, fügte die 30-Jährige aus Brixen hinzu.
Vonn war neben ihrer Landsfrau Elena Curtoni die einzige aktive Athletin, die bereits beim letzten Weltcup-Rennen in Tarvis im Jahr 2011 am Start gestanden hatte. Damals siegte Anja Pärson aus Schweden. Für den Großteil des Feldes war die Strecke hingegen Neuland. Nina Ortlieb hatte sich im Training bestens zurechtgefunden und zählte nach starken Leistungen zu den Podiumsanwärterinnen. Im Rennen fehlten ihr letztlich 0,16 Sekunden auf Rang drei. „Die Fahrt war sauber und kontrolliert, vielleicht sogar zu kontrolliert“, sagte die Vorarlbergerin. „Im Training war die Piste härter, heute musste man feiner fahren. Die Bedingungen waren aber fair für alle.“ Nach ihrem Comeback nach schwerer Verletzung zeigte sich Ortlieb trotz verpasstem Podest zufrieden.
Mirjam Puchner musste sich bei schwierigen Sichtverhältnissen mit Platz elf begnügen. Die 33-Jährige verlor 1,35 Sekunden auf Delago. Die Salzburgerin muss weiterhin auf ihren zweiten Podestplatz in dieser Saison warten.
Weniger zufriedenstellend verlief das Rennen erneut für Cornelia Hütter. Die Siegerin von Val d’Isère kam nicht über Rang 18 hinaus und lag mehr als zwei Sekunden zurück. Auch Ariane Rädler (20.), Ricarda Haaser (22.) sowie Emily Schöpf (25.) und Christina Ager (27.) blieben unter den Erwartungen. Schon morgen folgt in Tarvis ein Super-G.
17.01.2026
Mikaela Shiffrin hat beim Nachtslalom in Flachau ihren 70. Weltcup-Sieg im Slalom gefeiert und damit einmal mehr Ski-Geschichte geschrieben. Die US-Amerikanerin verteidigte ihre Halbzeitführung vor 12 200 Fans souverän und setzte sich mit 0,41 Sekunden Vorsprung vor Landsfrau Paula Moltzan durch. Es war zugleich der erste US-Doppelsieg in einem Slalom seit 2022.
Für Shiffrin war es bereits der sechste Triumph in Flachau, womit sie sich erneut zur „Snow Space Salzburg Princess“ kürte. Mit ihrem insgesamt 107. Weltcupsieg baute die 28-Jährige zudem ihre Führung im Slalom-Weltcup auf Camille Rast auf 268 Punkte aus. Als Belohnung kassierte sie den mit 70.000 Euro dotierten Siegerscheck. Nirgendwo ist das Preisgeld höher.
„Das ist alles verrückt, so ein fordernder Hang mit vielen Wellen. Ich war richtig nervös, weil ich wusste, dass ich im zweiten Lauf nachlegen muss“, sagte Shiffrin. „Mit Paula als Letzte am Start zu stehen, war ein wunderschönes Gefühl“, fügte der US-amerikanische Superstar hinzu.
Moltzan musste sich erneut mit Rang zwei begnügen und wartet weiter auf ihren ersten Weltcupsieg. „Ich habe Mikaela noch selten besiegt, aber ich komme ihr näher. Das Niveau im Slalom ist extrem hoch, deshalb bedeutet mir dieser Podestplatz viel“, sagte die 31-Jährige.
Aus österreichischer Sicht sorgte Katharina Truppe für das Highlight des Abends. Die 29-Jährige fuhr beim siebenten Slalom der Saison den ersten Podestplatz für die ÖSV-Damen heraus. In einem spannenden Duell setzte sie sich um lediglich zwei Hundertstel Sekunden gegen die Schweizerin Camille Rast durch und wurde Dritte.
„Ich war vor dem zweiten Lauf extrem nervös. Die Fans haben mich getragen, diese zwei Hundertstel haben sie mir sicher gebracht“, sagte Truppe. Für sie war es der erste Podestplatz vor Heimpublikum und insgesamt der sechste ihrer Karriere. Fünfmal wurde sie Dritte und einmal einen Sieg(Aare 2025).
Einen Achtungserfolg verbuchte zudem Katharina Huber. Die Niederösterreicherin steigerte sich im zweiten Durchgang von Platz 16 auf Rang zehn und feierte damit ihren ersten Top-Ten-Platz der Saison. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt im Hinblick auf die Olympischen Spiele. „Im zweiten Lauf bin ich all-in gegangen. Das war sicher einer meiner besseren heuer“, sagte Huber.
Weniger glücklich verlief der Abend für Katharina Gallhuber. Nach Rang zehn im ersten Durchgang schied sie im Finale nach einem schweren Fehler praktisch aus dem Kampf um das Olympiaticket aus und fiel auf Platz 26 zurück. Weitere Weltcuppunkte gab es zudem Lisa Hörhager mit Rang 14 und Natalie Falch als 17.
Nightrace-Doppel in Flachau 2027
Das Nightrace im Alpinen Damen-Weltcup in Flachau wird 2027 zur Doppelveranstaltung. In Szene gehen sollen am 4. und 5.Jänner unter Flutlicht ein Riesentorlauf und ein Slalom. Ski Austria bekam dafür schon die Bestätigung der FIS. „Mit der Erweiterung um einen Riesenslalom wird die Erfolgsgeschichte nun um ein weiteres Kapitel bereichert“, sagte ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer, der auf die Rennen der Männer mit dem Doppel in Schladming verwies: „Zudem ist man effizienter und nachhaltiger, die nötige Infrastruktur für zwei Bewerbe zu nützen.“ Zuletzt gab es Riesentorlauf und Slalom 2016 in Flachau.
In Zunkunft 50 Weltcuprennen in einer Saison?
Der Plan der FIS, den Ski-Weltcup auf 50 Rennen pro Geschlecht auszubauen, stößt im ÖSV-Lager auf geteilite Reaktionen. Zustimmung kommt etwa von Nina Ortlieb, weil immer wieder Bewerbe abgesagt werden. „Umso mehr Rennen, umso mehr Chancen haben wir, dass wir Rennen haben“, sagte die Vorarlbergerin. RTL-Spezialist Stefan Brennsteiner ist ebenso für eine Ausweitung: „Ich habe nur eine Disziplin. Da freue ich mich über jedes Rennen, das es mehr gibt.“ Manuel Feller hingegen befürchtet sinkendes Interesse, wenn man jeden Tag Skifahren sehe. Auch das Verletzungsrisiko steige laut dem Tiroler.
Am kommenden Wochenende gibt es erst einmal zwei Rennen bei den Frauen. Es folgen eine Abfahrt und ein Super-G in Tarvis/Italien.
13.01.2026
Lindsey Vonn hat bei der Damen-Abfahrt in Zauchensee einmal mehr ihre außergewöhnliche Klasse unter Beweis gestellt. Obwohl die 41-jährige US-Amerikanerin angekündigt hatte, sich im Weltcup mit Blick auf die Olympischen Spiele im Februar zurückzunehmen, war sie am Samstag nicht zu schlagen. Auf der wegen starken Neuschnees verkürzten Strecke feierte Vonn ihren 45. Abfahrtssieg und den insgesamt 84. Weltcup-Erfolg.
Vonn setzte sich mit 0,37 Sekunden Vorsprung klar vor der Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie durch. Rang drei ging an die US-Amerikanerin Jacqueline Wiles, die bereits 0,48 Sekunden zurücklag. Die Österreicherinnen hingegen fanden keinen Rhythmus und erlitten ein extremes Debakel.
Beste ÖSV-Läuferin war Cornelia Hütter, die mit einem Rückstand von 1,01 Sekunden nur den 20. Rang belegte. Nadine Fest und Ariane Rädler wurden ex aequo 24. Carmen Spielberger (28.), Mirjam Puchner(29.) und Leonie Zuegg (30.) sammelten noch ein paar Weltcup-Punkte. Seit der Abfahrt 2010 in Haus im Ennstal, als ebenso Lindsey Vonn gewann, gab es nicht mehr so ein schlechtes Abfahrtsergebnis für den ÖSV.
Vonn verbindet mit Zauchensee besondere Erinnerungen, Vor bereits zehn Jahren gewann sie hier eine Sprintabfahrt. „Ich wollte meine letzte Abfahrt hier genießen“, sagte Vonn und zeigte sich selbst überrascht vom Sieg. Entscheidend sei die richtige Linienwahl gewesen: „Ich bin mehr gerade gefahren. Im Pulverschnee bist du sonst sofort weg. Zudem bin ich froh, dass neben dem richtigen Mindset auch mein Körper wieder mitspielt“, fügte die 41-Jährige hinzu.
Enttäuscht analysierte Cornelia Hütter ihr Rennen. „Ich war nicht auf der richtigen Spur“, so Hütter, die betonte, wie schwierig es sei, die optimalen Linien bei diesen Bedingungen zu erkennen. Auch Ariane Rädler sprach von einem frustrierenden Rennen.
Die starken Neuschneefälle hatten eine deutliche Verkürzung der Strecke notwendig gemacht. Gestartet wurde von der Gamskogelhütte, die Fahrzeit betrug rund 67 Sekunden. Damit blieb der Höhenunterschied aber ausreichend, um die Abfahrt regulär in einem Durchgang zu werten. Das einzige Training am Donnerstag hatte ebenfalls auf verkürzter Strecke stattgefunden, am Freitag war aufgrund des Wetters kein Training möglich gewesen.
Im Vorfeld des Rennens sorgten die Bedingungen für Diskussionen. Die Italienerin Sofia Goggia kritisierte, dass die Piste im Training ihrer Meinung nach nicht ausreichend präpariert gewesen sei. ÖSV-Damencheftrainer Roland Assinger wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete Goggias Kritik als überzogen. Eine geplante Besichtigung hätte den Athletinnen helfen sollen, sei aber wetterbedingt nicht zustande gekommen. Goggia beendete die Abfahrt nur als 17.
10.01.2026
Camille Rast hat in Kranjska Gora die Siegesserie von Mikaela Shiffrin im Slalom beendet. Nach zuletzt fünf Siegen in Folge (saisonübergreifend sogar sechs) der US-Amerikanerin musste sich die Ausnahmekönnerin diesmal geschlagen geben. Die Schweizer Weltmeisterin Rast fuhr am Podkoren zwei überragende Läufe, stellte in beiden Durchgängen die Bestzeit auf und setzte sich mit 0,14 Sekunden Vorsprung durch. Wendy Holdener komplettierte als Dritte ein starkes Schweizer Teamergebnis.
Shiffrin, die nach dem ersten Lauf nur eine Zehntel Sekunde hinter Rast gelegen war, zeigte im Finale erneut eine Fahrt auf höchstem Niveau. An den meisten Tagen hätte diese Leistung für ihren 70. Slalom-Weltcupsieg gereicht. Doch Rast konnte im zweiten Durchgang noch einmal zulegen und entriss der US-Amerikanerin mit 14 Hundertstelsekunden Vorsprung den Sieg. „Ich hätte nicht härter pushen können“, sagte Shiffrin und gratulierte der Siegerin, die sich auch den Riesentorlaufsieg am Vortag sicherte.
Aus österreichischer Sicht bestätigte Katharina Truppe ihre Konstanz. Die Kärntnerin belegte wie schon eine Woche zuvor am Semmering den fünften Platz und bleibt damit die verlässlichste ÖSV-Läuferin im Slalom. „Ich habe den Riesentorlauf eingepackt und mich voll auf den Slalom konzentriert. Es läuft einfach“, sagte Truppe, die in dieser Saison nun die Plätze 16, 6, 7, 4, 5 und 5 erreicht hat. Der Schweizerin Rast gönnte sie den Erfolg ausdrücklich: „Ich bin froh, dass sie einmal die Shiffrin geknackt hat. So wie sie im Flow ist, wird es noch spannend.“
Nach dem Saisonende von Katharina Liensberger ist Truppe derzeit die einzige verbliebene österreichische Hoffnung auf Spitzenplätze im Slalom. Katharina Huber landete auf Rang 16, Katharina Gallhuber wurde 21. Beide warten weiterhin auf ihr erstes Top-Ten-Ergebnis in dieser Saison. Natalie Falch, am Semmering noch Elfte, schied aus. Leonie Raich holte als 29. in ihrem siebenten Weltcuprennen erstmals Punkte. Franziska Gritsch schied aus. Lisa Hörhager verzichtete nach einem Einriss des Syndesmosebandes im linken Sprunggelenk kurzfristig auf ein Comeback.
Für einen historischen Moment sorgte Noa Szöllös: Die in Ungarn aufgewachsene Israeli holte als 28. die ersten Weltcuppunkte für ihr Land. Sie hatte sich mit der hohen Startnummer 70 für Lauf zwei noch qualifiziert. Die nächsten Rennen folgen wieder im Speedbereich mit Abfahrt und Super-G in Altenmarkt/Zauchensee.
04.01.2026
Julia Scheib hat beim Riesentorlauf in Kranjska Gora den dritten Weltcupsieg in Folge hauchdünn verpasst. Die Steirerin musste sich am Samstag nur der Schweizerin Camille Rast um 0,20 Sekunden geschlagen geben. Für Rast war es der erste Erfolg im Riesentorlauf. Das Podest komplettierte die US-Amerikanerin Paula Moltzan.
Scheib unterstrich einmal mehr ihre derzeitige Topform. Im sechsten Saisonrennen stand sie bereits zum fünften Mal auf dem Podium. Nach einem eher vorsichtigen ersten Durchgang zeigte die 27-Jährige im Finale eine starke Leistung und arbeitete sich von Rang fünf nach vorne. Auch wenn der angestrebte Hattrick ausblieb, baute Scheib ihre Führung im Riesentorlauf-Weltcup weiter aus. Vier Rennen vor Saisonende liegt sie nun 119 Punkte vor Rast und bereits 168 Zähler vor Alice Robinson, die im ersten Lauf ausschied.
„Im zweiten Durchgang ist mir fast alles aufgegangen, im ersten habe ich noch Zeit liegen lassen“, sagte Scheib im Ziel. An einen möglichen Gewinn der kleinen Kristallkugel denke sie jedoch noch nicht: „Es ist noch viel zu fahren, ich bleibe von Rennen zu Rennen fokussiert.“
Lob gab es auch von ÖSV-Alpinchef Christian Mitter. „Die Kurssetzungen waren sehr unterschiedlich, das hat viel Gefühl verlangt. Julia hat das mit hohem Grundtempo und sauberem Skifahren hervorragend umgesetzt.“
Der Sieg von Camille Rast hatte eine emotionale Note. Nach den tragischen Ereignissen in Crans-Montana gingen viele Athletinnen mit Trauerflor an den Start. „Es war eine schwierige Woche, aber der Sport kann auch positive Emotionen geben“, sagte Rast nach ihrem Erfolg. „Das Duell mit Julia war etwas Besonderes“, fügte die 26-Jährige hinzu.
Aus österreichischer Sicht blieb Scheib die einzige Läuferin im Vorderfeld. Stephanie Brunner kam über Rang 21 nicht hinaus, Ricarda Haaser rutschte nach solidem Beginn auf Platz 24 zurück. Die Tirolerin sammelt nach ihrer schweren Knieverletzung weiter Rennpraxis. Franziska Gritsch und Nina Astner verpassten den zweiten Durchgang.
Am Sonntag steht in Kranjska Gora noch ein Slalom auf dem Programm.
03.01.2026
Mikaela Shiffrin gewann den Weltcup-Slalom am Semmering nach einem ungewöhnlichen Protest und einer eindrucksvollen Aufholjagd. Die US-Amerikanerin setzte sich am Sonntag mit 0,09 Sekunden Vorsprung vor der Schweizerin Camille Rast durch. Dritte wurde Lara Colturi aus Albanien, die ihren ersten Weltcup-Sieg um 0,57 Sekunden verpasste. Beste Österreicherin war Katharina Liensberger auf Rang vier, knapp vor Teamkollegin Katharina Truppe.
Für Schlagzeilen sorgte Shiffrin bereits vor dem zweiten Durchgang. Nach der Besichtigung legte die Gesamtweltcupführende Protest gegen eine Haarnadel ein, die sie als unfahrbar und sicherheitsgefährdend bezeichnete. Die Jury gab dem Einspruch statt, der Lauf wurde umgesteckt. Eine erneute Besichtigung vor Ort war nicht mehr möglich, stattdessen erhielten die Teams ein Video der geänderten Streckenführung.
Die Bedingungen hatten es bereits im ersten Durchgang in sich: Tiefe Spuren und eine anspruchsvolle Kurssetzung führten zur höchsten Ausfallsquote in einem Slalom seit 25 Jahren. Nur 40 der 79 gestarteten Läuferinnen schafften es in die Wertung.
„Hier zu fahren war nicht sicher“, sagte Shiffrin nach ihrem Sieg. „Für mich war es kein Problem, aber für die Fahrerinnen weiter hinten war es nicht gut. Die Piste ist gebrochen, das geht besser. Es soll eine gute Show sein, aber die Läuferinnen sollen keine Angst haben.“ Sportlich hatte Shiffrin nach Platz vier im ersten Lauf einiges aufzuholen. Mit der klaren Laufbestzeit im zweiten Durchgang stellte die 30-Jährige die gewohnte Rangordnung wieder her und feierte ihren 69.Slalom-Erfolg. Rast, zur Halbzeit noch Führende musste sich wie im Riesentorlauf am Vortag mit Platz zwei begnügen.
Liensberger verpasste das Podest knapp, durfte sich aber über ihr bestes Saisonergebnis freuen. „Es war nicht leicht, im zweiten Durchgang die richtige Mischung aus Attacke und Linie zu finden“, sagte die Vorarlbergerin. Truppe bestätigte mit Rang fünf ihre konstante Form: „Ich habe im Ziel grün gesehen, ich kann mir nicht viel vorwerfen.“
Für einen Lichtblick aus österreichischer Sicht sorgte Natalie Falch. Die 21-Jährige fuhr mit Startnummer 56 als 20. ins Finale und verbesserte sich im zweiten Durchgang auf Platz elf – ihr bislang bestes Ergebnis im Weltcup. Die Aufregung um Shiffrins Protest konnte sie nicht nachvollziehen: „Das Video habe ich rechtzeitig bekommen. Es war alles fair“, sagte die Tirolerin.
Zahlreiche ÖSV-Läuferinnen wurden Opfer der schwierigen Bedingungen. Katharina Huber, Franziska Gritsch sowie die Nachwuchshoffnungen Leonie Raich und Slalom-Debütantin Valentina Rings-Wanner schieden bereits im ersten Lauf aus.
28.12.2025
Julia Scheib sorgte Samstag beim Weltcup-Riesentorlauf auf dem Semmering für einen viel umjubelten österreichischen Erfolg. Die Steirerin setzte sich in einem spannenden Rennen mit 0,14 Sekunden Vorsprung auf die Schweizerin Camille Rast durch. Platz drei ging an die Schwedin Sara Hector, die nach dem ersten Durchgang noch in Führung gelegen war. Mit ihrem dritten Weltcupsieg übernahm Scheib zudem die Führung im Riesentorlauf-Weltcup, in dem nun fünf von zehn Rennen absolviert sind.
Schon nach dem ersten Lauf war klar, dass es ein enges Rennen um den Sieg werden würde. Hector, Scheib und Lara Colturi(ALB) lagen innerhalb von nur 13 Hundertstelsekunden. Während Colturi im zweiten Durchgang auf dem Weg zu ihrem ersten Weltcup-Erfolg ausschied, legte Rast mit einer starken Fahrt eine neue Bestzeit vor. Scheib bewies danach große mentale Stärke: Trotz Rückstands drehte sie im unteren Teil der Strecke nochmals auf und übernahm die Führung. Hector konnte diese Zeit nicht mehr unterbieten.
„Ich habe nicht damit gerechnet, dass es am Ende reicht. Es war extrem unruhig und bis zum Ziel ein harter Kampf“, sagte Scheib. Für Österreich war es der erste Riesentorlauf-Sieg am Semmering seit Anna Veith vor 13 Jahren. „Ich weiß, dass ich bei jedem Rennen voll da sein muss, aber im Moment macht es einfach richtig Spaß“, so die Siegerin.
Sara Hector verpasste zwar ihren achten Weltcupsieg, durfte sich jedoch über ihren insgesamt 25. Podestplatz freuen. „Es war nicht einfach, vor allem als ich gehört habe, wie stark Julia unten gefahren ist. Aber Platz drei ist für mich in Ordnung“, sagte die Schwedin.
Ein starkes Ausrufezeichen aus österreichischer Sicht setzte auch Nina Astner. Die Tirolerin schaffte als 30. gerade noch den Sprung in den zweiten Lauf und verbesserte sich dort mit Laufbestzeit auf Rang zwölf. Es war ihr bisher bestes Ergebnis im Weltcup. „Der zweite Durchgang hat sich deutlich besser angefühlt. Die Piste wurde weicher und die frühe Startnummer war ein Vorteil“, sagte die 25-Jährige.
Katharina Liensberger befindet sich weiterhin auf der Suche nach ihrer Bestform und belegte Platz 14. Ricarda Haaser zeigte bei ihrem Comeback elf Monate nach einem Kreuzbandriss eine solide Leistung und wurde 20. Auch Franziska Gritsch punktete als 25.
Nicht für den zweiten Lauf qualifizierten sich Victoria Olivier und Debütantin Valentina Rings-Wanner. Stephanie Brunner, Viktoria Bürgler und Elena Riederer schieden aus.
Enttäuschend verlief das Rennen für Alice Robinson. Die bisherige Führende im Riesentorlauf-Weltcup schied trotz guter Zwischenzeit bereits im ersten Lauf aus. In der Disziplinenwertung rutschte die Neuseeländerin damit auf Platz zwei ab und liegt nun 88 Punkte hinter Scheib. „Ich habe alles versucht, aber manchmal geht ein Risiko im Skisport nicht auf“, sagte Robinson.
Am Sonntag wird der Heimweltcup auf dem Semmering mit einem Slalom fortgesetzt.
27.12.2025
Sofia Goggia gewann am Sonntag den Super-G von Val D´Isere und rehabilitierte sich damit für ihren folgenschweren Fehler in der Abfahrt am Vortag. Mit einer soliden Fahrt mit ungewöhnlich wenig Risiko setzte sich die 33-Jährige knapp vor der Neuseeländerin Alice Robinson (+0,15s) und der US-Amerikanerin Lindsey Vonn (+0,36) durch. Die Österreicherin Cornelia Hütter verpasste als Sechste um 0,48 Sekunden einen Podestplatz.
Nach Rang acht in der Abfahrt und einigen Fehlern, ging Goggia mit viel Wut im Buch und der nötigen Entschlossenheit in den zweiten Super-G der Saison. Diesmal blieb sie fehlerfrei und feierte ihren ersten Weltcupsieg seit Jänner dieses Jahres in Cortina d’Ampezzo.
Goggia selbst zeigte sich nach dem Rennen überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass es reicht. Ich bin die Linie zu rund gefahren und hatte noch Reserven.“ Nach dem emotionalen Vortag sei sie hochmotiviert gewesen: „Wenn man gewinnen will, muss man pushen.“ Es war ihr achter Weltcupsieg im Super-G und insgesamt der 27. Erfolg im Weltcup. Val d’Isère bleibt damit ein besonderer Ort für die Italienerin, die dort bereits vier Rennen gewonnen hat, darunter ein Double im Jahr 2021.
Alice Robinson bestätigte mit Rang zwei ihre starke Form. Nach ihrem ersten Super-G-Sieg in St. Moritz führt sie nun die Disziplinwertung vor Goggia an. „Ich genieße es, in zwei Disziplinen zu fahren und den Druck aufzuteilen“, sagte die Neuseeländerin. Nach ihrem Lauf musste das Rennen wegen starker Windböen kurzzeitig unterbrochen werden, konnte aber doch unter recht fairen Verhältnissen fortgesetzt werden.
Lindsey Vonn komplettierte das Podest. Die Rekordsiegerin von Val d’Isère stand damit wie schon am Vortag auf Rang drei und feierte ihren ersten Super-G-Podestplatz der Saison. „Vier Podestplätze in fünf Speed-Rennen, das ist schon okay“, bilanzierte der 41-Jährige Superstar zufrieden.
Cornelia Hütter konnte nicht an ihren Abfahrtssieg vom Samstag anknüpfen. Die Steirerin agierte im Super-G kontrollierter, aber weniger aggressiv. „Es war solide, aber nicht der Mörderrun, den es für Sofia gebraucht hätte“, analysierte Hütter und sprach von Passagen, in denen sie mehr hätte riskieren müssen.
Für eine positive Überraschung sorgte die Französin Camille Cerutti, die sich mit einer beherzten Fahrt auf Rang fünf schob und damit ihr bestes Weltcup-Ergebnis erzielte.
21.12.2025
Cornelia Hütter entschied die Abfahrt in Val D´Isere für sich und feierte damit nicht nur ihren ersten Saisonsieg, sondern auch den ersten Speed-Erfolg des ÖSV bei den Frauen in diesem Winter. Mit einer nahezu fehlerlosen Fahrt setzte sie sich vor der Deutschen Kira Weidle-Winkelmann und der US-Amerikanerin Lindsey Vonn durch.
Für die 33-Jährige war es der fünfte Weltcupsieg in der Abfahrt und der zehnte insgesamt. Zuletzt hatte Hütter Ende Februar 2025 in Kvitfjell ganz oben auf dem Podest gestanden. „Ich habe gemerkt, dass ich gut unterwegs bin und überall mitziehen kann. Dass es dann tatsächlich für Platz eins reicht, ist umso schöner“, sagte Hütter nach dem Rennen.
Nach durchwachsenen Trainingsleistungen steigerte sich die Steirerin im entscheidenden Moment deutlich. „Die letzten Tage waren schwierig, vor allem gestern. Umso erstaunlicher ist es, woher diese Fahrt heute gekommen ist“, fügte sie hinzu. In Val d’Isère stand Hütter bereits zum vierten Mal auf dem Podest, erstmals jedoch als Siegerin.
Der Erfolg hatte auch historische Bedeutung: Es war der erste österreichische Weltcupsieg in Val d’Isère seit acht Jahren und der erste Abfahrtserfolg an diesem Ort seit 1978. Gleichzeitig beendete Hütter eine Serie von 27 Abfahrten ohne ÖSV-Sieg.
Für eine Überraschung sorgte Kira Weidle-Winkelmann, die mit Startnummer eins den zweiten Platz belegte und ihren ersten Podestplatz seit knapp drei Jahren feierte. Lindsey Vonn wurde Dritte. Die US-Amerikanerin, die in Val d’Isère bereits siebenmal gewann, verpasste ihren achten Sieg im französischen Nobelskiort um 0,35 Sekunden, führt aber weiterhin die Abfahrtswertung an.
Mitfavoritin Sofia Goggia schien lange auf Kurs Richtung Sieg, wurde jedoch nach einem schweren Fehler im unteren Streckenabschnitt auf Rang acht zurückgeworfen. Aus österreichischer Sicht verpassten die weiteren Läuferinnen die Top Ten, Nina Ortlieb wurde als zweitbeste ÖSV-Athletin Elfte.
20.12.2025
Mikaela Shiffrin setzte ihre Machtdemonstration im Slalom-Weltcup ungebremst fort. Beim Nachtrennen in Courchevel feierte die US-Amerikanerin ihren vierten Sieg im vierten Saisonrennen dieser Disziplin und das erneut mit deutlichem Vorsprung. Wie schon zuvor distanzierte sie die Konkurrenz um mehr als eine Sekunde und fährt im Slalom weiterhin in einer eigenen Liga.
Auf dem anspruchsvollen Hang in Courchevel zeigte Shiffrin zwei kontrollierte und zugleich aggressive Läufe. Bereits nach dem ersten Durchgang sprach die Weltcup-Rekordhalterin von einem großartigen Lauf. Im Finale setzte sie auf eine perfekte Mischung aus Dosierung im oberen Teil und maximalem Tempo in den Übergängen. Somit war ihr der 105.Weltcupsieg nicht zu nehmen. Im Slalom war es auch schon der 68.Triumph.
„Es ist ein sehr herausfordernder Hang, jede macht hier Fehler. Wichtig ist, weiter zu attackieren“, sagte Shiffrin. Aktuell könne sie auf jede kleine Unruhe im Schwung reagieren, „wie mit einem Gaspedal im Kopf“. Den Erfolg schrieb sie einmal mehr ihrem gesamten Team zu, das sie auf Kurs halte. Sportlich wie mental.
Hinter Shiffrin klaffte eine große Lücke. Camille Rast aus der Schweiz wurde Zweite, hatte aber bereits 1,55 Sekunden Rückstand. Rang drei ging an die Deutsche Emma Aicher. Beste Österreicherin war Katharina Truppe, die mit Platz vier ihr bestes Saisonresultat erreichte. Acht Hundertstel fehlten der Kärntnerin auf ihren siebenten Weltcup-Stockerlplatz. „Es war von oben bis unten schwierig. Es ist schade, weil es so knapp ist, aber den vierten Platz nehme ich auch gern“, sagte Truppe, die im Finale nach Problemen im oberen Abschnitt stark aufdrehte. Ihre aufsteigende Form stimmt sie zuversichtlich: „So konstant war ich am Anfang der Saison noch nie“, sagte die Kärntnerin.
Enttäuschend verlief das Rennen für Katharina Liensberger. Die Vorarlbergerin schied im vierten Slalom bereits zum zweiten Mal aus. Trotz der Rückschläge bleibt sie kämpferisch: Aus solchen Momenten könne man am meisten lernen, sagte Liensberger. Neben ihr mussten auch prominente Namen einen Ausfall hinnehmen. Die Dominatorin der Vorsaison Zrinka Ljutic, die bislang stets auf dem Podest stehende Lara Colturi aus Albanien sowie die Österreicherinnen Katharina Gallhuber, Franziska Gritsch und Katharina Huber.
Insgesamt fielen die rot-weiß-roten Resultate durchwachsen aus. Nur drei der acht ÖSV-Läuferinnen sammelten Weltcuppunkte. Lisa Hörhager belegte Rang zwölf, Natalie Falch wurde 18. Beide erreichten damit ihr bisher bestes Weltcup-Ergebnis.
Nun folgen am Wochenende Abfahrt und Super-G im französoischen Val d´Isere. Für die Technikerinnen geht es nach Weihnachten am 27./28.12. am Semmering weiter.
16.12.2025
Der erste Damen-Super-G der neuen Weltcup-Saison endete am Sonntag in St. Moritz mit einem Premierenerfolg: Alice Robinson holte ihren ersten Sieg in dieser Disziplin. Die 24-jährige Neuseeländerin setzte sich auf dem anspruchsvollen Kurs knapp vor der Französin Romane Miradoli (+0,08 Sekunden) und der Italienerin Sofia Goggia (+0,19) durch. US-Star Lindsey Vonn belegte Rang vier. Beste Österreicherin war Cornelia Hütter als Neunte.
Für Robinson war es der siebente Weltcupsieg insgesamt, nach sechs Erfolgen im Riesentorlauf erstmals einer im Super-G und zugleich ihr erster Podestplatz in dieser Disziplin. „Ich habe mich in der ersten Abfahrt hier verloren gefühlt und mich dann voll auf den Super-G konzentriert. Ich kenne die Strecke gut und hatte einen klaren Plan. Der ist nun aufgegangen“, sagte Robinson.
Die Neuseeländerin fand auf der von US-Coach Alexander Hödlmoser gesetzten Strecke die schnellste Linie. Viele Konkurrentinnen taten sich hingegen schwer. Abfahrtssiegerin Emma Aicher stürzte (mehr im Text darunter) und Mirjam Puchner schied aus. Nina Ortlieb wurde als zweitbeste Österreicherin 13., Magdalena Egger klassierte sich trotz eines aufgegangenen Airbags auf Rang 15. Mit hoher Startnummer 57 fuhr Stephanie Brunner noch auf Platz 19, Ariane Rädler belegte Rang 25.
Vonn, die in St. Moritz ein starkes Wochenende mit Sieg und zweitem Platz in den Abfahrten gefeiert hatte, zeigte sich auch mit Rang vier zufrieden. „Es war ein super Wochenende. Heute habe ich nicht genug riskiert und hatte zu viel Respekt vor der Kurssetzung“, sagte die 41-Jährige. „Ich weiß aber, dass mein Tempo stimmt.“
Nur eine ÖSV-Athletin in den Top Ten
Hütter blieb als einzige Österreicherin in den Top Ten, haderte jedoch mit ihrer Fahrt. „Der Schnee ist sehr kompakt, da muss man sauber am Ski stehen. Ich hätte mehr angreifen und die Ski freier laufen lassen müssen“, analysierte die Steirerin selbstkritisch.
Egger dagegen hatte einen etwas ungewöhnlichen Zwischenfall: Ihr Airbag löste bereits während der Fahrt aus. „Ich wurde bei der ersten Welle nach hinten gedrückt, da ist der Airbag aufgegangen. Dass der Rückstand am Ende nicht größer war, hat mich überrascht“, sagte sie.
Ortlieb sammelte bei ihrem ersten Super-G nach der Verletzungspause mit Rang 13 wertvolles Selbstvertrauen. Ein Comeback in dieser Disziplin feierte auch US-Star Mikaela Shiffrin, die jedoch kurz vor dem Ziel ein Tor ausließ.
Der Saisonauftakt im Super-G begann mit rund 15 Minuten Verspätung. Ein Sprung im unteren Streckenteil musste kurzfristig entschärft werden, nachdem Vorläufer zu weit gesprungen waren und teilweise das nächste Tor verpasst hatten.
14.12.2025
Ein dramatischer Zwischenfall hat den Super-G-Weltcup der Damen in St. Moritz überschattet. Emma Aicher, Deutschlands große Hoffnung im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele, kam bei hoher Geschwindigkeit schwer zu Sturz und löste damit einen Schockmoment bei Zuschauern und Teamkolleginnen aus.
Die 22-Jährige verlor bereits im oberen Streckenteil nach einem Sprung die Kontrolle. Die Landung misslang, Aicher geriet aus dem Gleichgewicht, verkanntete und schlug auf der vereisten Piste hart auf. Dank des großzügigen Auslaufs touchierte sie nicht von einem Fangnetz. Der unter dem Rennanzug integrierte Airbag öffnete sich rechtzeitig und verhinderte Schlimmeres.
Nach bangen Minuten die Erleichterung: Aicher blieb unverletzt. Zwar verharrte sie zunächst im Schnee, konnte sich jedoch wenig später selbstständig aufrichten und die Strecke verlassen. „Ich habe den Sprung nicht sauber erwischt und bin hinten gesessen. Das war einfach dumm“, sagte sie später. „Ich habe sofort gemerkt, dass nichts passiert ist. Der Airbag ist aufgegangen, das war zwar eng, aber wichtig“, fügte die Deutsch-Schwedin hinzu.
Auch Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann zeigte sich erleichtert. Die Deutsche, die selbst mit Rang elf Vorlieb nehmen musste, verwies auf die Schwierigkeit der Strecke: „Es sind viele blinde Tore drin. Den Sprung haben viele unterschätzt, man kommt dort fast schneller hin als in der Abfahrt.“
Der Super-G-Kurs in St. Moritz gilt als technisch anspruchsvoll. Vor allem der sogenannte „Omega-Sprung“ stellte die Athletinnen vor große Probleme. Streckenhelfer mussten sogar Schnee von der Absprungkante abtragen, um die Flugphase zu entschärfen. Dennoch kam es zu mehreren brenzligen Situationen.
14.12.2025
Emma Aicher hat am Samstag die zweite Damen-Abfahrt in St. Moritz für sich entschieden und damit Lindsey Vonn den nächsten historischen Erfolg verwehrt. Die 22-jährige Deutsche setzte sich mit 0,24 Sekunden Vorsprung vor der US-Amerikanerin durch, die am Vortag als älteste Weltcupsiegerin Geschichte geschrieben hatte. Rang drei belegte Italiens Speed-Spezialistin Sofia Goggia (+0,29). Beste Österreicherin war Mirjam Puchner auf Platz fünf.
Für Aicher war es bereits der dritte Weltcupsieg ihrer Karriere, der zweite in einer Abfahrt. Nach Platz fünf am Vortag nutzte sie diesmal eine nicht ganz fehlerfreie Fahrt von Vonn konsequent aus. „Ich bin froh, dass ich meinen Plan umsetzen konnte. Ich habe versucht, einfach mein Ding zu machen und mich nicht mit den anderen zu beschäftigen“, sagte die Allrounderin.
Vonn zeigte sich trotz Platz zwei selbstkritisch. „Ich bin nicht wirklich zufrieden. Beim Sprung in der Mitte war ich zu eng und nicht gut in Balance“, analysierte die 41-Jährige. Gleichzeitig zog sie einen positiven Vergleich zur Vorsaison: „Wenn ich die Geschwindigkeit habe, ist alles möglich. Morgen gibt es im Super-G eine neue Chance.“
Hinter der viertplatzierten Weltmeisterin Breezy Johnson (USA) reihte sich Puchner als Fünfte als beste Österreicherin ein. Magdalena Egger wurde nach ihrem Podestplatz am Vortag Siebente, knapp vor Nina Ortlieb. Puchner zeigte sich zwiegespalten: „Platz fünf ist okay, aber ein bisschen enttäuscht bin ich schon. Die härtere Piste hat sich nicht ganz gut angefühlt.“ Insgesamt überwiege jedoch das Positive: „Ich bin konstant vorne dabei, das gibt Selbstvertrauen.“
Auch Egger zog ein zufriedenes Fazit. „Ich wollte ruhig bleiben und nicht alles riskieren. Das ist mir gut gelungen, vor allem im Mittelteil“, sagte die 24-Jährige. Ortlieb, die nach Verletzung ihr Comeback feierte, freute sich über Rang acht: „Dass mir das schon wieder gelingt, stimmt mich sehr zuversichtlich.“
Mit Ariane Rädler auf Rang zehn schafften es vier Österreicherinnen in die Top Ten. Enttäuschend verlief das Rennen hingegen für Cornelia Hütter, die mit Rang 16 deutlich hinter den Erwartungen blieb. „Das tut weh, aber jetzt heißt es weitermachen“, meinte die Steirerin und kündigte für den Super-G Kampfgeist an: „Sich selbst bemitleiden bringt nichts, ich werde zurückschlagen.“
13.12.2025
Bereits vor dem Rennen hatte Vonn angekündigt, in der „besten Form ihres Lebens“ zu sein und bestätigte dies in beeindruckender Art und Weise. Im bis dahin engen Bewerb setzte sie sich souverän durch und feierte ihren 83. Weltcup-Erfolg, den 44. in einer Abfahrt. In der ewigen Bestenliste liegt Vonn damit weiterhin hinter Mikaela Shiffrin (104) und Ingemar Stenmark (86).
Die vierfache Gesamtweltcupsiegerin war erst im vergangenen Winter nach fast sechsjähriger Pause auf die große Bühne zurückgekehrt. Hintergrund war eine erfolgreiche Knieoperation, bei der ihr eine Titan-Teilprothese eingesetzt worden war. Zwar blieb Vonn zunächst hinter ihren Erwartungen, doch mit einem Podestplatz im Super-G von Sun Valley im März deutete sie bereits an, dass der Anschluss an die Weltspitze möglich ist. Ihren bisher einzigen Abfahrtssieg in St. Moritz hatte sie vor rund 14 Jahren gefeiert.
Im Ziel zeigte sich Vonn emotional und überwältigt: „Alles ging so schnell, ich bin einfach nur glücklich. Ich habe mit meinem Vater telefoniert, er hat nur geweint vor Stolz. So habe ich ihn noch nie erlebt. Es sei ein „besonderer Tag“, sagte sie und betonte, wie wichtig das Vertrauen in Körper und Material sei: „Alle haben gesagt, dass ich das nicht schaffe. Aber unser Team hat einen großartigen Rhythmus gefunden“, fügte die Ausnahmeathletin hinzu.
Ihr Trainer, der ehemalige norwegische Skistar Aksel Lund Svindal, sprach von einem unglaublichen Lauf. Zwar habe er bei den ersten Zwischenzeiten gezweifelt, aber unten habe sie brutal aufgedreht. Vonn ergänzte: „Aksel versteht mich und den Druck. Wir ticken einfach gleich.“
ÖSV komplettiert das Podest
Für Magdalena Egger war der zweite Platz ein Karriere-Meilenstein. Die 24-Jährige, sechsfache Junioren-Weltmeisterin, hatte im Weltcup bislang einen 18.Platz aus der Abfahrt in Kvitfjell(NOR) 2025 als bestes Ergebnis vorzuweisen. In ihrem 31. Rennen gelang ihr der Sprung aufs Podium, in Gesellschaft von Puchner und Vonn. „Ich kann es kaum fassen“, sagte Egger. „Ich habe den Plan perfekt umgesetzt. Es ist wunderschön, wenn man darauf vertrauen kann und es aufgeht“, fügte sie hinzu.
Mit ihrem Sieg ist Vonn nun die älteste Weltcup-Siegerin der Geschichte, vor Federica Brignone, die mit 34 Jahren und acht Monaten zuletzt Rekordhalterin gewesen war. Bei den Herren hält dieses Alter-Limit weiterhin der Schweizer Didier Cuche mit 37 Jahren und 192 Tagen.
12.12.2025
Mikaela Shiffrin bleibt zu Saisonbeginn das Maß aller Dinge im Slalom-Weltcup. Die 30-Jährige feierte am Sonntag in Gurgl ihren zweiten Sieg im zweiten Saisonrennen und untermauerte damit einmal mehr ihre Ausnahmestellung. Mit zwei klaren Laufbestzeiten distanzierte die US-Amerikanerin die Konkurrenz deutlich: Lara Colturi, die für Albanien startende 19-Jährige, lag am Ende 1,23 Sekunden zurück. Weltmeisterin Camille Rast aus der Schweiz folgte mit 1,41 Sekunden Rückstand. Bemerkenswert: Dasselbe Podest hatte es bereits 2024 an exakt gleicher Stelle gegeben, ein seltenes Déjà-vu im Weltcup.
Für Shiffrin war es der 103. Weltcupsieg ihrer Karriere und der 66. im Slalom, womit sie ihren Vorsprung in den Statistiken weiter ausbaut. Die Gesamtweltcupspitzenreiterin präsentierte sich trotz winterlicher, teils anspruchsvoller Bedingungen einmal mehr in beeindruckender Stabilität. „Ich fühle mich momentan extrem sicher. Das war vielleicht einer der besten Slaloms, die ich je gefahren bin“, sagte sie nach dem Rennen. Nach einem engen ersten Durchgang habe sie im Finale den richtigen Hebel gefunden. Am kommenden Wochenende stehen für sie zwei Heimrennen in Copper Mountain auf dem Programm und die Chance, ihre Siegesserie weiter auszubauen.
Truppe kämpft sich im zweiten Lauf nach vorne
Für das österreichische Team gestaltete sich der Tag zunächst durchwachsen, doch Katharina Truppe sorgte mit einer beherzten Leistung im zweiten Durchgang für einen versöhnlichen Abschluss. Die 28-Jährige startete als Elfte ins Finale und arbeitete sich mit einer klaren Steigerung noch auf Rang sechs nach vorne. „Das Ergebnis tut richtig gut“, sagte Truppe. „Nach dem schwierigen Wochenende in Levi war es nicht einfach. Ich habe noch nicht den Flow, aber manchmal ist man schnell, obwohl es sich gar nicht so gut anfühlt“, fügte die Kärntnerin hinzu.
Cheftrainer Roland Assinger zeigte sich erleichtert über den Aufwärtstrend: „Kathi hat heute genau die Attacke gezeigt, die wir uns erhofft haben. Das ist wichtig für das ganze Team. Der Start in Levi war sehr zäh, aber hier gab es einige Lichtblicke, die uns Zuversicht geben.“
Liensberger erlebt Tiefpunkt
Weniger erfreulich verlief das Heimrennen für Katharina Liensberger. Die WM-Dritte von 2021 schied bereits im ersten Durchgang aus, nachdem sie nach einem frühen Steher kurz darauf die Linie nicht mehr halten konnte. Sichtlich enttäuscht sprach sie von einem Tiefpunkt: „Das Rennen war vorbei, bevor es richtig begonnen hat. Der dritte Schwung hat einfach nicht gepasst“, so Liensberger. Besonders bitter sei der Ausfall vor heimischem Publikum gewesen: „Es war eigentlich alles angerichtet.“
Die übrigen ÖSV-Athletinnen lieferten solide Leistungen ab: Katharina Huber beendete das Rennen auf Rang zwölf, knapp gefolgt von Katharina Gallhuber auf Platz 13. Franziska Gritsch (17.), Lisa Hörhager (19.) und Nathalie Falch (26.) komplettierten ein insgesamt durchwachsenes, aber immerhin breit aufgestelltes Mannschaftsergebnis.
Colturi bestätigt mit Rang zwei ihre Leistung
Mit Lara Colturi bestätigte die 19-jährige Ausnahmefahrerin ihre starke Frühform. Schon in Levi hatte sie überzeugt, nun folgte der zweite Podestplatz der Saison. „Es ist fantastisch, wieder am Podest zu stehen“, sagte die junge Athletin, die in Italien geboren wurde, inzwischen jedoch für Albanien fährt. Über Shiffrin fand sie erneut nur lobende Worte: „Sie ist ein Phänomen. Jeder versucht, so zu fahren wie sie, aber das ist unglaublich schwer.“
23.11.2025
„Es fallen 1.000 Kilo von den Schultern“, sagte die 25-Jährige, sichtlich erleichtert nach ihrem Premierensieg im Weltcup. Der zweite Lauf habe sich furchtbar angefühlt, gestand sie, doch am Ende reichte ihr Vorsprung knapp. Bereits im Vorjahr hatte Scheib mit Rang drei angedeutet, dass ihr der anspruchsvolle Gletscherhang liegt.
Auch Eva-Maria Brem meldete sich live zu Wort und gratulierte ihrer Nachfolgerin. „Ich freue mich wahnsinnig für dich. Ich weiß, was es dafür braucht“, meinte die Tirolerin und wünschte dem ÖSV-Team einen erfolgreichen Winter.
Während Scheib im Alleingang für das ÖSV-Highlight sorgte, blieben die übrigen österreichischen Läuferinnen weit hinter den Spitzenplätzen. Beste neben der Siegerin war Stephanie Brunner als 23., gefolgt von Nina Astner, die als 24. ihr bestes Weltcupergebnis erreichte. Katharina Liensberger schaffte als 30. gerade noch den Finaleinzug und verbesserte sich dort um drei Positionen.
Für mehrere ÖSV-Läuferinnen war bereits nach dem ersten Lauf Schluss. Spartentrainer Martin Sprenger blieb trotz Scheibs Sieges realistisch: „Wenn Julia ausfällt, heißt es Debakel.“
Brunner zeigte sich angesichts ihrer Platzierung frustriert: „Um einen 25. Platz herumeiern, dafür bin ich nicht da.“ Astner hingegen war zufrieden und hofft, heuer öfter ihr Potenzial zeigen zu können.
Scheib legte schon im ersten Durchgang den Grundstein für ihren Sieg, mit einem der größten Vorsprünge in der Sölden-Geschichte. Besonders im Steilhang fuhr sie der Konkurrenz davon. Die Steirerin führt ihren Formanstieg auf eine verbesserte Materialabstimmung zurück: „Es ist eine Vertrauensgeschichte. Es passt alles, ich kann Gas geben.“
Im Finale schrumpfte ihr Vorsprung zwar, auch weil die US-Amerikanerin Paula Moltzan bis zu einem schweren Fehler ihrerseits Druck machte. Letztlich setzte sich Scheib dennoch souverän durch. Moltzan, die vor Lara Gut-Behrami und Mikaela Shiffrin Zweite wurde, lobte ihre Trainingspartnerin: „Julia ist heute unglaublich gut gefahren, speziell im ersten Durchgang.“
Die hoch eingeschätzte Neuseeländerin Alice Robinson musste sich nach fehlerhaften Läufen mit Rang acht begnügen. Weltmeisterin Federica Brignone fehlte verletzt und hofft zumindest bis zu den olympischen Spielen im kommenden Februar fit zu werden.
25.10.2025
Mikaela Shiffrin, Rekord-Weltcupsiegerin und derzeit erfolgreichste Skirennläuferin der Welt, darf ab sofort den Ehrentitel „Doctor“ tragen. Wie sie in den sozialen Medien bekannt gab, wurde ihr vom renommierten Dartmouth College ein Ehrendoktortitel in „Humane Letters“ verliehen, eine Auszeichnung, die Persönlichkeiten zuteilwird, die sich in besonderer Weise sozial, humanitär oder philanthropisch engagieren. Die Universität in Hanover im US-Bundesstaat New Hampshire zählt zur angesehenen Ivy League.
Für die Familie Shiffrin ist es bereits die zweite „Dr.-Shiffrin“-Würde. Die 30-Jährige erinnerte in ihrem Posting an ihren 2020 verstorbenen Vater Jeff, der als Anästhesist selbst einen Doktortitel trug. Mit einem Augenzwinkern schrieb sie: „Wer hätte gedacht, dass wir einmal zwei Dr. Shiffrins in der Familie haben? Einer hat zwölf Jahre studiert, die andere fährt einfach nur Berge hinunter.“
Shiffrin veröffentlichte ihre Nachricht am Sonntag, dem Vatertag in den USA. In diesem Zusammenhang wurde der Moment für sie besonders emotional. „In den vergangenen 24 Stunden habe ich mich dir zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein bisschen näher gefühlt und dafür bin ich sehr dankbar. Alles Gute zum Vatertag. Ich vermisse dich, immer“, schrieb die zweimalige Olympiasiegerin und achtfache Weltmeisterin.
16.06.2025
Nach den beiden misslungenen Riesentorläufen hätte es niemand für möglich gehalten, doch Mikaela Shiffrin bewies einmal mehr, dass sie die beste Skiläuferin aller Zeiten ist und siegte beim Slalom in Sestriere. Es war der 100.Weltcupsieg der 29-jährigen US-Amerikanerin.
Der 23.Februar 2025 ist auf alle Fälle in die Skigeschichte eingegangen. Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin triumphierte beim Slalom im italienischen Sestriere und feierte somit ihren 100! Sieg im alpinen Skiweltcup. Es ist eine Marke, die wohl für die Ewigkeit halten wird. Zusätzlich war es ihr 155.Podest und hier zog sie mit dem Schweden Ingemar Stenmark gleich, der bei den Männern mit 82 Siegen immer noch den Rekord hält.
Schon im ersten Durchgang war Shiffrin vorangelegen, um sich dann im Finale souverän vor der Kroatin Zrinka Ljutic und ihrer Landsfrau Paula Moltzan durchzusetzen.
Am 29.12.2011 machte Shiffrin das erste Mal auf sich aufmerksam. Beim Slalom in Lienz(Österreich) landete sie hinter der Österreicherin Marlies Schild und der Slowenin Tina Maze auf dem dritten Platz und holte damit ihr erstes Podium ihrer Karriere im Alter von 16 Jahren und neun Monaten. Der erste Weltcupsieg folgte knapp ein Jahr später am 20.12.2012 in Aare(Schweden) im Slalom. Mittlerweile hält die Ausnahmeathletin bei unglaublichen 63 Erfolgen im Torlauf und konnte bisher in jeder Disziplin gewinnen (Abfahrt 4, Super-G 5, Riesentorlauf 22, Kombination 1 und Parallelrennen 5). Dazu gab es fünf große und elf kleine Kristallkugeln sowie 15 Medaillen bei alpinen Skiweltmeisterschaften, davon acht in Gold. Außerdem darf sich Shiffrin bereits „Doppelolympiasiegerin“ nennen.
Mikaela Shiffrin erlebte aber nicht nur Positives in ihrer Karriere. Es war viel mehr ein Wechselbad der Gefühle. Mehrere Verletzungen unterschiedlichen Ausmaßes und vor allem die Todesfälle ihres Vaters Jeff und ihrer Oma Pauline waren schwierige Prüfungen, die die US-Amerikanerin durchleben musste. Immer wieder kam die fünffache Gesamtweltcupsiegerin zurück und bewies ihre außergewöhnliche Qualität.
Auf das viel ersehnte Interview nach dem großen Triumph musste man sich noch ein wenig gedulden, da Shiffrin sehr emotional erst einmal mit ihrer Familie und ihrem Team feierte und den Moment des Erfolges genoss. "Es ist viel zu verarbeiten und ich bin ein bisschen überfordert, aber auch aufgeregt. Ich bin sehr dankbar", sagte die beste Skirennläuferin aller Zeiten. "Dass ich so lange auf den 100.Sieg warten musste, zeigt wie schwer es ist, zu gewinnen. Man darf es nicht erwarten, aber wenn es passiert, muss man es wertschätzen und ich wertschätze es sehr. Vor allem, wenn ich sehe wie stark die anderen heuer fahren", fügte eine sichtlich gerührte Mikaela Shiffrin hinzu.
Ihr langjähriger Manager Kilian Albrecht brachte es auf den Punkt: „Es war eine brutale Reise, sie ist einfach einzigartig. Rekorde sind für sie nicht wichtig und sie weiß, wenn sie nicht gut fährt, dann wäre da alles nicht passiert.“
Die Slalomweltcup-Führende und Zweitplatzierte Zrinka Ljutic hatte auch nur lobende Worte für Shiffrin parat: „Ich bin froh, dass ich heute Zweite bin und dass ich heute mit Mikaela am Podest stehen darf. Es ist schön, mit der Größten am Podium zu sein und das miterleben zu dürfen.“
Kein Podest für Österreich
Weniger optimal lief es für die Athletinnen des ÖSV. Katharina Liensberger belegte zwar Platz vier, verlor allerdings einen Platz nach dem ersten Durchgang. Katharina Truppe, noch Fünfte nach Lauf eins, wurde am Ende Zwölfte. Katharina Huber wurde 18. und Katharina Gallhuber landete auf dem 24.Platz. „Es es war schwierig, man hat die Spuren treffen müssen, ich bin nicht in den Rhythmus gekommen. Für mich hat das nicht so gut funktioniert. Ich wollte ein gutes Skifahren zeigen, aber ich war zu verkrampft und zu verbissen. Ich muss für die nächsten Rennen in Aare ein lockerer werden“, sagte Katharina Truppe.
Eine Niederlage gab es für die Schweizerinnen. Während Wendy Holdener nur den neunten Rang belegte, schied Weltmeisterin Camille Rast im ersten Durchgang beim letzten Tor aus und zog sich eine schwere Hüftprellung zu. Die nächsten Rennen steigen wieder im Speed-Bereich mit zwei Abfahrten und einem Super-G im norwegischen Kvitfjell.
23.02.2025
Die beiden Freundinnen Johnson(li.) und Shiffrin erobern Gold bei der neu erfundenen Teamkombination.
Foto: APA/afp Dimitar Dilkoff
Mikaela Shiffrin und Breezy Johnson sicherten sich bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Saalbach/Hinterglemm die Goldmedaille in der neu geschaffenen Teamkombination. Silber ging an das Schweizer Duo Wendy Holdener und Lara Gut-Behrami. Österreich stand mit Katharina Truppe und Stephanie Venier als Dritte wieder am Podest.
Der neue Bewerb, der bei den vergangenen Juniorenweltmeisterschaften in Haute-Savoie(FRA), bereits erfolgreich getestet wurde, wurde mit großem Wohlwollen der Athletinnen und der Fans angenommen. 26 Teams, bestehend aus einer Abfahrerin und einer Technikerin, waren am Start. Am Ende wurden ganz einfach die Durchgänge aus Abfahrt und Slalom zusammengezählt.
Als schnellste im Speedbereich erwies sich Super-G-Bronzemedaillengewinnerin Lauren Macuga aus den USA, gefolgt von einer starken Emma Aicher(GER) und der Österreicherin Mirjam Puchner.
Im Slalom wurde dann in gestürzter Reihenfolge gefahren und das Ergebnis wurde gehörig durcheinander gewirbelt. Die Schweizerin Wendy Holdener fuhr die beste Zeit im Slalom und brachte ihr Team von Platz zwölf bis zur Silbermedaille. Nicht vorbei kamem die beiden an Superstar Mikaela Shiffrin und Abfahrtweltmeisterin Breezy Johnson. Beide US-Amerikanerinnen brachten einen soliden Lauf ins Ziel, was am Ende zu Gold reichen sollte. „Ich war die ganzen Tage emotional. Es war nicht leicht, sich vom Riesentorlauf zurückzuziehen und im Team zu starten. Aber die Einladung von Breezy hat mir auch Mut gegeben und jetzt stehe ich mit Gold da“, strahlte die 29-Jährige, die zuvor eine Anfrage für den Bewerb von Altstar Lindsey Vonn noch abgewiesen hatte. Johnson fügte hinzu: „Diese Goldene ist schon ganz anders als in der Abfahrt. Man will natürlich für sich gewinnen, aber es ist schon sehr schön, diese Medaille zu teilen. Man hat auch Verantwortung für das Team.“ Mikaela Shiffrin eroberte bei Weltmeisterschaften schon ihr 15.Edelmetall, das achte davon in Gold. Nach ihrer Verletzung im vergangenen Dezember ist Shiffrin auf dem besten Weg zurück zu alter Stärke.
Bronze für Österreich
Große Freude gab es einmal mehr für Österreich. Zum fünften Mal in Serie stand Ski Austria auf dem Podest. Das Nummer „Österreich 1“, für das Katharina Liensberger und Mirjam Puchner an den Start gingen, kam nur auf Platz fünf. „Österreich 2“ mit Katharina Huber und Cornelia Hütter reihte sich als Sechste ein. Doch „Österreich 3“ mit Katharina Truppe und Stephanie Venier belohnte sich mit dem Podest. Die Super-G-Weltmeisterin kam in der Abfahrt auf den siebenten Rang, jedoch mit sehr wenig Rückstand auf die Spitze. Truppe versuchte die richtige Mischung aus Angriff und Dosierung in gefährlicheren Passagen zu finden und die Rechnung ging auf. „Wie die ersten gescheitert sind, dachte ich, es könnte etwas gehen. Auf dem Schleudersitz haben wir dann ordentlich gezittert. Wir haben uns so gefreut, das hat man, glaube ich, gesehen“, sagte Venier, die äußerst positiv bilanzierte: „Ich bin als Skirennläuferin Venier gekommen, jetzt verlasse ich Saalbach als Weltmeisterin und Bronzemedaillengewinnerin.“
Das vierte österreichische Team mit Katharina Gallhuber und Christina Ager belegte Platz 21.
Morgen folgt der Teambewerb der Männer. Während Superstar Marco Odermatt pausieren wird und sich auf den Riesentorlauf am Freitag vorbereitet, starten die beiden Schweizer Franjo van Allmen (Abfahrt) und Loic Meillard(Slalom) wahrscheinlich als das Team, das es zu schlagen gilt. Österreich wird u.a. Techniker Manuel Feller und Abfahrts-Vizeweltmeister Vincent Kriechmayr ins Rennen schicken. Näheres gibt es morgen ab 10Uhr (Abfahrt) und 1315Uhr mit dem Slalom.
11.02.2025
Perfektes Wetter, perfekte Piste, ausverkauftes Haus, perfekter Ausgang für Österreich. Genau mit diesen Worten lässt sich das erste Einzelrennen der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm optimal beschreiben.
Stephanie Venier nützte die Startnummer sieben bestens aus und holte ihre erste Goldmedaille bei alpinen Skiweltmeisterschaften. Davor legte eine der beiden Topfavoritinnen, Federica Brignone (ITA) – die andere war die 45-fache Weltcupsiegerin Lara Gut-Behrami aus der Schweiz – eine Spitzenzeit hin, die schon sehr nahe an der perfekten Fahrt war.
Venier jedoch konterte prompt und unterbot die Marke der Italienerin noch einmal um 0,10 Sekunden. Danach scheiterte eine starke Athletin nach der anderen an der führenden Venier. Einzig die Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie fuhr im unteren Teil des Rennens deutlich schneller, verspielte aber Gold bereits im Mittelteil. Am Ende teilte sich Lie die Bronzemedaille mit der US-Amerikanerin Lauren Macuga, die in dieser Saison schon in St.Anton beim Super-G ganz oben am Podest stand.
„Ich habe heute so schlecht geschlafen, gefühlt habe ich kein Auge zugetan, ich war so richtig nervös vor dem Rennen. Eingefahren bin ich dann mit Riesentorlaufskiern anstatt mit Super-G-Skiern und habe dann ein gutes Gefühl aufgebaut“, so die ersten Worte der Tirolerin, nachdem ihr Sieg endgültig feststand. „Ich dachte mir wirklich, es könnte etwas werden, doch im Lauf ist es halt wieder etwas anderes“, fügte Venier hinzu. Die dreifache Weltcupsiegerin sollte Recht behalten. Ihre Bestzeit konnte von keiner Läuferin mehr getoppt werden. „Ich bin einfach erwachsener und reifer geworden. Voriges Jahr z.B. habe ich hier (Anm.: Saalbach-Hinterglemm) die Abfahrtskugel verloren und heuer Gold im Super-G gewonnen. Es kommt alles irgendwann zurück“, sagte die neue Weltmeisterin in dieser Disziplin.
Die Silbermedaille ging an die Italienerin Federica Brignone. Die 34-Jährige, die als Bank auf Edelmetall galt, war durchaus zufrieden: „Ich habe bei einer WM noch nie eine Super-G Medaille gewonnen, das war heute mein großes Ziel. Das ist nicht meine Strecke, es war sehr gerade, die Kurssetzung war sehr einfach. Da ist es nicht leicht, schnell zu sein“, so die Gesamtweltcupsiegerin von 2020.
Bronze teilten sich Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen und Lauren Macuga(USA). Besonders Lie freute auch die Goldmedaille von Stephanie Venier. „Es ist schön, wenn Österreich hier in Österreich eine Goldmedaille bekommt. Das ist gut für den Sport. Es ist verdient für Stephanie Venier. Außerdem ist es schön, meine Medaille mit einer anderen zu teilen. Ich bin wirklich zufrieden mit meinem Lauf und fühle mich jetzt wirklich gut“, sagte die 26-Jährige, die man auch in der Abfahrt auf der Rechnung haben muss.
Kein Wunschresultat gab es für die anderen Mitfavoritinnen. Lara Gut-Behrami kam nach mehreren kleineren Fehlern nur auf Platz acht. Sofia Goggia aus Italien musste sich mit Rang fünf begnügen und für Superstar Lindsey Vonn war nach wenigen Toren Endstation. Auch die ganz große Überraschung blieb aus.
Haaser mit Kreuzbandriss
Weniger gut verlief der Einzel-WM-Auftakt für den Rest der Ski-Austria-Läuferinnen. Ricarda Haaser erlitt bei ihrem Sturz einen Riss des Kreuzbandes und des Innenbandes im rechten Knie. Das ergaben die Untersuchungen im Klinikum in Hochrum. Die Tirolerin wird sich noch heute eine Operation unterziehen. Damit ist die Saison für die Bronzemedaillengewinnerin in der WM-Kombi 2023 zu Ende. Haaser hatte mit der Abfahrt, Team-Kombi und Riesentorlauf weitere WM-Starts in Aussicht. Nach ihrem Aus besteht laut ÖSV-Alpinchef Herbert Mandl die Möglichkeit einer Nachnomminierung. So könnte in der Abfahrt nun doch Ariane Rädler starten, obwohl die Vorarlbergerin in der Qualifikation gegen Haaser das Nachsehen hatte. Auch im Super-G verlief es für Rädler nicht nach Wunsch mit dem 21.Platz. Cornelia Hütter, einzige österreichische Saisonsiegerin in diesem Bewerb, war zu unentschlossen unterwegs und wurde Zehnte. „Es gibt Tage, da verliert man und Tage, da gewinnen die anderen. Das heute war so ein Tag. Mir war alles ein bisschen zu weit mit den Abständen. Ich bin heute einfach nicht in den Rhythmus gekommen“, sagte die Steirerin.
Morgen folgt dann das dritte Training für die Abfahrt und die Männer absolvieren ihren Super-G. Die Aufstellung aus ÖSV-Sicht klingt mit Vincent Kriechmayr, Rafael Haaser, Lukas Feurstein und Stefan Babinsky vielversprechend.
06.02.2025
Nach einem dramatischen Rennen gratuliert Vlhova Shiffrin zum Sieg in Flachau.
Foto: dietextbastelstube.at/Mußbacher
Mikaela Shiffrin triumphierte beim traditionellen Nachtslalom im österreichischen Flachau bereits zum fünften Mal und ließ ihre härteste Konkurrentin Petra Vlhova aus der Slowakei um 0,27 Sekunden hinter sich. Die Schwedin Sara Hector wurde Dritte.
Bei klirrend kalten Temperaturen war klar, dass es einmal mehr ein Duell der beiden besten Slalomläuferinnen werden wird. Im ersten Durchgang legte Petra Vlhova zwar vor, aber sie war nur 0,07 Sekunden schneller als Shiffrin. Der sehr direkt gesetzte erste Lauf schien zwar recht leicht, doch die eisigen Bedingungen forderten insgesamt 23 Ausfälle unter den 74 Starterinnen. Im Finale drehte der vom US-amerikanischen Trainer Magnus Andersson gesetzte Kurs mehr und besonders am Beginn wechselte Führung gleich mehrmals.
Mikaela Shiffrin ging als Vorletzte ins Finale und hatte die vermeintlich leichtere Aufgabe als Zweite vorzulegen, was der US-Amerikanerin auch souverän schaffte. Petra Vlhova gelang es bei den ersten beiden Zwischenzeiten ihre Führung sogar noch leicht auszubauen, aber bis ins Ziel war Shiffrin die Schnellere. 0,27 Sekunden Vorsprung brachten somit den 94.Weltcupsieg für die Ausnahmeathletin aus den USA.
„Es ist sehr emotional für mich. Die vergangenen drei Tage waren sehr kräfteraubend für mich. Vor allem nach Kranjska Gora wollte ich zeigen, dass ich es auf den Punkt bringe. Die Bedingungen hier liegen mir auch viel besser“, sagte Shiffrin, die für ihren Erfolg auch einen Siegerscheck von rund 63635 Euro überreicht bekam. Zudem ist es der bereits fünfte Erfolg beim beliebten Nachtslalom in Flachau: „Eigentlich ist es gar nicht so mein Hang. Es gibt andere Pisten, die liegen mir viel besser, aber heute war vielleicht auch ein bisschen Glück gegenüber Petra dabei“, ergänzte die 28-Jährige nach ihrem 57.Slalomsieg.
Dritte wurde Sara Hector aus Schweden. Die 31-Jährige erreichte erstmals in ihrer Karriere auch im Slalom ein Podium, nachdem sie zuvor im Riesentorlauf schon 14 Podestplätze erreichte.
Österreich ohne Chance auf das Podium
Nach den erfolgreichen Speedrennen in Zauchensee(AUT) gab es diesmal wieder etwas Ernüchterung im ÖSV. Katharina Liensberger schnitt als Siebente noch am besten für Österreich ab. Katharina Truppe kam nach ihrem Ausfall in Kranjska Gora(SLO) immerhin auf Rang 14. Dazu gab es für Marie-Therese Sporer(18.) zum zweiten Mal in dieser Saison Punkte.
Katharina Gallhuber, Katharina Huber und Nina Astner schieden allesamt im ersten Lauf aus. Franziska Gritsch verpatzte den ersten Durchgang und wurde mit großen Rückstand nur 44. Auch für Lisa Hörhager(35.) reichte es nicht für das Finale.
Dzenifera Germane carvt erstmals in die Top Ten
Eine unglaubliche Entwicklung legt zur Zeit die Lettin Dzenifera Germane hin. Die 20-Jährige, die vom US-Amerikaner Sasha Rearick betreut wird, bestritt erst ihr viertes Weltcuprennen und landete schon zum dritten Mal in den Punkten. Diesmal begeisterte sie sogar mit ihrer ersten Top-Ten-Platzierung als Achte. Erst vor vier bzw. drei Tagen gewann Germane in Zell am See außerdem zwei Europacupslaloms.
Bereits am kommenden Wochenende warten die Technikbewerbe im slowakischen Jasna. Nur 15 Kilometer entfernt von Petra Vlhovas Heimat stehen ein Riesentorlauf und ein Slalom auf dem Programm. Vielleicht mischt ja dort auch schon der lettische Shootingstar um die Podiumsplätze mit.
16.01.2024
Die Faust im Ziel war da, aber ab diesem Zeitpunkt begann das große Zittern für Cornelia Hütter - am Ende gab es Bronze.
Foto: SNAP
Marta Bassino überraschte beim WM-Super-G und holte Gold vor der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin und den ex aequo liegenden Cornelia Hütter und Kajsa Vickhoff Lie aus Norwegen.
Beim Super-G der alpinen Skiweltmeisterschaften im französischen Courchevel trumpfte Marta Bassino groß auf. Die Italienerin fuhr bei strahlendem Sonnenschein zu ihrem zweiten WM-Titel nach 2021 im Parallelbewerb von Cortina. Besonders im oberen Teil der Strecke lag die 26-Jährige noch deutlich hinter der Konkurrenz zurück, doch je länger das Rennen dauerte, umso schneller wurde Bassino. „Ich bin sehr glücklich und auch sehr emotional. Oben habe ich sehr viel Zeit verloren, erst ab der Mitte konnte ich meine Stärken ausspielen. Richtig schlimm war aber das lange Zittern im Ziel“, sagte die Italienerin. „Jetzt könnte ich am liebsten alle umarmen“, fügte sie hinzu. Bassino hatte bisher im Weltcup noch keinen Super-G für sich entscheiden können, viermal stand die Riesentorlaufspezialistin bisher am Podium in dieser Disziplin.
Die Silbermedaille ging diesmal an Mikaela Shiffrin. Die Frau, die alles kann, vergab wahrscheinlich im unteren Teil des Hanges die Chance, mit einer noch besseren Zeit dazustehen. „Es war das beste Rennen, das ich fahren konnte auf diesem Hang. Es war ein extrem schwieriger Lauf und ich bin echt froh, dass es so gut lief. Es gibt so viele starke Konkurrentinnen, da ist eine Silbermedaille großartig“, sagte Shiffrin unter Tränen über ihr 15.Edelmetall bei Großereignissen.
Bronze für Hütter
Eine positive Überraschung lieferten wieder die ÖSV-Damen ab. Im dritten Bewerb durfte Österreich bereits über die vierte Medaille jubeln. Cornelia Hütter ging mit Startnummer sechs in den WM-Super-G und baute den einen oder anderen kleinen Fehler bei ihrer Performance ein. Man konnte nicht sicher sein, wozu dieser Lauf reichen würde als sie sich ex aequo mit der Norwegerin Kajsa Vickhoff Lie vorerst an der Spitze klassierte. Auch für die Steirerin begann eine lange Zitterphase, denn eine Athletin nach der anderen klassierte sich hinter Hütter, die zuletzt nicht voll bei Kräften war. Nur Bassino und Shiffrin waren zuerst schneller. Als dann die Topfavoritinnen Lara Gut-Behrami, Federica Brignone und Sofia Goggia allesamt Hütters Zeit nicht schlagen konnten, schien Edelmetall fix. Die Slowenin Ilka Stuhec und Alice Robinson aus Neuseeland stellten danach die Nerven aller auf dem Podium noch einmal auf die Probe, aber es blieb bei Bronze. „Einerseits geht mir irrsinnig viel durch den Kopf und andererseits wieder nichts. Ich wollte einmal das gute Gefühl spüren, beim Skifahren schnell zu sein und das habe ich gespürt“, sagte Hütter, als die Medaille endgültig feststand.
Bei diesem WM-Super-G standen sogar vier Frauen auf dem Podest, denn Kajsa Vickhoff Lie landete ex aequo mit Cornelia Hütter an der dritten Position. Lie fuhr besonders im oberen Teil sehr stark und baute im Zielhang zwei Fehler ein, die ihr wahrscheinlich eine noch bessere Platzierung kosteten. „Mit der frühen Startnummer war es wirklich extrem zum Zittern. Es war so eng, aber jetzt bin ich einfach nur stolz“, sagte die 24-Jährige, die erst vor knapp zwei Jahren durch einem Schien- und Wadenbeinbruch zurückgeworfen wurde. Die Norwegerin ist nach ihrer ersten Medaille bei den Erwachsenen aber bereits auf weitere Erfolge fokussiert: „Heute war zwar richtig gut, aber am Samstag (Anm.: Abfahrt) möchte ich gleich noch mehr zeigen, was ich draufhabe.“
Kein weiterer Top-Ten-Platz für Österreich
Die restlichen Österreicherinnen enttäuschten allerdings bei diesem Rennen. Ramona Siebenhofer ging mit der im Super-G undankbaren Startnummer eins als Testpilotin in diesen WM-Lauf und wurde nur 17. Mirjam Puchner wurde der schwierige Technikteil zum Verhängnis – am Ende war es Rang 19. Tamara Tippler war bis zur letzten Zwischenzeit sogar auf Medaillenkurs, aber ein schwerer Fehler warf die Steirerin auf Platz 21 zurück.
Nun wartet schon morgen die Qualifikation für die Abfahrt. Ramona Siebenhofer, Tamara Tippler und Stephanie Venier kämpfen um den letzten Startplatz. Cornelia Hütter, Mirjam Puchner und Nina Ortlieb sind bereits fix für das Rennen am kommenden Samstag qualifiziert.
Ergebnis, WM-Super-G, Frauen:
GOLD: Marta Bassino ITA
SILBER: Mikaela Shiffrin USA
BRONZE: Cornelia Hütter
BRONZE: Kajsa Vickhoff Lie NOR
weiters:
17.Ramona Siebenhofer
19.Mirjam Puchner
21.Tamara Tippler
08.02.2023
Federica Brignone gewann Gold, Mikaela Shiffrin patzte und Österreich eroberte Bronze in der vermeintlich letzten alpinen Weltmeisterschaftskombination der Frauen. Aber alles der Reihe nach.
Zum Auftakt der 46.Ski-WM im französischen Meribel gab es die eine ganz große Favoritin auf die Goldmedaille, nämlich Mikaela Shiffrin. Der US-Amerikanische Superstar fuhr einen soliden Super-G und schaffte sich eine sehr gute Ausgangsposition, um die angestrebte Goldmedaille sicher zu erreichen. Auf der ausgezeichneten Slalompiste, die vom Deutschen Cheftrainer Andreas Puelacher gesetzt wurde, agierte die 27-Jährige gewohnt souverän, es schien alles klar für den ersten Rang, aber plötzlich kam Shiffrin aus dem Rhythmus und vier Tore vor dem Ziel folgte der Einfädler. Damit war die erste große Überraschung dieser WM perfekt. „Der Hang war bestens präpariert. Ich wollte bei jedem Tor genau am Punkt sein und ich war voll konzentriert. Ich musste großes Risiko gehen und dann passierte der Einfädler leider“, sagte die 85-fache Weltcupsiegerin. „Immerhin kann ich heute mitnehmen, dass ich schnell gewesen wäre, wenn ich durchgekommen wäre“, fügte Shiffrin hinzu.
Damit ging Gold an die Italienerin Federica Brignone. Die 32-Jährige lag wie schon bei der Heim-WM vor zwei Jahren in Cortina im Super-G klar vor ihren Konkurrentinnen und durfte als Erste den Slalom bestreiten. Damals schied Brignone im Slalom aus. Heute war außer einem kleinen Fehler im unteren Teil des Hanges nichts an der Fahrt auszusetzen. Es schaffte außer Shiffrin auch niemand annähernd an ihre Zeit heranzukommen. „Ich konnte während des Slaloms alles ausblenden und mich voll auf den Lauf konzentrieren. Mental war ich heute ruhig genug, um den perfekten Slalom für mich zu schaffen“, freute sich die Gesamtweltcupsiegerin von 2020.
Rang zwei sicherte sich Wendy Holdener. Die Schweizerin, die in dieser Disziplin bereits zweimal Gold holte, war im Torlauf die absolut Schnellste. „Ich liebe den Speed, ich liebe die Technik. Es ist mir vor allem Slalom voll aufgegangen“, jubelte Holdener, die in der Kombination bei Großereignissen schon fünfmal am Podest stand.
Erstmals Podest für Ricarda Haaser
Besonders erfreulich verlief der Bewerb für Österreich. Niemand wollte es laut sagen, aber man konnte es einer der startenden ÖSV-Athletinnen schon zutrauen, das Podium am Ende zu besteigen – und das gelang diesmal Ricarda Haaser. Die Tirolerin fuhr sowohl im Super-G als auch im Slalom solide ohne sichtbaren Fehler. Haaser, die im Weltcup davor noch nie auf einem Stockerl stand, schaffte dieses Ziel nun endlich. „Von mir wurde es am wenigsten erwartet. Ich habe heute gar nichts Spezielles gemacht, aber letztlich hat es bestens funktioniert“, sagte die 29-Jährige. „Es war nicht leicht in der Vergangenheit. Ich habe mich immer wieder zurückgekämpft und das Glück hat auch ein bisschen gefehlt“, ergänzte Haaser, die mit zwei Bandscheibenvorfällen zu kämpfen hatte.
Hinter der Tirolerin kam Ramona Siebenhofer auf den undankbaren vierten Rang und Franziska Gritsch komplettierte als Fünfte das hervorragende Ergebnis für Österreich. Cornelia Hütter verwendete den Super-G nur als Testlauf für den Spezial-Super-G übermorgen und verzichtete auf den Slalom.
Morgen haben die Männer die Chance nachzulegen. Neben Olympiasieger Johannes Strolz werden auch Titelverteidiger Marco Schwarz, Raphael Haaser, Stefan Babinsky und Vincent Kriechmayr für den ÖSV im Einsatz sein. Der Super-G startet um 11 Uhr und der Slalom folgt um 1430 Uhr.
Ergebnis, WM-Kombination, Frauen:
GOLD: Federica Brignone ITA
SILBER: Wendy Holdener SUI
BRONZE: Ricarda Haaser
weiters:
4.Ramona Siebenhofer
5.Franzsika Gritsch
DNS im Slalom: Cornelia Hütter
06.02.2023
Das heimliche Highlight war allerdings der Abflug von Hannes Zingerle. Der Südtiroler stürzte ins Ziel und sicherte sich trotzdem die zwischenzeitliche Führung. Am Ende wurde es Platz 14.
Foto: APA/ Erwin Scheriau
Der Schweizer Loic Meillard siegte beim erstmals ausgetragenen Nachtriesentorlauf in Schladming und führte einen Schweizer Doppelsieg vor Gino Caviezel an. Vor ca. 7 500 Zuschauern legte der 26-Jährige den Grundstein zu seinem Erfolg schon im ersten Durchgang, bei dem er eine überlegene Bestzeit hinlegte. „Im Riesentorlauf hat mir der Sieg noch gefehlt und das ist schon schön. Das Skifahren war ja immer da, aber eine Kleinigkeit hat meistens gefehlt. Im ersten Lauf war es echt gut und ich dachte mir, das muss auch im zweiten einmal klappen “, sagte der Sieger von zwei Weltcuprennen, der wahrscheinlich in fünf Disziplinen bei den kommenden Weltmeisterschaften in Courchevel an den Start gehen wird.
Gino Caviezel erreichte zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Podiumsplatz im Riesentorlauf. Auch der 30-Jährige legte die Basis zu diesem Erfolg schon im ersten Lauf. Im Finale schaffte es Caviezel, seinen Vorsprung zu verteidigen. „Ich fühle mich super auf dem Ski und ich habe einen tollen Speed gehabt. Es geht vorwärts und so macht es mir auf jeden Fall Spaß“ , war die kurze und knappe Antwort des Schweizers. Für die Schweizer Männer war es in dieser Saison bereits der neunte Sieg im 25.Rennen. Die Norweger sind hier spitze mit zwölf vollen Erfolgen. Außerdem fehlte bei den Schweizern das absolute Aushängeschild Marco Odermatt. Der Führende im Gesamtweltcup musste wegen seiner in Kitzbühel erlittenen Verletzung für heute passen und drückte seinen Teamkollegen im Ziel die Daumen – mit Erfolg.
Marco Schwarz erobert das Podest
Was im ersten Durchgang niemand für möglich gehalten hätte, wurde im Finale tatsächlich Realität. Marco Schwarz schaffte mit einer souveränen Laufbestzeit im zweiten Durchgang den Sprung von Platz 14 auf Rang drei. Nach dem Ausrutscher im Slalom gestern war das absolut wohltuend für den Kärntner: „Nach dem Rennen gestern und dem ersten Lauf heute bin ich megahappy. Ich habe im zweiten Durchgang die Spuren richtig getroffen und es ist mir vollaufgegangen. Es ist ein versöhnlicher Abschluss der Österreich-Tournee“, resümierte Schwarz sein Rennen.
Mit den Top Ten klappte es für die restlichen ÖSV-Athleten zwar nicht, aber Stefan Brennsteiner als Elfter und Raphael Haaser auf Rang Zwölf komplettierten ein solides Ergebnis. Manuel Feller schied nach Platz vier im ersten Durchgang im Finale aus.
Von der Not zur Dauerlösung
Eigentlich war das Nightrace als Riesentorlauf nur eine Notlösung, weil der ursprünglichge Riesentorlauf von Garmisch-Partenkirchen aufgrund von Schneemangel abgesagt werden musste. Da das Rennen aber bei Athleten, Funktionären und Fans vollen Anklang fand, ist es durchaus möglich, dass es in Zukunft vielleicht regelmäßig neben dem klassischen Nightrace als Slalom auch einen Riesentorlauf in der Nacht in Schladming geben könnte. Sowohl der neue OK-Chef vom Nightrace Hansjörg Stocker als auch FIS-Renndirektor Markus Waldner äußerten sich positiv über eine Fortsetzung dieser aus der Not entstandenen Idee.
Ergebnis, Riesentorlauf, Schladming, Männer:
1.Loic Meillard SUI
2.Gino Caviezel SUI
3.Marco Schwarz
weiters:
11.Stefan Brennsteiner
12.Raphael Haaser
20.Roland Leitunger
DNF2: Manuel Feller
DNF1: Joshua Sturm
DNQ: Lukas Feurstein(33.), Patrick Feurstein(38.)
Mikaela Shiffrin holt das Double am Kronplatz
Die US-Amerikanerin triumphierte auch beim zweiten Riesentorlauf am Kronplatz in Südtirol und feierte damit schon ihren 84.Weltcupsieg. Auf den Topwert von Ingemar Stenmark fehlen nur noch zwei Erfolge. Shiffrin schaffte diesmal allerdings nicht die Bestzeit in beiden Durchgängen, was bei den unglaublichen Auftritten im heurigen Winter aber wohl kein Thema für sie ist. „Ich war so müde heute. Ich hatte einige Fehler in meinem Lauf, aber es war trotzdem ein gutes Rennen. Es ist einfach unglaublich. Jetzt werde ich noch ein bisschen trainieren morgen, dann werde ich mich ein bisschen regenerieren und dann bin ich offen für die nächsten Ziele“, sagte die 27-Jährige, die bereits am kommenden Wochenende im tschechischen Spindleruv Mlyn mit dem Schweden Ingemar Stenmark in Sachen Weltcuprekord gleichziehen könnte.
Hinter Shiffrin kam etwas überraschend Ragnhild Mowinckel aus Norwegen auf Platz zwei, unmittelbar vor der Schwedin Sara Hector.
Für Österreich verlief das Rennen einmal mehr nicht Wunsch. Julia Scheib wurde schon zum dritten Mal in Folge beste Österreicherin in einem Riesentorlauf und wurde Elfte. „Mit dem zweiten Durchgang bin ich gar nicht zufrieden, den Zielhang habe ich überhaupt nicht so erwischt, wie ich es wollte. Es sind vielleicht auch ein bisschen die Punkte im Kopf mitgefahren. Das ärgert mich schon heute, weil viel mehr drinnen war“, sagte die 24-Jährige, die laut Frauen-Cheftrainer Thomas Trinker sehr gute Chancen auf einen WM-Startplatz im Riesenslalom hat.
Ergebnis, Riesentorlauf 2, Kronplatz, Frauen:
1.Mikaela Shiffrin USA
2.Ragnhild Mowinckel NOR
3.Sara Hector SWE
weiters:
11.Julia Scheib
16.Ricarda Haaser
22.Franziska Gritsch
23.Elisabeth Kappaurer
24.Elisa Mörzinger
28.Katharina Liensberger
DNQ: Ramona Siebenhofer(33.), Ricarda Haaser(35.),
Stephanie Brunner(45.), Nina Astner(46.)
25.01.2023
Der Franzose Clement Noel triumphierte zum ersten Mal beim Nachtslalom in Schladming in der Steiermark. Der 25-Jährige katapultierte sich im Finale noch von der achten Stelle zu seinem insgesamt zehnten Weltcupsieg. Vor über 40 000 Zuschauern gelang dem Olympiasieger ein Rennen ganz nach seinem Geschmack: „Die Saison war bisher sehr schwierig für mich. In Kitzbühel war ich noch ein bisschen traurig über meinen vierten Platz, aber heute bin ich mich absolut glücklich, bei so einem großen Rennen zu gewinnen. Jetzt ist mein Ziel die Weltmeisterschaft zu Hause(Anm.: Courchevel/Meribel).“ Es war das erste Podest für Noel in der laufenden Saison.
Ein weiterer starker Auftritt gelang auch Ramon Zenhäusern. Der Schweizer kam das erste Mal seit dem 14.März 2021 in Kranjska Gora wieder auf das Podium im Slalom. Der 2,01 Meter große Slalomspezialist hatte bisher immer seine Probleme mit dem Hang auf der Planai. Diesmal konnte er sich dank zweier starker Läufe mit dem Nightrace endlich versöhnen. „Nach der Schulterverletzung und den Rückenbeschwerden habe ich hier endlich ein starkes Ergebnis erreicht auf dem Hang, den ich eigentlich am wenigsten mag, weil ich bisher nie zurechtkam hier“, sagte der 30-Jährige.
Das Podest komplettierte der Norweger Lucas Braathen, der damit die Führung im Slalomweltcup verteidigte. „Es ist wirklich unglaublich nach Kitzbühel jetzt schon wieder am Podium zu stehen. Ich habe jetzt endlich das Selbstvertrauen, das ich brauche, um konstant vorne mitfahren zu können“, sagte der 22-Jährige. Weniger gut lief es für den Halbzeitführenden Henrik Kristoffersen. Der Norweger, der in Schladming bereits viermal triumphierte, fiel nach zwei schweren Fehlern auf der eisigen Piste an die elfte Stelle zurück.
Österreicher verpassten das Podest
Trotz guter Ausgangsposition gab es wieder keinen Stockerlplatz für das österreichische Team. Manuel Feller erreichte als Bester immerhin den vierten Rang. Fabio Gstrein(9.) kam noch in die Top Ten, der Rest der ÖSV-Techniker schlug sich unter dem Wert. Johannes Strolz baute insgesamt viel zu viele Fehler im Finale ein und klassierte sich auf Position 16. Marco Schwarz rutschte im zweiten Durchgang am Innenski aus und wurde zwar 25., machte aber aufgrund des zu großen Zeitrückstandes keine Punkte. Adrian Pertl schied im zweiten Lauf aus. Schon morgen gibt es wieder Hoffnung auf ein starkes Ergebnis, denn erstmals in der Geschichte wird bei den Männern ein Nacht-Riesentorlauf in Schladming ausgetragen. Der Bewerb ist das Ersatzrennen für den ausgefallenen Riesenslalom in Garmisch-Partenkirchen. Begonnen wird mit dem ersten Durchgang um 1745Uhr, das Finale folgt um 2045Uhr.
Ergebnis, Slalom, Schladming:
1.Clement Noel FRA
2.Ramon Zenhäusern SUI
3.Lucas Braathen NOR
weiters:
4.Manuel Feller
9.Fabio Gstrein
16.Johannes Strolz
25.Marco Schwarz
DNF2: Adrian Pertl
DNF1: Dominik Raschner
DNQ: Simon Rueland(33.), Michael Matt(35.)
Schauplatzwechsel: Mikaela Shiffrin stellt bei den Frauen einen neuen Rekord auf
Die US-Amerikanerin triumphierte zum 83.Mal im Weltcup und damit so oft wie keine andere Skirennläuferin vor ihr. Es fehlen auch nur noch drei Siege auf den Allzeitrekord beider Geschlechter, den der Schwede Ingemar Stenmark mit 86 Erfolgen hält. Die erst 27-Jährige holte am Kronplatz in Südtirol den ersten von zwei Riesentorläufen souverän mit Laufbestzeiten in beiden Durchgängen. Im Gesamtweltcup baute die Ausnahmeathletin ihren Vorsprung auf die erste Verfolgerin Lara Gut-Behrami aus der Schweiz auf unglaubliche 556 Punkte aus. Morgen wird Shiffrin auch im Riesentorlauf bereits mit dem roten Trikot antreten, denn hier gelang der Rekordhalterin mit dem Sieg heute ebenso der Sprung an die Spitze und sie löst damit die bisherige Führende Marta Bassino aus Italien ab.
Für Österreich blieb wieder die Ernüchterung. Julia Scheib wurde als Zwölfte Beste des ÖSV-Teams.
24.01.2023
Mikaela Shiffrin ist mit gerade einmal 27 Jahren die erfolgreichste Skirennläuferin aller Zeiten. Die US-Amerikanerin holte mit dem Triumph beim zweiten Riesentorlauf im slowenischen Kranjska Gora ihren 82.Weltcupsieg und zog mit ihrer Landsfrau Lindsey Vonn gleich.
Gestern war die Ausnahmeathletin mit Rang sechs im ersten Bewerb in Kranjska Gora noch hinter ihren eigenen Erwartungen geblieben, doch nur einen Tag danach schaffte Mikaela Shiffrin genau das, was ihr viele Experten bereits vor einigen Jahren prophezeiten. Die erst 27-Jährige dominierte schon den ersten Durchgang nach Belieben und verwies die Italienerin Federica Brignone und die Premierensiegerin von gestern, Valerie Grenier aus Kanada, auf die Plätze. Im Finale fuhr Shiffrin dann abermals in einer eigenen Liga und erreichte zur Feier des Tages gleich noch einmal Laufbestzeit. "Ich habe mich auf den Skiern wesentlich besser gefühlt als gestern. Ich war sehr aggressiv und aktiv und ich habe gestern noch sehr viel via Video analysiert und versucht, meinen Zugang zum Fahren etwas anders zu sehen. Es war eine Frage der mentalen Einstellung", sagte der US-Superstar unter Freudentränen.
Die vierfache Gesamtweltcupsiegerin hält nun bei 51 Erfolgen im Slalom, 17 im Riesentorlauf, dazu gewann sie je fünf Super-Gs und Parallelrennen sowie drei Abfahrten und eine Alpine Kombination – macht insgesamt 82 Siege. Obendrein fuhr sie zum 129.Mal im Weltcup auf ein Podium. Nach nur 18 Rennen in dieser Saison hält Shiffrin bei einem unglaublichen Vorsprung von 419 Punkten auf ihre erste Verfolgerin Petra Vlhova im Gesamtweltcup. Dass der US-Amerikanerin die Ziele aber nicht ausgehen werden, zeigt zB der aktuelle Stand im Riesentorlaufweltcup. Hier liegt sie noch 25 Punkte hinter der Italienerin Marta Bassino bei vier ausstehenden Konkurrenzen in dieser Disziplin. Auch der nächste Meilenstein ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Rekordmarke von 86 Siegen von Ingemar Stenmark rückt ebenso immer näher.
Das restliche Rennen wurde fast zur Nebensache. Federica Brignone holte erstmals in dieser Saison einen Podestplatz im Riesenslalom und wurde Zweite. Lara Gut-Behrami bestätigte ihre tolle Form und belegte Rang drei. Die Siegerin von gestern, Valerie Grenier, fuhr vor allem im zweiten auf nicht ganz fehlerfrei, wurde aber Sechste.
Wieder kein Top-Ten-Platz für Österreich
Weniger optimal war einmal mehr das Abschneiden der Österreicherinnen. Von elf gestarteten ÖSV-Athletinnen schafften es nur drei ins Finale. Hier lag Franziska Gritsch als beste auf dem enttäuschenden 22.Platz. Im zweiten Lauf konnten sich aber alle drei enorm steigern und hier stach die Steirerin Julia Scheib mit ihrem 13.Rang und damit ihrem besten Karriereergebnis hervor. „Es war harte Arbeit, ich habe hart gekämpft dafür, dass ich endlich ein zählbares Ergebnis schaffe. Ich bin teilweise schon ein bisschen in ein Loch gefallen, aber ich habe an mich geglaubt und das ist das Wichtigste. Man sieht, alles ist möglich“, sagte die 24-Jährige, die bereits mehrfach durch Verletzungen oder Krankheiten in ihrer Karriere zurückgeworfen wurde. Auch Stephanie Brunner konnte sich im Finale steigern und wurde 14. Franziska Gritsch landete an der 15.Stelle.
Alle anderen Österreicherinnen verpassten den zweiten Durchgang, teilweise sogar mit enormen Rückständen. Schon am kommenden Dienstag steht der nächste technische Bewerb auf dem Programm mit dem Nachtslalom in Flachau. Hier muss das Ziel ganz klar das Errreichen der Top Ten sein. Mikaela Shiffrin dagegen kann sich bereits dort in ihrer Spezialdisziplin zur alleinigen Rekordsiegerin küren.
Ergebnis, Riesentorlauf, Kranjska Gora
1.Mikaela Shiffrin USA
2.Federica Brignone ITA
3.Lara Gut-Behrami SUI
weiters:
13.Julia Scheib
14.Stephanie Brunner
15.Franziska Gritsch
DNQ: 31.Elisa Mörzinger, 37.Nina Astner, 38.Katharina Liensberger,
49.Katharina Truppe, 52.Elisabeth Kappaurer, 54.Ramona Siebenhofer,
59.Katharina Huber
DNF: Ricarda Haaser
08.01.2023
Tessa Worley sicherte sich tatsächlich noch die Spezialwertung im Riesentorlauf. Der Französin reichte ein vierter Platz im Rennen und überflügelte somit die Schwedin Sara Hector um 27 Punkte, die diesmal nur 14. wurde. Federica Brignone holte den Tagessieg, Österreich erlebte das nächste Debakel.
Spannender hätte der Saisonabschluss in Méribel nicht sein können. Sara Hector ging mit dem roten Trikot der Führenden im Disziplinenweltcup in den letzten Riesentorlauf des Winters. Tessa Worley, die nur fünf Zähler hinter Schwedin lag, hätte bereits eine Platzierung vor Hector gereicht, unter der Voraussetzung, dass beide die Top Ten erreicht hätten. Auch Mikaela Shiffrin hatte noch ihre Chancen. Allerdings hätte die US-Amerikanerin das Rennen gewinnen müssen und Hector nicht besser als Vierte werden dürfen.
Schon im ersten Durchgang war klar, dass Hector und Worley mit einer gewissen Nervosität zu Werke gehen und mit den Rängen 13 und acht deutlich hinter ihrem Potential lagen. Shiffrin dagegen fuhr eine überragende Laufbestzeit und nützte sowohl die noch eisigen Bedingungen auf der Piste als auch ihre Startnummer perfekt aus. Im großen Finale wendete sich das Blatt. Sara Hector schaffte es tatsächlich nicht, sich zu steigern und wurde nur 14., was am Ende für das Erreichen der kleinen Kristallkugel zu wenig war. Tessa Worley fuhr die beste Zeit im zweiten Durchgang heraus und wurde mit Rang vier belohnt, während Mikaela Shiffrin ihren großen Vorsprung aus Lauf eins nicht ins Ziel brachte und nur Siebente wurde. Somit gehört die Kugel zum zweiten Mal in ihrer Karriere nach 2017 Tessa Worley.
„Es ist unglaublich. Ich war so gestresst und dann musste ich noch unten warten, was passiert. Das alles zu Hause zu schaffen ist einfach genial“, freute sich Worley, die nur ca. 40 Autominuten von Méribel entfernt wohnt. Mikaela Shiffrin, deren Chancen auf den Sieg in der Riesentorlaufwertung nach dem ersten Lauf extrem gestiegen sind, wurde letztendlich Dritte in dieser Wertung. „Die Enttäuschung hält sich in Grenzen. Nach diesem tollen ersten Lauf wollte ich im zweiten Durchgang noch einmal so fahren, aber ich habe die Tore nicht mehr so erwischt wie ich es wollte“, sagte Shiffrin, die die Saison aber dennoch zum vierten Mal in ihrer Karriere als beste abschloss.
Italien hatte auch allen Grund zur Freude, denn Federica Brignone führte einen Doppelsieg vor Marta Bassino an. Petra Vlhova holte zum Saisonabschluss Platz drei.
Wieder kein Top-Ten Platz für den ÖSV
Einmal mehr miserabel verlief das Rennen für Österreich. Nur Katharina Truppe machte Punkte und das als 13. „Ich habe den ersten Durchgang komplett versemmelt und der zweite war um einiges besser. Ich konnte noch ein paar Körner zusammenklauben und bin froh, dass ich noch einmal ein paar Punkte gemacht habe“, sagte die Kärntnerin. Stephanie Brunner war zumindest im zweiten Durchgang Drittschnellste, allerdings reichte es nur zu Platz 17 im 100.Weltcuprennen der Tirolerin. Katharina Liensberger, Ramona Siebenhofer und Magdalena Egger verpassten ebenso Punkte wie Ricarda Haaaser, die im zweiten Lauf ausschied.
Henrik Kristoffersen gewinnt zum dritten Mal die Kugel im Slalom
Der Norweger Henrik Kristoffersen holte zum dritten Mal in seiner Karriere die kleine Kristallkugel im Slalom. Im letzten Rennen in Méribel reichte dafür ein zweiter Platz unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Atle Lie McGrath, der bereits zum zweiten Mal in Folge im Weltcup im Slalom triumphierte. Manuel Feller wurde als bester Österreicher Dritter und schloss die Spezialwertung im Torlauf als Zweiter ab. „Es war nicht die beste, aber auch nicht die schlechteste Fahrt von mir. Man hat heute unglaublich flinke Füße gebraucht, um vorne dabei zu sein. Generell war das eine Wahnsinnssaison und ich bin echt froh, dass ich mich gegenüber dem Vorjahr so steigern konnte“, sagte der Tiroler, der auch in der Riesentorlaufwerung in die Top drei kam. Dank eines neunten Ranges von Marco Schwarz, Platz zehn durch Michael Matt und Fabio Gstrein als 15., gewann Österreich nach zwei Jahren Pause auch wieder den Nationencup mit 257 Punkten Vorsprung auf die Schweiz, allerdings in der separaten Wertung der Männer fehlten Österreich 23 Zähler auf die Eidgenossen.
Weltcup, Riesentorlauf, Méribel, Frauen
1.Federica Brignone ITA
2.Marta Bassino ITA
3.Petra Vlhova SVK
weiters:
13.Katharina Truppe
ohne Punkte 17.Stephanie Brunner
19.Katharina Liensberger
20.Ramona Siebenhofer
22.Magdalena Egger
DNF2: Ricarda Haaser
Riesentorlauf-Weltcup, Endstand nach 9 von 9 Rennen:
1.Tessa Worley FRA 567 Punkte
2.Sara Hector SWE 540
3.Mikaela Shiffrin USA 507
weiters:
10.Katharina Truppe 203
14.Ramona Siebenhofer 140
15.Ricarda Haaser 127
21.Katharina Liensberger 104
24.Stephanie Brunner 76
28.Katharina Huber 63
32.Franziska Gritsch 49
39.Eilsa Mörzinger 23
Weltcup, Slalom, Méribel, Männer:
1.Alte Lie McGrath NOR
2.Henrik Kristoffersen NOR
3.Manuel Feller
weiters:
9.Marco Schwarz
10.Michael Matt
15.Fabio Gstrein
DNF1: Johannes Strolz
Slalom-Weltcup, Endstand nach 10 von 10 Rennen:
1.Henrik Kristoffersen NOR 451 Punkte
2.Manuel Feller 361
3.Atle Lie McGrath 348
weiters:
11.Johannes Strolz 245
12.Marco Schwarz 220
17.Michael Matt 181
26.Fabio Gstrein 113
36.Marc Digruber 42
38.Dominik Raschner 39
51.Christian Hirschbühl 10
20.03.2022
Das Weltcupfinale geht in die Zielgerade und es sind schon fast alle Entscheidungen gefallen. Der Riesentorlauf der Männer und der Slalom der Frauen in Courchevel/Méribel sind somit Rennen, in denen beide Geschlechter ohne jeglichen Druck den Hang herunterdüsen können. Bei den Männern, die ausnahmsweise ihren Riesentorlauf auf der Piste der Frauen austragen, ist einmal mehr der Schweizer Marco Odermatt der Schnellste im ersten Durchgang. Der frischgebackene Gesamtweltcupsieger kann sich sogar ein paar Fehler leisten, um die Konkurrenz immer noch in Schach zu halten. Während die Schweizer Athleten optimal performen und alle Läufer unter die ersten Sieben im ersten Durchgang bringen, schafft es mit Stefan Brennsteiner nur ein Österreicher in die Top Ten und das als Fünfter. „Am Beginn des Laufes habe ich ein bisschen geschaut, wie alles reagiert und ich habe gemerkt, am Schwungansatz spürt man den Ski nicht hundertprozentig“, sagt der Salzburger im Ziel, der im Finale noch alle Möglichkeiten hat. Die anderen Österreicher fahren ihrer Form doch hinterher. Manuel Feller liegt mit Startnummer drei schon fast im Schnee, kann sich aber mit etwas Respektabstand zu Odermatt noch ins Ziel retten. Marco Schwarz fährt bis zur letzten Zwischenzeit um eine Topplatzierung mit und wird dann doch nur 15. Patrick Feurstein verbremst seinen Lauf komplett und wird 22. Raphael Haaser scheidet nach der ersten Zwischenzeit nach einem Einfädler sogar aus. Optimistisch gesehen haben die Österreicher mit guten Startnummern im zweiten Lauf die Chance, das Feld von hinten aufzurollen.
Die Frauen haben noch ihren Slalom zu absolvieren und Lena Dürr legt hier einmal mehr die Bestzeit vor. Die Deutsche lag bereits bei den Olympischen Spielen und zuletzt in Aare in Front, verpasste aber beide Male einen Podestplatz. Das soll sich diesmal ändern. Allrounderin Michelle Gisin kann ihre Startnummer eins optimal ausnutzen und liegt hinter Dürr auf Lauerposition. Mikaela Shiffrin, die schon sechs Mal den finalen Slalom gewinnen konnte, steht in ihrem ersten Durchgang noch etwas auf der Bremse und wird vorerst Fünfte, unmittelbar hinter ihrer Dauerrivalin Petra Vlhova. Die ÖSV-Athletinnen fahren leider etwas hinten nach. Katharina Truppe ist zwar Achte, allerdings fehlen der Kärntnerin schon 1,43 Sekunden auf die führende Dürr. Katharina Huber(11.) und Katharina Liensberger(12.) haben noch viel Luft nach oben. Chiara Mair ist vorerst gar nur 21. und Letzte, darf aber von Glück reden, dass sie nicht mit einem Rutscher, der zu früh auf die Strecke gefahren ist, kollidiert ist. Katharina Gallhuber, eigentlich 16., verpasst aufgrund einer Disqualifikation den zweiten Durchgang.
Sechs Grad plus, Sonnenschein und eine ziemlich gesalzene Piste stehen den Athletinnen im Finale bevor. Chiara Mair geht als Erste ins Rennen, kann sich leider nicht steigern und wird am Ende 19. und Letzte. Da beim Weltcupfinale nur die besten 15 Athletinnen Punkte erreichen, geht die Tirolerin heute leer aus. Drei Österreicherinnen stehen noch am Start, aber keine kann ihr wahres Potential abrufen. Katharina Truppe verliert vier Positionen im zweiten Lauf und wird als beste Österreicherin nur Zwölfte. Katharina Liensberger folgt als 13., bleibt aber weit hinter ihren Erwartungen. „Ich habe versucht, die Skier mehr gehen zu lassen, aber es hat leider nicht funktioniert. Da habe ich einiges zu tun im Slalom bis zum Saisonstart“, sagt die Vorarlbergerin, die in der Slalomgesamtwertung noch auf Platz vier zurückfällt. Katharina Huber scheidet aus und damit ist einmal mehr die Ernüchterung im ÖSV-Team zu spüren. Immerhin steht der neue Cheftrainer der Frauen seit heute fest und er heißt Thomas Trinker, ist 47 Jahre alt und kommt aus der Steiermark. Er hat zuletzt seit 2018 im Nachwuchsbereich bei den Burschen gearbeitet und ist auch schon als Spartentrainer im Damen- und Männerbereich tätig gewesen. Trinker gilt als akribischer Arbeiter und als sehr konsequent. Man darf also trotz den zuletzt schwankenden österreichischen Leistungen mit Optimismus in die Zukunft schauen.
Zurück zur Gegenwart. Österreich ist zwar im heutigen Slalom weit hinten im Klassement, aber dafür zeigt unser südlicher Nachbar Slowenien auf. Andreja Slokar holt mit einem bravourösen zweiten Durchgang ihren ersten Sieg im Torlauf, dazu wird Ana Bucik noch Vierte. Lena Dürr, die den ersten Lauf noch dominiert hat, wird Zweite. Besonders erfreulich ist auch die Leistung der Juniorenweltmeisterin aus Kroatien, Zrinka Ljutic, die Fünfte wird. Die Slowakin Petra Vlhova stemmt am Ende die kleine Kristallkugel im Disziplinenweltcup in die Höhe und darf sich heute immerhin über Rang drei freuen. Für Mikaela Shiffrin gibt es nur Platz acht und das, obwohl ihr Trainer Mike Day den finalen Durchgang ausgesteckt hat.
Besser läuft es für Österreichs Männer im Riesentorlauf. Manuel Feller verpasst Punkte zwar hauchdünn als 16., dafür kann sich Stefan Brennsteiner als Vierter einen Spitzenplatz sichern. „Der Lauf war durch die Bank nicht so schlecht, bei einem langen Zug gab es einen kleinen Quersteller, vielleicht habe ich dort die elf Hundertstel auf das Podest verloren“, sagt der 30-Jährige. Patrick Feurstein fährt mit Rang sieben sein zweitbestes Karriereresultat ein und Marco Schwarz holt als Zehnter seine zweite Top-Ten-Platzierung im Riesenslalom diese Saison. Der Sieger kommt aber einmal mehr aus der Schweiz und heißt Marco Odermatt. Fünf Siege, zwei zweite Plätze und einen dritten Rang gibt es in acht Riesentorlaufrennen für den 24-Jährigen. Lucas Braathen aus Norwegen kommt dem neuen Gesamtweltcupsieger noch am nächsten und wird Zweiter. Loic Meillard aus der Schweiz fährt als Dritter auf das Podium. Im Nationencup führt Österreich zwar immer noch, vor dem allerletzten Renntag morgen ist der Vorsprung aber auf 197 Punkte geschmolzen. Morgen gibt es noch zwei Entscheidungen in den Disziplinen, so hofft die Schwedin Sara Hector auf Kristall im Riesentorlauf der Frauen und Henrik Kristoffersen aus Norwegen könnte zum dritten Mal die kleine Kristallkugel im Slalom gewinnen. Alles weitere wird morgen ab 9Uhr in Méribel enthüllt.
Weltcup, Slalom, Méribel, Frauen
1.Andreja Slokar SLO
2.Lena Dürr GER
3.Petra Vlhova SVK
weiters:
12.Katharina Truppe
13.Katharina Liensberger
ohne Punkte: 19.Chiara Mair
DNF2: Katharina Huber
DSQ1: Katharina Gallhuber
Slalom-Weltcup, Endstand nach 9 von 9 Rennen:
1.Petra Vlhova SVK 770 Punkte
2.Mikaela Shiffrin USA 501
3.Lena Dürr GER 437
weiters:
4.Katharina Liensberger 392
9.Katharina Truppe 219
16.Katharina Huber 131
18.Katharina Gallhuber 122
25.Chiara Mair 88
31.Marie-Therese Sporer 43
40.Franziska Gritsch 22
Weltcup, Riesentorlauf, Méribel, Männer
1.Marco Odermatt SUI
2.Lucas Braathen NOR
3.Loic Meillard SUI
weiters:
4.Stefan Brennsteiner
7.Patrick Feurstein
10.Marco Schwarz
ohne Punkte: 16.Manuel Feller
DNF1: Raphael Haaser
Riesentorlauf-Weltcup, Endstand nach 8 von 8 Rennen:
1.Marco Odermatt SUI 720 Punkte
2.Henrik Kristoffersen NOR 453
3.Manuel Feller 326
weiters:
7.Stefan Brennsteiner 253
18.Patrick Feurstein 125
20.Marco Schwarz 107
22.Roland Leitinger 80
25.Raphael Haaser 40
41.Dominik Raschner 15
19.03.2022
Mikaela Shiffrin bleibt das Maß aller Dinge im Weltcup. Die US-Amerikanerin holte nach den misslungenen Olympischen Spielen die große Kristallkugel zum vierten Mal und zog damit auch mit ihrer Landsfrau Lindsey Vonn gleich. Ein zweiter Platz beim Super-G in Courchevel war schließlich ausreichend, um den Titel der besten Athletin der Saison endgültig zu fixieren. „Ich hatte einige echt schöne Momente diese Saison und dann auch einige Momente, in denen ich wirklich sehr tief unten war und das war ein schreckliches Gefühl. Als ich hierher kam, sagte ich zu mir, ich will diese Kugel gewinnen, weil vorher war ich nicht wirklich erfolgreich und ich habe mich auch darauf konzentriert, wieder etwas lockerer Skizufahren und das Drumherum auszublenden. Jetzt kann ich es genießen“, sagte der US-Superstar.
Die letzte Konkurrentin um die große Kristallkugel, Petra Vlhova, verpasste wie schon gestern in der Abfahrt die Punkteränge und wurde 17. „Ich bin nicht wirklich enttäuscht. Vor der Saison war das eigentlich gar nicht das Ziel. Mikaela war einfach bärenstark und ich freue mich auch für sie. Ich habe ja immerhin die kleine Kugel im Slalom und auch Olympisches Gold im Slalom. Jetzt brauche ich erst einmal ein bisschen Zeit, um über alles etwas nachzudenken und dann kann ich mir neue Ziele setzen“, sagte die Gesamtweltcupsiegerin der Vorsaison.
Den Sieg im letzten Super-G des Winters sicherte sich Ragnhild Mowinckel aus Norwegen, die erstmals in einer schnellen Disziplin triumphierte. Dritte wurde die Schweizerin Michelle Gisin, die zuletzt elf Mal in Serie im Weltcup in den Top Ten landete.
Für Österreichs Läuferinnen gab es einmal mehr Ernüchterung. Tamara Tippler kam als Beste nur an die zehnte Position. „Ich bin ein bisschen zu brav gefahren, Quersteller und Innenskifehler sind hier nicht erlaubt. Jetzt habe ich endlich Zeit, um mich einmal zu erholen und hoffentlich wieder topfit zurückzukommen“, sagte die Steirerin. Ramona Siebenhofer, die ebenso nicht mehr ganz ist, wurde Zwölfte und Mirjam Puchner belegte Rang 13. Juniorenweltmeisterin Magdalena Egger wurde 21 und hat noch Großes vor. „Definitiv ist der Hang und die Kurssetzung anders als ich es kenne im Europacup. In der Abfahrt gestern habe ich mich schon noch etwas schwer getan. Mit viel Training kann ich es aber schon schaffen, in Zukunft auch Punkte zu machen“, sagte die 21-Jährige Vorarlbergerin, die eines Tages auch Rennen gewinnen möchte.
Der Kampf um die kleine Kristallkugel im Super-G war bereits vor dem heutigen Rennen zugunsten von Federica Brignone entschieden. Die Italienerin belegte in der letzten Speedwettkampf der Saison nur Platz 19.
Vincent Kriechmayr schafft das Speeddouble in Courchevel
Vincent Kriechmayr siegte auf der WM-Piste von 2023 in Courchevel auch im Super-G und holte damit schon sein zweites Speeddouble nach dem Weltcupfinale in Aare 2018. Für den Oberösterreicher war es der zwölfte Weltcupsieg, der siebente im Super-G. „Es ist gewaltig, wenn man die Saison so abschließen kann. Ich habe mir schon etwas mehr vorgenommen und wollte um eine Kugel fahren und auch bei Olympia zuschlagen. Aber es ist natürlich kein Wunschkonzert. Gestern und heute habe ich endlich wieder gezeigt, dass ich, wenn ich hundert Prozent abrufen kann, vorne mitfahren kann“, sagte der Oberösterreicher, der dafür sorgte, dass die Schweiz im Nationencup noch nicht an Österreich vorbeizog, sondern nur bis auf 30 Zähler an den ÖSV herankam. Die Eidgenossen erwiesen sich also einmal mehr als stärkste Gegner der Österreicher und brachten mit Marco Odermatt auf Rang zwei und Gino Caviezel als Dritten auf das Podium, dazu auch noch Justin Murisier(9.) sowie Stefan Rogentin(10.) und Beat Feuz(10. ex aequo) in die Top Ten. Der Norweger Aleksander Aamodt Kilde stand ja schon vor dem Super-G in Courchevel als Sieger der kleinen Kristallkugel fest wurde verpasste diesmal das Podest als Vierter nur um 0,13 Sekunden.
Weltcup, Super-G, Courchevel, Frauen
1.Ragnhild Mowinckel NOR
2.Mikaela Shiffrin USA
3.Michelle Gisin SUI
weiters:
10.Tamara Tippler
12.Ramona Siebenhofer
13.Mirjam Puchner
16.Nadine Fest
21.Magdalena Egger
Super-G-Weltcup, Endstand nach 9 von 9 Rennen:
1.Federica Brignone ITA 506 Punkte
2.Elena Curtoni ITA 390
3.Mikaela Shiffrin USA 380
weiters:
7.Tamara Tippler 285
11.Mirjam Puchner 206
14.Cornelia Hütter 178
16.Ramona Siebenhofer 165
17.Ariane Rädler 163
23.Nadine Fest 96
32.Christine Scheyer 47
35.Stephanie Venier 41
36.Elisabeth Reisinger 40
38.Ricarda Haaser 38
45.Nicole Schmidhofer 16
50.Sabrina Maier 9
Weltcup, Super-G, Courchevel, Männer
1.Vincent Kriechmayr
2.Marco Odermatt SUI
3.Gino Caviezel SUI
weiters:
12.Matthias Mayer
13.Raphael Haaser
16.Daniel Danklmaier
Super-G-Weltcup, Männer, Endstand nach 7 von 7 Rennen:
1.Aleksander Aamodt Kilde NOR 530 Punkte
2.Marco Odermatt SUI 402
3.Vincent Kriechmayr 375
weiters:
4.Matthias Mayer 372
8.Raphael Haaser 170
19.Daniel Danklmaier 88
22.Max Franz 80
28.Stefan Babinsky 58
29.Christian Walder 53
51.Otmar Striedinger 1
17.03.2022
So strahlt Mikaela Shiffrin unmittelbar nach ihrer Zielankunft bei der Abfahrt in Courchevel. Mit dem Sieg liegt die US-Amerikanerin nun schon 156 Punkte vor ihrer stärksten Konkurrentin Petra Vlhova.
Foto: AFP
Sofia Goggia steht zum dritten Mal als Siegerin der kleinen Kristallkugel in der Abfahrt fest. Dabei reichte der Italienerin ein zwölfter Platz. Ihre letzte Konkurrentin um Kristall, die Schweizerin Corinne Suter, verpasste als 19. diesmal Punkte, hätte aber 75 Zähler auf Goggia aufholen müssen. "Der Druck war sehr groß, weil Corinne Suter hatte im Gegensatz zu mir ein echt gutes Training gemacht. Aber ich habe es geschafft, mich noch einmal auf das Rennen zu fokussieren und war echt erleichtert, dass ich im Ziel vor Suter war. Am Start wusste ich gar nicht, dass ich es dort schon geschafft hatte", sagte die neue und alte Abfahrtsweltcupsiegerin.
Als Tagessiegerin in der Abfahrt durfte sich Mikaela Shiffrin feiern lassen. Die US-Amerikanerin holte schon ihren 74.Weltcupsieg und den dritten in der Abfahrt. Auf der technisch anspruchsvollen Piste stellte die mehrfach dekorierte Athletin auch ihre starken Trainingsleistungen unter Beweis. „Ich bin heute exakt gefahren, die Piste war auch mit meiner Startnummer noch echt gut. Wenn ich mehr Abfahrten fahren würde, wäre das ein zu großer Zeitaufwand. Es war eigentlich gar nicht geplant, dass ich heute so viele Punkte im Gesamtweltcup machen konnte, aber es ist noch lange nicht entschieden“, sagte Shiffrin. Petra Vlhova als 16. fehlten nur 0,03 Sekunden auf einen Punkterang. Damit führt Shiffrin drei Rennen vor dem Ende der Saison 156 Punkte vor der Slowakin.
Christine Scheyer rettet die Ehre der Österreicherinnen
Das österreichische Team erlebte zuletzt eine ziemliche Achterbahnfahrt. Auch in der Abfahrt von Courchevel gab nur für eine Österreicherin viel zu lachen. Christine Scheyer überraschte als Zweite ex aequo mit der Schweizerin Joana Hählen mit dem ersten Podiumsplatz seit über fünf Jahren. „Die Freude über den zweiten Platz ist sehr groß, weil ja auch die Zeitabstände sehr knapp sind. Ich wollte ein bisschen gerader fahren, damit ich nicht soviel drifte. Ich wusste auch nicht, ob es schnell war oder nicht, umso schöner war es als es im Ziel grün aufgeleuchtet hat“, sagte die Vorarlbergerin. Sonst gab es nur noch für Ramona Siebenhofer als 13. Punkte, allerdings verlor die Steierin ihren dritten Rang in der Gesamtwertung der Abfahrt an die Tschechin Esther Ledecka, die Siebente wurde. Alle anderen sechs ÖSV-Athletinnen verpassten die Top-15.
Weltcup, Abfahrt, Courchevel, Frauen
1.Mikaela Shiffrin USA
2.Christine Scheyer
2.Joana Hählen SUI
weiters:
13.Ramona Siebenhofer
17.Stephanie Venier
20.Mirjam Puchner
22.Tamara Tippler
24.Elisabeth Reisinger
26.Magdalena Egger
27.Ariane Rädler
Abfahrtsweltcup, Endstand nach 9 von 9 Rennen:
1.Sofia Goggia ITA 504 Punkte
2.Corinne Suter SUI 407
3.Esther Ledecka CZE 339
weiters:
4.Ramona Siebenhofer 331
5.Mirjam Puchner 296
10.Christine Scheyer 237
12.Cornelia Hütter 221
22.Stephanie Venier 129
23.Ariane Rädler 114
23.Tamara Tippler 114
25.Elisabeth Reisinger 111
29.Nadine Fest 71
38.Sabrina Maier 20
45.Vanessa Nussbaumer 6
49.Ricarda Haaser 1
16.03.2022
Erstmals in seiner Karriere holte Aleksander Aamodt Kilde die kleine Kristallkugel in der Abfahrt. Dafür reichte dem 29-Jährigen beim Weltcupfinale in Courchevel ein vierter Rang unmittelbar hinter seinem größten Konkurrenten Beat Feuz aus der Schweiz. 13 Punkte entschieden letztendlich zugunsten des Norwegers. „Es war bis zum Ende unglaublich, das Zittern im Ziel war viel schlimmer als das Fahren. 13 Punkte habe ich Vorsprung, das ist schon echt cool. Jetzt habe ich zwei Kugeln (Anm.: auch Super-G) diese Saison, mir fehlen die Worte“, sagte Kilde. Beat Feuz, der sich heuer schon zum Olympiasieger in der Abfahrt kürte und dazu noch sieben Mal auf dem Podium in der Königsdisziplin war, sah seinen zweiten Platz in der Abfahrtswertung gelassen. „Ich hätte einfach schneller sein müssen, ich habe das Gefühl gehabt, dass ich riskiert habe. Ich habe immerhin sieben Podestplätze diesen Winter. Kilde hat es verdient am Ende der Saison die Kugel zu bekommen. In meiner Fahrt war war im unteren Teil, in dem es so dreht, der eine oder andere Fehler dabei. Für mich war es eine echt gute Saison“, sagte der Routinier, der zuletzt viermal in Serie Kristall in der Abfahrt gewann und heute Dritter wurde. Gesamtweltcupsieger Marco Odermatt wurde Zweiter.
Vincent Kriechmayr siegt bei der WM-Generalprobe
Einen optimalen Abschluss der Abfahrtssaison erlebte Vincent Kriechmayr. Dem Oberösterreicher gelang mit Startnummer elf ein Traumlauf und der zweite Saisonsieg nach Wengen im Jänner. „Es war heute sehr fordernd, es war eines der anstrengendsten Rennen, die ich je gefahren bin. Mit dieser Leistung habe ich auf alle Fälle schon viel Selbstvertrauen für den kommenden Winter tanken können“, sagte der Doppelweltmeister. Matthias Mayer hatte teilweise ein paar Fehler in seinem Lauf und wurde nur Zwölfter. Daniel Hemetsberger fuhr mit der hohen Startnummer 17 bei den warmen Temperaturen noch an die fünfte Stelle, dazu gab es für Daniel Danklmaier den neunten Platz. Mit Otmar Striedinger als 14. und Max Franz als 15. kamen damit alle Österreicher in die Punkteränge. Im Weltcupfinale werden ja nur Punkte an die besten 15 Athleten jedes Rennens verteilt.
Weltcup, Abfahrt, Courchevel, Männer
1.Vincent Kriechmayr
2.Marco Odermatt SUI
3.Beat Feuz SUI
weiters:
5.Daniel Hemetsberger
9.Daniel Danklmaier
12.Matthias Mayer
14.Otmar Striedinger
15.Max Franz
Abfahrtsweltcup, Endstand nach 11 von 11 Rennen:
1.Aleksander Aamodt Kilde NOR 620 Punkte
2.Beat Feuz SUI 607
3.Dominik Paris 522
weiters:
5.Matthias Mayer 508
6.Vincent Kriechmayr 465
8.Daniel Hemetsberger 346
13.Otmar Striedinger 202
14.Max Franz 195
15.Daniel Danklmaier 181
46.Christian Walder 14
53.Stefan Babinsky 5
16.03.2022
Katharina Liensberger siegte beim Slalom in Aare und feierte damit ihren ersten Saisonsieg. Die Norwegerin Mina Fürst Holtmann sicherte sich mit Platz zwei ihre erste Podiumsplatzierung im Slalom und Michelle Gisin holte sich ihr erstes Slalompodium in diesem Kalenderjahr.
Katharina Liensberger und Aare ist schon besondere Beziehung. Die Vorarlbergerin siegte im Vorjahr im schwedischen Skiort zum ersten Mal im Weltcup, außerdem wurde sie voriges Jahr zudem noch Zweite. Bei wieder sehr warmen Verhältnissen bei sieben Grad plus war die 24-Jährige im ersten Lauf noch auf Platz fünf gelegen, aber in Schlagdistanz zur führenden Lena Dürr aus Deutschland. Im Finale hielt Liensberger optimal die Spur vor allem im so aufgeweichten unteren Teil der Piste. „Es fühlt sich unglaublich an. Ich wusste, die Piste ist weich und musste alles geben. Das ist mir voll gelungen! Ich habe während dem Rennen gespürt, meine Schwünge funktionieren und somit konnte ich auch etwas riskieren“, sagte Liensberger nach ihrem ersten Saisonsieg.
Zweite wurde überraschend die Norwegerin Mina Fürst Holtmann. Die 26-Jährige stand bisher im Slalom noch nie am Podest sicherte sich mit diesen 80 Punkten noch die Qualifikation für das Weltcupfinale, für das bekanntlich nur die besten 25 Fahrerrinnen jeder Disziplin zugelassen sind. Michelle Gisin aus der Schweiz bewies einmal mehr ihre Vielseitigkeit und wurde Dritte.
Dürr verpasst den Sieg – Shiffrin bleibt im Kampf um die große Kristallkugel vorne
Nichts wurde es mit dem ersten Weltcupsieg für Lena Dürr. Die 30-Jährige Münchnerin lag nach dem ersten Durchgang noch in Führung, verpasste dann aber wie schon bei den Olympischen Spielen das Podium und wurde diesmal Fünfte. Im Gesamtweltcup liegt Mikaela Shiffrin nach wie vor vor Petra Vlhova. Die Slowakin landete im Slalom erstmals in dieser Saison nicht am Stockerl und wurde Vierte, während die US-Amerikanerin nur den neunten Platz holte. Damit liegt Shiffrin vier Rennen vor Saisonende nach 56 Zähler vor Vlhova. Es ist davon auszugehen, dass beide Athletinnen bei allen verbleibenden Einzelwettkämpfen noch am Start stehen werden.
Auf der Rest des ÖSV-Teams kann überzeugen
Nicht nur Katharina Liensberger steigerte sich gehörig im zweiten Durchgang, auch ihre Kolleginnen verbesserten sich im Klassement. Katharina Truppe wurde beachtliche Sechste und fixierte somit ihr viertes Top-Ten-Resultat in dieser Saison. „Es war zach, die Sicht war auch nicht die beste und es war schon ziemlich unruhig. Es war ist ein leichter Hang, auf dem es schwierig ist, richtig schnell zu sein und deshalb bin ich diesem sechsten Platz schon zufrieden“, sagte die Kärntnerin, die im Finale acht Ränge gutmachte. Stark war auch wieder Franziska Gritsch, die auch im Slalom mit Platz zwölf ihre ersten Weltcuppunkte in diesem Winter eroberte. „Oben hat meine Leistung absolut gestimmt, dann habe ich ein bisschen nachgelassen. Die Ansätze sind definitiv da und daher ist es nach einer durchwachsenen Saison schön, solche Ergebnisse abzuliefern“, sagte die Tirolerin. Katharina Huber trug zur mannschaftlich guten Leistung des ÖSV mit einem 14.Rang bei. Katharina Gallhuber wurde 25. Nun wartet nur noch das Weltcupfinale in Courchevel und dafür haben sich aus österreichischer Sicht Katharina Liensberger, Katharina Truppe, Katharina Huber, Katharina Gallhuber und Chiara Mair qualifiziert.
Weltcup, Slalom, Frauen, Aare
1.Katharina Liensberger
2.Mina Fürst Holtmann NOR
3.Michelle Gisin SUI
weiters:
6.Katharina Truppe
12.Franziska Gritsch
14.Katharina Huber
25.Katharina Gallhuber
DNF 1: Chiara Mair
DNQ: Stephanie Brunner
12.03.2022
Petra Vlhova gewann im schwedischen Aare den Riesentorlauf bei Flutlicht souverän und holte im Gesamtweltcup 40 Punkte auf die führende Mikaela Shiffrin auf, die Dritte wurde. Marta Bassino aus Italien sicherte sich Rang zwei.
Petra Vlhova zeigte nach über einem Jahr der Konkurrenz im Riesentorlauf, wo es lang geht. Die Slowakin war auf der extrem weichen Piste in Aare nicht zu schlagen und siegte mit 1,24 Sekunden Vorsprung auf Marta Bassino. Auch im Gesamtweltcup wird es immer spannender, denn Vlhova liegt nun nur noch 77 Punkte hinter der Führenden Mikaela Shiffrin. „Es ist schon großartig, nach so langer Zeit wieder im Riesentorlauf ganz oben auf dem Podium zu stehen. Ich hatte zwar im zweiten Durchgang einige Fehler, aber ich wollte einfach die Linie halten und pushen, was möglich ist“, sagte die 26-Jährige, die nach Jasna im März 2021 im Riesenslalom wieder triumphierte – zum sechsten Mal insgesamt in dieser Disziplin. Zweite wurde die Italienerin Marta Bassino, deren Form zum Saisonende wieder deutlich ansteigt. Mikaela Shiffrin holte zwar bereits ihren 31.Podestplatz im Riesentorlauf, dennoch büßte sie im Kampf um die große Kristallkugel einige Zähler ein. Im Disziplinenweltcup dagegen hat die US-Amerikanerin den Rückstand auf die Schwedin Sara Hector bis auf 51 Zähler verkleinern können. Hector schied diesmal als Dritte des ersten Durchgangs im Finale schon nach wenigen Toren aus. Die stärkste Verfolgerin der Schwedin bleibt die Französin Tessa Worley, die Platz vier belegte.
Topleistung der Österreicherinnen
So stark wie noch nie in dieser Saison präsentierten sich die ÖSV-Damen. Es begann zwar im ersten Lauf denkbar schlecht, als Katharina Liensberger kurz vor der ersten Zwischenzeit ausschied, aber dafür sprangen gleich mehrere Athletinnen in die Presche, die bisher nicht die optimalste Saison erwischten. Ricarda Haaser fuhr bei milden sieben Grad, Sonnenschein und einer immer weicher werdenden Piste mit der hohen Startnummer 23 im ersten Durchgang noch auf Platz zehn und verbesserte sich im Finale bis an die fünfte Position. „Ich wusste, ich muss richtig angasen, aber im Mittelteil habe ich es ein bisschen verspielt. Grundsätzlich bin ich aber froh mit dem Resultat, weil es ist das Beste, was ich diesen Winter gezeigt habe“, sagte die Tirolerin. Richtig stark war auch Franziska Gritsch auf der Piste, auf der die Männer 2019 bei der WM um Edelmetall fuhren, unterwegs. Der 24-Jährigen gelang die Laufbestzeit im zweiten Durchgang und der beeindruckende sechste Rang – ihr bestes Ergebnis im Riesentorlauf überhaupt. „Im ersten Lauf mit Startnummer 40 war es sehr zum Raufen. Im zweiten Durchgang war für mich klar, ich muss auf alles oder nichts fahren. Es scheint, als wäre ich wieder da“, sagte die Innsbruckerin, die in der Saison im Riesentorlauf vor diesem Rennen noch ohne Punkte dastand. Katharina Truppe als Achte komplettierte das starke Resultat am heutigen Tag. Aufwärtstrends waren auch bei Katharina Huber und Stephanie Brunner ersichtlich. Huber verpasste zwar das Weltcupfinale mit ihrem 15.Rang, aber Stephanie Brunner gelang nach fünf Ausfällen in Serie mit Platz 16 doch die Qualifikation für das Finale der besten 25 Athletinnen in Courchevel nächste Woche. Die vier Österreicherinnen Ramona Siebenhofer, Elisabeth Kappaurer, Nina Astner und Katharina Liensberger schieden aus. Morgen steigt mit dem Slalom ein weiteres Rennen in Aare. Begonnen wird mit dem ersten Lauf um 1030Uhr.
Weltcup. Riesentorlauf, Frauen, Aare
1.Petra Vlhova SVK
2.Marta Bassino ITA
3.Mikaela Shiffrin USA
weiters:
5.Ricarda Haaser
6.Franziska Gritsch
8.Katharina Truppe
15.Katharina Huber
16.Stephanie Brunner
DNF2: Ramona Siebenhofer
DNF1: Katharina Liensberger, Nina Astner,
Elisabeth Kappaurer
11.03.2022
Atle Lie McGrath lässt seiner Freude nach seinem ersten Weltcupsieg freien Lauf.
Foto: AFP
Der Norweger Atle Lie McGrath holte im Slalom von Flachau seinen ersten Weltcupsieg. Der erst 21-Jährige war um 0,29 Sekunden schneller als der amtierende Olympiasieger Clement Noel. Dritter wurde der Schweizer Daniel Yule. Die Österreicher verpassten das Podium knapp.
Perfekte Pistenbedingungen, endlich wieder viele Fans, ein spannendes Rennen und ein neues Siegergesicht – das war das Nightrace in Flachau. Atle Lie McGrath gewann erstmals in seiner Karriere ein Weltcuprennen und kürte sich zum jüngsten Weltcupsieger der Saison. Der Norweger lag bereits im ersten Lauf an der zweiten Position und glitt auch im Finale locker leicht über die vielen Wellen auf der „Hermann-Maier-Weltcupstrecke“. „Ich bin extrem zufrieden. Ich mag Flutlichtrennen einfach gerne und ich fand das mit diesen künstlichen Wellen echt cool. Flachau und Schladming sind einfach die lässigsten Rennen für mich“, sagte der 21-Jährige, der vor eineinhalb Monaten beim Nightrace in Schladming seinen ersten Podestplatz im Slalom erreichte.
Zurück am Podest ist Clement Noel. Zwei konstante Durchgänge bescherten dem 24-Jährigen Platz zwei. „Ich hatte einen starken Beginn in die Saison, dann habe ich aber viel zu viele Fehler gemacht. Immerhin habe ich das wichtigste Rennen, nämlich den olympischen Slalom gewonnen. Heute hat mich die Atmosphäre absolut beflügelt“, sagte der Franzose.
Zwei Hundertstel entschieden letztendlich zugunsten von Daniel Yule und Rang drei. Der Schweizer feierte seinen ersten Stockerlplatz in dieser Saison nach einer langen Durststrecke.
Österreich steht neben dem Podium
Hinter Daniel Yule klassierten sich gleich drei Österreicher. Johannes Strolz, der nach dem ersten Durchgang noch überlegen in Führung lag, fiel im Finale nach einigen kleineren Fehlern noch an die vierte Stelle zurück, trotzdem war es die zweitbeste Platzierung im Weltcup für den Vorarlberger. „Ich hatte das Gefühl, dass ich von der Position etwas zu tief war. Es war etwas schwierig, sauber zu fahren. Aber mit einem vierten Platz muss ich absolut zufrieden sein. Ich darf nicht jammern mit meinen Leistungen heuer“, sagte der Doppelolympiasieger.
Einen Aufwärtstrend verspürt Marco Schwarz. Der Kärntner wurde diesmal mit zwei konstanten Läufen Fünfter, sieht aber noch Luft nach oben. „Es ist sehr knapp zugegangen. Mit der Platzierung bin ich schon zufrieden, aber im ersten Lauf hätte ich noch mehr Gas geben können, im Finale war das schon um einiges besser“, resümierte der 26-Jährige. Ebenso in den Top Ten landete Manuel Feller als Sechster. „Es ist extrem schade, dass wir jetzt neben dem Podium stehen. Wir haben es leider nicht auf den Punkt gebracht. 70 Punkte Rückstand (Anm.: auf Henrik Kristoffersen) aufzuholen in einem Rennen wird sehr schwierig, aber es gibt noch eine Chance und da werden wir sehen“, sagte der Tiroler, der als einziger Österreicher noch die Möglichkeit auf den Gewinn der kleinen Kristallkugel im Slalom hat. Fabio Gstrein schloss den Torlauf als Zwölfter ab und darf nun kommende Woche beim Weltcupfinale in Courchevel an den Start gehen. Michael Matt wurde 19.
Henrik Kristoffersen passierte im ersten Durchgang nach der letzten Welle ein grober Fehler und somit reichte es für den Norweger trotz Laufbestzeit im Finale nur zu Platz 16. Das rote Trikot des Führenden im Diszplinenweltcup behält Kristoffersen aber.
Manfred Mölgg beendet Karriere
Besonders spannend wurde es im ersten Durchgang bei Startnummer 32. Manfred Mölgg fuhr zum allerletzten Mal in seiner Karriere im Renntempo einen Slalom und beendete seine aktive Laufbahn auf Skiern. Der Südtiroler brachte es auf 329 Renneinsätze und gewann davon drei Weltcuprennen. 20mal stand er auf dem Podest. 2008 gewann der heute 39-Jährige die kleine Kristallkugel im Slalom. Dazu gab es noch drei Medaillen bei Großereignissen für „Manni“, wie er von seinen Freunden genannt wird. In Flachau wurde Mölgg im Ziel von seinen Wegbegleitern und Rennkollegen mit Champagner und „Manni-Sprechchören“ in Empfang genommen. Dazu trugen auch viele ein T-Shirt mit der Aufschrift „Danke Manni“. „Es ist nicht leicht, heute Worte zu finden, es waren viele tolle Jahre. Vor so einer Kulisse eine Karriere zu beenden, ist natürlich mega. Jetzt fängt für mich etwas Neues an, aber zuerst muss ich mich einmal etwas erholen“, sagte Mölgg, der seit über 19 Jahren im Weltcupeinsatz war.
Weltcup, Slalom, Männer, Flachau
1.Atle Lie McGrath NOR
2.Clement Noel FRA
3.Daniel Yule SUI
weiters:
4.Johannes Strolz
5.Marco Schwarz
6.Manuel Feller
12.Fabio Gstrein
19.Michael Matt
DNF1: Dominik Raschner
DNQ1: Marc Digruber, Simon Rueland
09.03.2022
Ein Siegerlächeln mit Haltbarkeit. Tessa Worley fährt nun schon seit über 13 Jahren an der Weltspitze der Riesentorläuferinnen mit.
Foto: Keystone
Tessa Worley war im Riesentorlauf im schweizerischen Lenzerheide nicht zu schlagen und holte ihren 16.Weltcupsieg. Federica Brignone aus Italien belegte Platz zwei und Sara Hector wurde Dritte.
Tessa Worley war beim Riesentorauf in Lenzerheide vor allem im zweiten Durchgang eine Klasse für sich. Die Französin, nach Durchgang eins auf Platz drei gelegen, katapultierte sich mit Laufbestzeit im Finale noch zum Sieg und machte auch den Kampf um die kleine Kristallkugel in der Disziplinenwertung wieder spannend. „Es hat super funktioniert auf diesem Schnee. Am Start habe ich mich echt gut gefühlt und ich bin echt stolz, dass ich meine Leistung optimal ins Ziel gebracht habe. Der zweite Lauf war ja etwas offener gesteckt als der erste und es ist mir richtig gut gelungen zu pushen“, sagte die 32-Jährige, die ihren 16.Weltcupsieg im Riesentorlauf und nach 2018 ihren zweiten Erfolg in Lenzerheide feierte.
Gestern noch etwas enttäuscht über ihre Leistung war Federica Brignone trotz des Gewinns von Kristall im Super-G. Heute war die Italienerin vor allem im zweiten Lauf bärenstark und sicherte sich Platz zwei. Die Führende des ersten Durchgangs, Sara Hector musste sich mit dem dritten Platz begnügen. Die Schwedin, die mit einem Sieg einen Riesenschritt in Richtung kleine Kristallkugel hätte machen können, machte es sozusagen wieder spannend und liegt vor den letzten beiden Riesenslaloms 55 Zähler vor der heutigen Siegerin Tessa Worley.
Mikaela Shiffrin baut Gesamtweltcupführung aus
Im Gesamtweltcup heißt es nun: Vorteil Shiffrin. Mikaela Shiffrin wurde heute Vierte und brachte 50 Bigpoints ins Trockene. „Am Start ist es hier schon ziemlich schwierig, weil es so steil ist. Wenigstens bin ich heute wieder durchgekommen, aber im zweiten Durchgang ist es mir nicht gelungen zu pushen, wie ich es mir vorgenommen habe“, sagte die 73-fache Weltcupsiegerin. Ihre große Konkurrentinn Petra Vlhova aus der Slowakei schied bereits im ersten Durchgang im oberen Teil aus und liegt nun 117 Punkte hinter der US-Amerikanerin sechs Rennen vor Saisonende.
Kleiner Aufwärtstrend im ÖSV
Nach dem gestrigen Debakel im Super-G gab es heute für die Frauen des ÖSV immerhin eine Top-Ten-Platzierung durch Katharina Liensberger, die Sechste wurde. „Im zweiten Lauf habe ich mich echt wohlgefühlt und habe einen guten Zug am Ski aufbauen können. Im Riesentorlauf war es nicht ganz so leicht für mich, daher freut mich diese Platzierung heute umso mehr“, sagte die Vorarlbergerin. Im ersten Lauf noch Sechste, fiel Katharina Truppe nach einigen kleineren Fehlern allerdings an die elfte Position zurück. Ricarda Haaser machte im Finale immerhin fünf Plätze gut und wurde 17. „Von meiner technischen Performance war es ganz gut. Die letzte Konsequenz fehlt halt noch ein bisschen. Durch mehr Rennpraxis kann ich schon wieder zu meiner Form finden“, sagte die Tirolerin. Nur wenige Punkte erreichten Ramona Siebenhofer und Katharina Huber, die 21. und 22. wurden. Aber auch diesmal scheiterten mit Stephanie Brunner, Franziska Gritsch, Elisabeth Kappaurer und Nina Astner gleich vier ÖSV-Athletinnen im ersten Durchgang. Im Rennprogramm wartet nun ein reines Technikwochenende mit je einem Riesentorlauf und einem Slalom im schwedischen Aare.
Weltcup, Riesentorlauf, Frauen, Lenzerheide
1.Tessa Worley FRA
2.Federica Brignone ITA
3.Sara Hector SWE
weiters:
6.Katharina Liensberger
11.Katharina Truppe
17.Ricarda Haaser
21.Ramona Siebenhofer
22.Katharina Huber
DNF1: Stephanie Brunner, Franziska Gritsch,
Elisabeth Kappaurer, Nina Astner
06.03.2022
Romane Miradoli voll entschlossen auf der extrem glatten Piste von Lenzerheide. Sie war die erste Französin seit Carole Montillet 2004, die einen Super-G für sich entscheiden konnte.
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Die Französin Romane Miradoli siegte im extrem selektiven Super-G von Lenzerheide und feierte damit ihren ersten Weltcupsieg. Mikaela Shiffrin fand wieder zurück zu ihrer Form und wurde Zweite, Lara Gut-Behrami aus der Schweiz sicherte sich Platz drei. Die ÖSV-Läuferinnen enttäuschten auf ganzer Linie.
Bei traumhaftem Sonnenschein im schweizerischen Lenzerheide war diesmal eine Französin am schnellsten. Romane Miradoli bewältigte den von Mauro Pini sehr schwierig gesetzten Super-G am überzeugendsten und gewann erstmals in ihrer Karriere ein Weltcuprennen. Die 27-Jährige, die erst in Garmisch-Partenkirchen im Super-G Ende Jänner Sechste wurde, konnte sich weiter steigern und hatte weder mit der Kurssetzung noch mit der sehr glatten Piste ein Problem. „Ich kann es gar nicht glauben. Es war so eine schwierige Kurssetzung und vor allem im oberen Teil hatte ich überhaupt kein gutes Gefühl. Ich hatte oft schon gute einzelne Abschnitte, aber jetzt konnte ich einmal einen ganzen starken Lauf zeigen“, sagte Miradoli die Ende 2020 noch von einem Kreuzbandriss zurückgeworfen wurde.
Endlich wieder am Podest stand Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin trainierte nach den Olympischen Spielen in Ruhe in Cortina und versuchte ihre Form wiederzufinden. Am Ende des Rennens stand ein sehr guter zweiter Rang und wichtige 80 Punkte für den Gesamtweltcup, in dem 26-Jährige nun wieder die alleinige Führung innehat. Ihre größte Konkurrentin Petra Vlhova, deren Trainer Mauro Pini der Slowakin eigentlich mit der schwierigen Setzung des Super-Gs behilflich sein wollte, landete nur an der 17.Position.
Dritte wurde in diesem ausfallreichen Super-G die Schweizerin Lara Gut-Behrami unter den Augen von Tennissuperstar Roger Federer, der nur fünf Minuten vom Zielstadion entfernt ein Chalet besitzt und mit nahezu allen Athletinnen für einen Smalltalk und Selfies zur Verfügung stand.
Debakel für den ÖSV
Eine Katastrophe erlebten die ÖSV-Athletinnen. Nach dem Bekanntwerden vom Abgang von Cheftrainer Christian Mitter schieden von neun gestarteten Läuferinnen gleich fünf aus. Gleich mit Startnummer eins erwische es Mirjam Puchner, der man als Testpilotin im Super-G nicht wirklich einen Vorwurf machen kann. Die Salzburgerin war allerdings selbstkritisch. „Die Kurssetzung war sehr riesentorlaufähnlich. Ich habe oben schon die Linie verloren und muss so etwas einfach noch mehr üben. Die Startnummer eins habe ich übrigens selber ausgesucht und bin daher selber schuld“, sagte die Silbermedaillengewinnerin von Peking.
Gleich mit der Nummer zwei ging Ariane Rädler ins Rennen, erwischte einen Schlag und schied ebenso aus. „Es waren extrem enge Torabstände, da müsste man gleich in den Rhythmus kommen. Der Ski hat sich eingefressen und ich mich blöd ausgedreht“, sagte die Vorarlbergerin. Nachdem auch Tamara Tippler mit Startnummer drei scheiterte, als ihr der Ski aufging, war die Ernüchterung bereits groß. Ramona Siebenhofer kam nie wirklich ins Carven und lag im Ziel mit 4,30 Sekunden Rückstand lange auf dem letzten Platz, am Ende war sie 27. Christine Scheyer scheiterte ebenso wie Elisabeth Reisinger schon im oberen Teil. Nadine Fest fuhr ihrem Können als 24. mit über vier Sekunden Rückstand hinterher. Beste an diesem unfassbar miserablen Tag für den ÖSV wurde ausgerechnet Ricarda Haaser, die mit der hohen Startnummer 38 auf Platz zwölf fuhr. Stephanie Venier wurde immerhin 15.
Morgen gibt es zumindest für einen Teil der Österreicherinnen die Chance, es besser zu machen, wenn im Riesentorlauf ab 10Uhr in Lenzerheide wieder um Punkte gefahren wird.
Federica Brignone sicherte sich Kristall
Federica Brignone wurde zwar heute nur Neunte, dennoch gelang der Italienerin vorzeitig der Sieg in der Disziplinenwertung im Super-G. Die einzige verbliebene Konkurrentin im Kampf um die kleine Kristallkugel war ihre Landsfrau Elena Curtoni, die wie 13 andere Läuferinnen ausschied. „Es ist fantastisch, dass ich die Kugel habe. Das Rennen war allerdings weniger gut. Ich hatte kein gutes Gefühl auf dem Schnee und kam nie wirklich in den Rhythmus“, sagte Brignone, der 2,20 Sekunden auf Siegerin Miradoli fehlten.
Weltcup, Super-G, Frauen, Lenzerheide
1.Romane Miradoli FRA
2.Mikaela Shiffrin USA
3.Lara Gut-Behrami SUI
weiters:
12.Ricarda Haaser
15.Stephanie Venier
24.Nadine Fest
27.Ramona Siebenhofer
DNF: Mirjam Puchner, Ariane Rädler, Tamara Tippler,
Christine Scheyer, Elisabeth Reisinger
05.03.2022
Henrik Kristoffersen jubelt mit einer gewissen Gelassenheit über seinen zweiten Slalomsieg in Garmisch-Partenkirchen innerhalb von 24 Stunden.
Foto: AFP
Henrik Kristoffersen gewann auch den zweiten Slalom in Garmisch-Partenkirchen und übernahm die Führung in der Spezialwertung. Der Brite Dave Ryding erreichte Platz zwei und Linus Straßer(GER) wurde Dritter. Die Österreicher verpassten diesmal das Podium.
Es scheint, als kommt Henrik Kristoffersen wieder in seine gewohnt starke Form. Der Norweger holte, wie schon gestern, den Slalomsieg in Garmisch auf dem Gudiberg und schlüpfte dadurch auch ins rote Trikot des Führenden im Disziplinenweltcup. Im ersten Lauf lag der 27-Jährige nur auf Platz acht, ein starkes Finale machte aber auch heute den Sieg möglich. „Ich hätte mir das nicht gedacht, dass ich hier mit zwei Siegen nach Hause fahre, das ist wirklich cool. Ich hatte zwar das Ziel, hier auf das Podest zu fahren, aber so ist es natürlich ein tolles Wochenende“, sagte der Norweger, der schon zum 21.Mal einen Slalom im Weltcup gewann. „Der zweite Lauf war wirklich eine Kurssetzung für Männer, nichts mehr für Jungs“, fügte Kristoffersen hinzu.
Die Kursetzung hatte wirklich seine Tücken und vor allem der steile Starthang machte einigen Athleten zu schaffen. Neun Ausfälle gab es im zweiten Durchgang insgesamt und dabei scheiterten die ersten Drei des ersten Laufes. Loic Meillard aus der Schweiz war bereits der siebtente Halbzeitführende im achten Slalom in dieser Saison, der das Ziel nicht erreichte. Besser machte es der Brite Dave Ryding. Im ersten Lauf lag der 35-Jährige nur an der 19.Stelle, verbesserte sich aber um 17 Positionen. Linus Straßer aus Deutschland musste sich im ersten Durchgang mit dem 16.Rang begnügen und schaffte es aber dennoch auf das Podium.
Platz fünf für Marco Schwarz
Weniger gut verlief das Rennen heute für die österreichischen Athleten. Durfte man nach Lauf eins durchaus mit einem Podestplatz spekulieren, so gab es schlussendlich Platz fünf für den Besten des ÖSV-Teams. Marco Schwarz, der zuletzt immer wieder Probleme hatte, auf dem schnellsten Weg ins Ziel zu kommen, schaffte diesmal Laufbestzeit im zweiten Durchgang und einen Sprung von Platz 26 bis auf Rang fünf. „Ich war heute richtig befreit am Start und ich bin endlich wieder so gefahren, wie ich es mir vorstelle“, sagte der Kärntner, der einige Tore vor dem Ziel sogar einen Stock verlor. Marc Digruber, der gestern noch versprach, um jeden Zentimeter zu kämpfen, klassierte sich auf dem passablen 13.Platz, war aber dennoch nicht zufrieden. „Ich habe mir vorgenommen, dass ich attackiere und es zipft mich schon an, dass ich ein paar gescheite Böcke geschossen habe“, sagte der 33-Jährige. Michael Matt wurde, wie schon im ersten Slalom, Neunter und Manuel Feller vergab eine große Chance auf das Podium nach einem schweren Fehler. „Ich hatte einen klassischen Innenskifehler und habe da mindestens eine Sekunde liegengelassen. Jetzt werde ich mich gut auf die Märchenwiese (Anm.: Flachau) vorbereiten und gut regenerieren, weil die Saison zieht sich schon ziemlich“; sagte Feller, der 15. wurde.
Johannes Strolz, der zur Pause als Zweiter noch auf einen Platz auf dem Stockerl hoffte, schied im Finale allerdings ebenso aus wie Dominik Raschner. Fabio Gstrein scheiterte bereits im ersten Lauf und Simon Rueland schaffte die Qualifikation für das Finale nicht.
Zwei Athleten anderer Nationen muss man in Hinblick auf die Zukunft definitiv auf der Rechnung haben. Der 28-jährige Spanier Joachim Salarich bestätigte seine Topleistung von gestern, als er Achter war, heute sogar mit einem siebenten Rang. Obwohl die Schweizer viele Ausfälle hinnehmen mussten, zeigte ein Athlet der Eidgenossen eine beeindruckende Leistung. Fadri Janutin(22) schaffte nämlich gleich bei seinem Weltcupdebüt Punkte und das mit Platz 17 als bester Schweizer.
Weltcup, Slalom 2, Männer, Garmisch-Partenkirchen
1.Henrik Kristoffersen NOR
2.Dave Ryding GBR
3.Linus Straßer GER
weiters:
5.Marco Schwarz
9.Michael Matt
13.Marc Digruber
15.Manuel Feller
DNF1: Fabio Gstrein
DNQ1: Simon Rueland
DNF2: Dominik Raschner, Johannes Strolz
27.02.2022
Henrik Kristoffersen beherrscht die extremen Schräglagen wieder und fuhr seinen 20.Sieg im Slalom ein.
Foto: AFP
Henrik Kristoffersen siegte erstmals im Slalom in dieser Saison. Der Norweger war in Garmisch-Partenkirchen um 0,14 Sekunden schneller als der Schweizer Loic Meillard, Manuel Feller(AUT) kam nach der olympischen Nullnummer auf Rang drei. Halbzeitleader Tanguy Nef aus der Schweiz schied im Finale aus.
Henrik Kristoffersen machte beim Slalom in Garmisch nahezu alles richtig. Im ersten Durchgang nützte der 27-Jährige die Startnummer eins bei fast warmen Verhältnissen exzellent aus und fuhr auf Platz zwei hinter dem Schweizer Tanguy Nef. Im zweiten Lauf riskierte Kristoffersen alles und holte speziell im flachen Teil enorm viel Zeit auf die Konkurrenz heraus. Die Belohnung war der 20.Slalomsieg und der 25. insgesamt im Weltcup für den Norweger. „Einmal ist man oben, einmal ist man unten. Das Skifahren wird immer besser und auch das Material funktioniert wieder. Auch die Technik funktioniert dadurch und ich kann wieder vorne mitfahren“, sagte 27-Jährige aus Lorenskog.
Nur 0,14 Sekunden Rückstand wies der Schweizer Loic Meillard auf Kristoffersen auf. Der 25-Jährige, der bei den Winterspielen in Peking bereits Fünfter im Slalom war, bestätigte seine aufsteigende Form. Ebenso stark war der beste Österreicher. Manuel Feller, im ersten Lauf schon auf Platz fünf, verbesserte sich um zwei Positionen und holte seinen zehnten Podiumsplatz in einem Weltcuptorlauf. „Der Schnee, das Gelände und die Umstände waren auf jeden Fall anders als in Peking. Mit meinem dritten Platz bin ich schon zufrieden, weil wenn ich um den Sieg hätte mitfahren wollen, hätte ich die Skier schon noch etwas mehr gehenlassen müssen“, sagte Feller, der bei den Olympischen Spielen weder im Riesentorlauf noch im Slalom ein Ergebnis erreichte.
Österreicher verbessern sich in Lauf zwei
Vor allem nach dem zweiten Durchgang darf man mit den ÖSV-Athleten nicht unzufrieden sein. Doppelolympiasieger Johannes Strolz verbesserte sich im zweiten Lauf gleich um fünf Ränge und wurde Vierter. „Ich nehme diesen vierten Platz wirklich gerne. Es war ein gutes Skifahren von mir heute. Ich wusste, um gut zu sein, musste ich viel riskieren“, sagte der Vorarlberger, der damit sein zweitbestes Weltcupresultat erreichte. Neben Strolz konnte sich auch Michael Matt im zweiten Durchgang steigern und belegte im Endklassement Platz neun. Weniger optimal verlief der Slalom für Marco Schwarz. Dem Kärntner passierten zu viele Fehler in beiden Läufen und daher gab es nur Rang 16. Mit Marc Digruber schaffte es auch noch ein fünfter Österreicher ins Finale. Der Niederösterreicher wurde 23., konnte dem Rennen aber auch positive Seiten abgewinnen. „Es wurde heute sehr gut gearbeitet an der Piste. Im ersten Durchgang war es von meiner Seite ok, aber im zweiten Lauf habe ich dann in ein paar Passagen etwas zu viel Zeit für eine besseres Ergebnis verloren. Für mich ist wichtig, dass ich hart an mir weiterarbeite und nicht aufgebe“, sagte der Niederösterreicher.
Nef scheitert, Braathen behält rotes Trikot
Eine Führung nach einem Durchgang ist grundsätzlich etwas Gutes, nur in dieser Saison ist es in Slaloms der Männer scheinbar eine große Last. Tanguy Nef aus der Schweiz legte mit der hohen Startnummer 25 eine überraschende Laufbestzeit hin. Im Finale gab es dann aber einen Einfädler. Auch als Besitzer des roten Trikots ist es scheinbar nicht einfach. Lucas Braathen ging als Führender des Slalomweltcups mit dem roten Trikot ins Rennen und fädelte, wie schon bei den Spielen in Peking, prompt ein. Der Youngster aus Norwegen bleibt aber überraschender Weise immer noch in Führung, wenn auch nur mit einem Punkt Vorsprung auf seinen Landsmann Henrik Kristoffersen. Die ersten Zehn der Slalomwertung trennen im Moment nur 77 Zähler. Drei Torläufe sind nur noch zu absolvieren, was das Saisonfinale mehr als spannend macht. Der nächste Slalom steigt schon morgen wieder in Garmisch-Partenkirchen. Um 910Uhr startet Lauf eins, um 1230Uhr folgt das Finale.
Weltcup, Slalom, Männer, Garmisch-Partenkirchen
1.Henrik Kristoffersen NOR
2.Loic Meillard SUI
3.Manuel Feller
weiters:
4.Johannes Strolz
9.Michael Matt
16.Marco Schwarz
23.Marc Digruber
DNF1: Dominik Raschner, Simon Rueland
DNQ: Fabio Gstrein
26.02.2022
